Bei einer schweren Anschlagsserie in Pakistan sind mehr als 50 Menschen getötet worden. Mehr als 120 Menschen wurden verletzt bei den Attacken auf Angehörige der schiitischen Minderheit und auf Sicherheitskräfte in den Städten Quetta und Peschawar sowie im Stammesgebiet Nord-Waziristan, wie die Behörden mitteilten. Es war die schwerste Anschlagsserie in Pakistan seit der Amtsübernahme von Premierminister Nawaz Sharif vor knapp einem Monat.

Zum Zeitpunkt der Anschläge hielt sich der britische Premierminister David Cameron zu einem Besuch in der Hauptstadt Islamabad auf. Seinem Kollegen Sharif sagte er Unterstützung im Kampf gegen den Extremismus zu. "Die Feinde Pakistans sind auch die Feinde Großbritanniens", sagte Cameron bei einer gemeinsamen Pressekonferenz.

In Quetta im Südwesten wurden bei einem Doppelanschlag auf Schiiten mindestens 29 Menschen getötet, darunter drei Kinder. Etwa 70 Menschen seien verletzt worden, teilten die Sicherheitskräfte mit. Zunächst habe sich ein als Frau verkleideter Selbstmord-Attentäter am Eingang einer schiitischen Moschee in die Luft gesprengt. Wenige Minuten später sei ein Sprengsatz in einem Einkaufszentrum in derselben von Schiiten bewohnten Gegend detoniert.

Bei einem Autobomben-Anschlag in Peschawar im Nordwesten wurden nach Krankenhausangaben mindestens 18 Zivilisten getötet, darunter zwei Kinder, und 46 weitere Menschen verletzt. Bei einem zweiten Anschlag nur wenige Stunden später wurden im Stammesgebiet Nord-Waziristan an der afghanischen Grenze vier Soldaten getötet und zehn weitere verwundet, wie das Militär mitteilte.

Die Taliban greifen in Peschawar, der umliegenden Provinz Khyber Pakhtunkhwa und den nahen Stammesgebieten an der Grenze zu Afghanistan regelmäßig Sicherheitskräfte an. Die schiitische Minderheit in Pakistan wurde zudem immer wieder zum Ziel militanter Sunniten-Gruppen.

Bei der Explosion eines am Straßenrand deponierten Sprengsatzes im Stammesgebiet Nord-Waziristan ebenfalls im Nordwesten des Landes kamen vier Soldaten ums Leben, wie aus Geheimdienstkreisen verlautete. 20 Soldaten seien zudem verletzt worden.

Zu den Anschlägen im Nordwesten des Landes bekannte sich zunächst niemand. Das Stammesgebiet Nord-Waziristan gilt als Rückzugsgebiet der Taliban und der Kämpfer des Terrornetzes Al-Kaida.