Diplomatische BeziehungenObama und Xi wollen Cyber-Streit entschärfen

Der US-Präsident und sein Amtskollege aus China proben den Neustart. Bei ihrem Treffen ging es auch um Cyberspionage – und Obama konnte sich Vorwürfe nicht verkneifen.

Obama (r.) und Xi Jinping bei ihrem Treffen in Kalifornien

Obama (r.) und Xi Jinping bei ihrem Treffen in Kalifornien  |  © Kevin Lamarque/ Reuters

US-Präsident Barack Obama hat den chinesischen Staatschef Xi Jinping aufgefordert, gemeinsam verstärkt gegen Internetkriminalität vorzugehen. Es sei äußerst wichtig, in diesem Thema an einem Strang zu ziehen und nach gleichen Grundsätzen zu handeln. Obama hat seinen chinesischen Kollegen Xi am Freitag zum Beginn eines zweitägigen Gipfels in Kalifornien empfangen.

Xi betonte, auch China sei immer wieder "Opfer von Cyber-Angriffen". Bei diesem Thema gebe es ungerechtfertigte Vorurteile gegen sein Land. Die USA werfen China seit geraumer Zeit vor, dass chinesische Hacker gezielt Computernetzwerke des Militärs und von Firmen ausspähten.

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Vor ihren Gesprächen würdigten Obama und Xi die Bedeutung der Beziehungen zwischen ihren Staaten. Diese seien nicht nur für die beiden Staaten wichtig, sondern "für die ganze Welt", sagte Obama. Er versicherte, dass die USA den "steten friedlichen Aufstieg Chinas zu einer Weltmacht" begrüßten. "Tatsächlich liegt es im Interesse der Vereinigten Staaten, dass China auf seinem Weg zum Erfolg weiter vorankommt", sagte Obama.

Ziel des Gipfels sei es, eine Blaupause der künftigen chinesisch-amerikanischen Beziehungen zu entwerfen, sagte Xi. Das Verhältnis der beiden Staaten befinde sich an einem "historischen Startpunkt". Beide Länder hätten eine Menge gemeinsamer Interessen, von der Förderung des heimischen und globalen Wirtschaftswachstums bis hin zur Bewältigung internationaler und regionaler Krisen.

Das gut 200 Kilometer östlich von Los Angeles stattfindende Treffen, ist das erste der beiden Präsidenten, seitdem Xi im März sein Amt übernahm. Es soll ein Neustart der in der Vergangenheit meist schwierigen diplomatischen Beziehungen werden. Neben Wirtschaftsfragen dürften die Staatschefs unter anderem über Menschenrechte, Nordkoreas Atomprogramm und die Militärpräsenz der USA im Pazifikraum sprechen.

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Leserkommentare
    • 可为
    • 08. Juni 2013 10:41 Uhr
    1. Heute

    Top Artikel bei Zeit Online: NSA Überwachungsaffäre, US-Geheimdienste spionieren Weltweit Internetnutzer aus - auch in Dtld.

    Nächster Artikel: Obama kritisiert China für Cyberspionage - was haben wir gelacht!

    9 Leserempfehlungen
    • grrzt
    • 08. Juni 2013 10:50 Uhr

    die haben keinen Streit, die haben die gleichen Interessen, nämlich alles wissen wollen, von jedem, immer und jederzeit.

    Eine Leserempfehlung
    • grrzt
    • 08. Juni 2013 10:55 Uhr

    ich hoffe, dass sich die Tendenz weiter ausbreitet, dass alle Bürger, überall, jederzeit, von jedem alles erfahren (durch leaken), was die Regierenden so ausmauschlen, die miesen Deals, Propaganda. Es lebe der Geheimnisverräter in jeder Regierung!

  1. Außerdem sollte das chinesische Regime über Entschädigungen an die USA nachdenken. Man hat sich in den letzten Jahren einfach zuviel rausgenommen und enorme Schäden in der westlichen Wertegemeinschaft verursacht.

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    Ich meine, mit dem Nick...?

  2. Die brauchen Europa zwecks Wirtschaftsspionage nicht auszuspionieren.
    Wir Idioten geben ihnen unseren kompletten Daten freiwillig.

    Die USA werden ja nicht müde, zu betonen, dass es beim Internet um die nationale Sicherheit geht.
    Darum braucht Europa eigene Server und Dienstleistungsanbieter, wenn wir uns nicht ausliefern wollen.
    Mit diesen Werkzeugen kann der Militärisch-Industrielle-Komplex auch ganz bequem und unauffällig Wirtschaftsspionage betreiben.
    Dass das Netz praktische ausschließlich von amerikanischen Monopol-Konzernen beherrscht wird, ist weder sicherheitspolitisch noch wirtschaftlich in unserem Interesse.
    Ich frage mich aber immer öfter, wer sich für unsere Interessen überhaupt noch interessiert.
    Bei den etablierten Parteien sehen ich da nur entweder völlige Unfähigkeit oder totale Gleichgültigkeit.

    5 Leserempfehlungen
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    Völlig richtig. Es gibt schon einen grund, warum China udn Russland alle ihre eigenen Suchmaschinen und sozialen Netzwerke ins Leben gerufen haben. Google und Facebook haben dort keine Anteile. Amazon und Ebay genauso wenig.

    Nur Europa hat sich komplett ausgeliefert.

  3. Ich meine, mit dem Nick...?

    Eine Leserempfehlung
  4. Völlig richtig. Es gibt schon einen grund, warum China udn Russland alle ihre eigenen Suchmaschinen und sozialen Netzwerke ins Leben gerufen haben. Google und Facebook haben dort keine Anteile. Amazon und Ebay genauso wenig.

    Nur Europa hat sich komplett ausgeliefert.

    3 Leserempfehlungen
    • zappp
    • 12. Juni 2013 9:26 Uhr

    Im Moment ist die amerikanische Bundesregierung der Welt grösster Internetkriminelle.

    Aus deren Sicht sind alle Menschen ausserhalb der USA vogelfrei, inklusive US Bürger im Ausland oder auch nur mit Auslandskontakten.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nsc
  • Schlagworte Barack Obama | Militär | Atomprogramm | Beziehung | China | Gespräch
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