Prism-Enthüller Edward Snowden © Glenn Greenwald/Laura Poitras/The Guardian Newspaper

Die USA haben Anklage gegen den Whistleblower Edward Snowden erhoben. Ihm werde Spionage und Diebstahl von Regierungseigentum vorgeworfen, berichteten US-Medien. Ein Regierungssprecher bestätigte, dass gegen Snowden ein Haftbefehl ausgestellt worden sei. Bereits am 14. Juni wurde demnach bei einem Bundesgericht in Virgina die Anklage eingereicht.

Snowden hatte die britische Zeitung Guardian und die Washington Post über die Spionageprogramme der amerikanischen Regierung informiert. Die Enthüllungen haben heftige Debatten über die Abwägung zwischen Sicherheitserfordernissen und Bürgerrechten ausgelöst. 

Nach Information der Washington Post und NBC bat die US-Justiz die Behörden in Hongkong aufgefordert, den Haftbefehl gegen Snowden zu vollstrecken. Der war Ende Mai in die chinesische Sonderverwaltungszone geflüchtet, bevor er die Spähprogramme Anfang Juni enthüllte. Nach einer Festnahme könne das Auslieferungsverfahren gegen Snowden beginnen.

Snowden enthüllt weitere Spähprogramme

Derweil enthüllt Snowden weitere Spähprogramme und belastet nun den britischen Geheimdienst. Dieser übertreffe mit seinen Aktivitäten sogar die US-Behörden, schreibt der Guardian, der sich auf Informationen Snowdens beruft.

Wie das Blatt berichtet, schöpft der Geheimdienst GCHQ "Unmengen von Daten" aus dem Internet ab, die dann wiederum mit den amerikanischen Partnern geteilt würden. Neben E-Mails, Einträgen im sozialen Netzwerk Facebook oder Telefongesprächen würden persönliche Informationen der Nutzer gespeichert und analysiert.

Der genaue Aufenthaltsort von Snowden ist derzeit unbekannt, er wird aber weiter in Hongkong vermutet. Er will sich nach eigenen Angaben um politisches Asyl in Island bemühen. Nach Informationen aus Kreisen der Enthüllungsplattform Wikilieaks steht ein Charterflugzeug bereit, um Snowden nach Island zu bringen. Es ist jedoch noch nicht sicher, dass ihm die isländische Mitte-Rechts-Regierung Zuflucht gewährt.