WhistleblowerObama würde Snowden fliegen lassen

Keine Kampfjets gegen Snowden: US-Präsident Obama will den Prism-Whistleblower nicht um jeden Preis einfangen. Die Fahndung sei eine rein rechtliche Angelegenheit.

Welchen Preis würden die USA zahlen, um den flüchtigen Spionage-Enthüller Edward Snowden festzunehmen? Offenbar nicht jeden. Sollte der frühere Geheimdienstmitarbeiter auf dem Luftweg vor seinen Verfolgern fliehen, würde sie seinen Flug nicht militärisch abfangen lassen. "Ich werde keine Jets schicken, um einen 29 Jahre alten Hacker zu fassen", sagte US-Präsident Barack Obama zum Auftakt seiner Afrika-Reise in Dakar.

Auch "Kungeleien" mit anderen Regierungen für eine Auslieferung Snowdens schließt Obama aus. Persönlichen Kontakt zu seinen russischen und chinesischen Kollegen Wladimir Putin und Xi Jinping habe er deshalb nicht aufgenommen. "Die Fahndung ist eine rein rechtliche Angelegenheit."

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Snowden, der 30 Jahre alt ist, wird von den USA wegen Spionagevorwürfen gesucht und hat inzwischen Ecuadors Regierung um politisches Asyl gebeten.

Zunächst tauchte er in Hongkong unter, wo er einer möglichen Auslieferung durch die Flucht nach Russland entging. Seither soll er sich im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhalten. Russland hat eine Auslieferung bislang abgelehnt.

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Leserkommentare
  1. keine Jets schicken. Ne Drohne reicht doch auch.

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    • deDude
    • 27. Juni 2013 16:01 Uhr

    ... die Drecksarbeit - wie üblich - von den "Freunden" im Nahen Osten erledigen lassen. Wer foltert und verschwinden lässt kann auch ruhig mal in einen kleinen Flugunfall verwickelt sein.

    Evtl. stellt unser Verteidigungsminister de Misere ja einer seiner Prestigedrohnen zur Verfügung, da fällt der Flugunfall auch nicht so auf. Die haben ja schon fast eine afghanische Passagiermaschine "runtergeholt", da kann sowas schnell passieren...

  2. Diese Aussage müsste einen nur noch fassungslos machen! Man muss sich mal auf der Zunge zergehen lassen, was da als Option in den Raum gestellt wird:

    Wenn Obama es für nötig befindet, zu erklären, dass er keine Militärjets schicken wird zum Abfangen eines zivilen Flugzeuges, in dem ziemlich viele Zivilisten in Friedenszeiten sitzen, nur, weil man einen Straftäter verfolgen will, heißt das, dass diese Option immerhin im Raum stand.

    Und genau das ist ein Skandal!

    Wer bitte erklärt den USA endlich einmal, dass dieses Gebaren nicht mehr von der westlichen Wertegemeinschaft mitgetragen wird, weil die USA nicht mehr auf dem Boden dieser Werte agieren?

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    Weil es doch zu unglaublich gewesen wäre, habe ich jetzt mal gesucht, um zu finden, was Obama wirklich gesagt hat. Wenn man sich diesen Beitrag hier anhört, dann war die Aussage zu den Jets wohl eine Verneinung auf die Frage eines Journalisten.
    http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-23084166
    Das relativiert die Aussage natürlich gewaltig!

    Nicht, dass jetzt alles Friedefreudeeierkuchen ist. Aber es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand so etwas von sich aus sagt oder erst auf Nachfrage.

    Ansonsten kann man zum Statement Obamas noch eines sagen: Die internationale Gemeinschaft ist schnell beschworen, wenn die USA etwas von ihr erwartet. Hier: das gefälligst Snowden ausgeliefert werden soll. Komischerweise ist die internationale Gemeinschaft dann keiner mehr, wenn die USA sie ausspioniert und ohne Rücksicht auf dieselbe eigene Interessen verfolgt. Eigentlich lehrt man das schon Kinder vor dem Eintritt in den Kindergarten, dass so ein Verhalten ziemlich asozial ist.

    Wenn man sich einige amerikanische Kommentare zu einem Artikel zu Snowden in der New York Times anschaut, findet man durchaus ein Paar, die von ihrer Regierung genau das fordern: Das Flugzeug mit Kampfflugzeugen dazu zwingen, in Miama zu landen. Dass das als kriegerischer Akt der USA gegen das Land der Fluglinie angesehen werden kann, stört die Kommentatoren offenbar nicht. Amerika kan ja per definitionem nichts Unrechtes tun.

    Wenigstens scheint sich Obama noch soviel Verstand bewahrt zu haben einzusehen, dass ein solcher Akt Amerika auch noch den kleinen Rest von Ansehen kosten würde, den es in der Welt noch hat.

    Erfreulicherweise regt sich aber auch in Amerika inzwischen Widerstand gegen die Verfolgung Snowdens.

    • deDude
    • 27. Juni 2013 16:01 Uhr

    ... die Drecksarbeit - wie üblich - von den "Freunden" im Nahen Osten erledigen lassen. Wer foltert und verschwinden lässt kann auch ruhig mal in einen kleinen Flugunfall verwickelt sein.

    Evtl. stellt unser Verteidigungsminister de Misere ja einer seiner Prestigedrohnen zur Verfügung, da fällt der Flugunfall auch nicht so auf. Die haben ja schon fast eine afghanische Passagiermaschine "runtergeholt", da kann sowas schnell passieren...

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    Antwort auf "Der braucht"
  3. 4. Jurist

    Wow da hat der Obama aber etwas relevantes gesagt.

    Genausogut kann man ja mit CIA Mitarbeitern in Vasallenstaat X warten, bis die Maschine gelandet ist und ihn dann mitnehmen. Da braucht man wirklich kein Geld für Jets raushauen.

    Beispiel Equador: Wenn ihr den Aufnehmt, dann machen wir euch wirtschaftlich Kuba gleich. Joa bei solchen Drohungen brauchts wirklich keine Jets.

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    ...werter Mitforist, Ecuador mit Handelsrestriktionen für den Fall der Aufnahme und des dauerhaften Asyls für den Straftäter zu drohen, schließlich gibt es zwischen dem Land und den USA ein Auslieferungsabkommen.

    • brchak
    • 27. Juni 2013 16:13 Uhr

    ... Mr. Obama. Mit diesem Spinning haben sie mich schrecklich enttäuscht. Wie man sieht strickt sich jeder die Realität die ihm gefällt. In der Hinsicht leider kein bisschen besser als der Vorgänger!

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    ... für Merkel ist Internet Neuland, für Obama sind Whistleblower Hacker.

    Eigentlich schwebte mir immer vor, daß so ein Regierungschef intelligenter sein sollte als der Durchschnitt... naiv, ich weiß, ich weiß...

  4. Weil es doch zu unglaublich gewesen wäre, habe ich jetzt mal gesucht, um zu finden, was Obama wirklich gesagt hat. Wenn man sich diesen Beitrag hier anhört, dann war die Aussage zu den Jets wohl eine Verneinung auf die Frage eines Journalisten.
    http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-23084166
    Das relativiert die Aussage natürlich gewaltig!

    Nicht, dass jetzt alles Friedefreudeeierkuchen ist. Aber es macht einen erheblichen Unterschied, ob jemand so etwas von sich aus sagt oder erst auf Nachfrage.

    Ansonsten kann man zum Statement Obamas noch eines sagen: Die internationale Gemeinschaft ist schnell beschworen, wenn die USA etwas von ihr erwartet. Hier: das gefälligst Snowden ausgeliefert werden soll. Komischerweise ist die internationale Gemeinschaft dann keiner mehr, wenn die USA sie ausspioniert und ohne Rücksicht auf dieselbe eigene Interessen verfolgt. Eigentlich lehrt man das schon Kinder vor dem Eintritt in den Kindergarten, dass so ein Verhalten ziemlich asozial ist.

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    Antwort auf "Fassungslos!"
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    Vielen Dank für die Richtigstellung des Kontextes "roland_s", denn im ersten Moment muss ich sagen, war ich mehr als schockiert solch einen Artikel mit dem Titel "Obama würde Snowden fliegen lassen - Keine Kampfjets gegen Snowden: US-Präsident Obama will den Prism-Whistleblower nicht um jeden Preis einfangen-" zu lesen!

    Ohne den Umstand zu nennen, dass diese Aussage Obamas erstens eine Antwort auf eine Journalistenfrage war, zweitens aber vorallem überhaupt diese Frage schon von Obama durch seine Reaktionsweise als absurd und lächerlich klassifiziert wurde, ist eine journalistische Fahrlässigkeit.

    Journalisten, die Artikel wie diesen so betiteln handeln entweder ohne das notwendige Verantwortungsbewusstsein zur sauberen Recherche und/oder mit einem Missverständnis der ihr obligenden Verantwortung, wenn sie ggf. auch noch bewusst die Tatsachen in der Art "verfälschen" (auch durch Weglassen wichtiger Informationen), dass die Artikel mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen.

    Natürlich mag der Artikel so in seiner Form mehr Leser auf sich ziehen, aber jeder Leser, der die Chance erhält die Umstände dank Kommentaren wie dem von "roland_s" oder Mehrfachprüfung unterschiedlicher Quellen zu prüfen, wird sich unweigerlich enttäuscht zeigen müssen über solch eine journalistische Qualität, meiner Ansicht nach, gerade bei einem Blatt wie der Zeit!

    Vgl.: Aussage Obamas im Video unter folgendem BBC Link:
    http://www.bbc.co.uk/news/world-us-canada-23084166

  5. ...werter Mitforist, Ecuador mit Handelsrestriktionen für den Fall der Aufnahme und des dauerhaften Asyls für den Straftäter zu drohen, schließlich gibt es zwischen dem Land und den USA ein Auslieferungsabkommen.

    Antwort auf "Jurist"
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    Snowden ist ein potentieller Straftäter. So viel Zeit muss in einem Rechtsstaat sein!

  6. Snowden ist ein potentieller Straftäter. So viel Zeit muss in einem Rechtsstaat sein!

    Antwort auf "Völlig legitim..."
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    ...Sie haben schon richtig gelesen, Snowden ist ein gesuchter Straftäter, und auch dieser ist im Sprachgebrauch ein Straftäter, wenn auch kein verurteilter, nachzulesen als "gesuchter Straftäter" hier:

    http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article117423600/Wegen-Snow...

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, kg
  • Schlagworte Edward Snowden | Barack Obama | Flughafen
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