Korea-KonfliktNord- und Südkorea reden wieder miteinander

Nord- und Südkorea kehren an den Verhandlungstisch zurück. Bereits morgen sollen erste Gespräche auf Arbeitsebene beginnen.

Nordkoreanische Grenzsoldaten fotografieren einen südkoreanischen Grenzposten.

Nordkoreanische Grenzsoldaten fotografieren einen südkoreanischen Grenzposten.  |  © Uli Regenscheit/dpa

Zeichen der Entspannung auf der koreanischen Halbinsel: Nachdem sie sich monatelang gegenseitig gedroht und so die Sorge vor einem neuen Krieg geschürt hatten, haben die Regierungen von Nord- und Südkorea erste Gespräche vereinbart. Es wären die ersten Verhandlungen seit gut zwei Jahren.

Nach Angaben des südkoreanischen Vereinigungsministeriums wollen sich am Sonntag je drei Delegierte im Grenzort Panmunjeom treffen. Diesen Gesprächen "auf Arbeitsebene" sollen dann höherrangige Verhandlungen folgen. Geplant sind Treffen auf Kabinettsebene am Mittwoch in Seoul.

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Am Donnerstag hatte Nordkorea die Gespräche zur Wiederaufnahme gemeinsamer Wirtschaftsprojekte vorgeschlagen. Als weiteres Signal der Entspannung reaktivierte das abgeschottete Land am Freitag eine wichtige Telefonverbindung in den Süden.

Reden über Kaesong

Ziel der Gespräche soll nun unter anderem eine Wiedereröffnung der gemeinsamen Sonderwirtschaftszone Kaesong sein. Dort beschäftigten südkoreanische Firmen 53.000 nordkoreanische Arbeiter zur Herstellung von Billigprodukten, bis Nordkorea den Industriepark auf dem Höhenpunkt der Spannungen Anfang April schloss. Bei den Gesprächen soll es auch darum gehen, Treffen von Familienangehörigen, die durch den Koreakrieg von 1950 bis 1953 getrennt wurden, wieder zu erlauben.

Die vorerst letzten Debatten zwischen Nord- und Südkorea auf Arbeitsebene fanden im Februar 2011 statt. Gespräche auf Ministerebene gab es seit dem Jahr 2007 nicht mehr.

Nach Nordkoreas drittem Atomtest im Februar und der darauf erfolgten Verschärfung der internationalen Sanktionen hatten sich die Spannungen in dem Konflikt verschärft. Die kommunistische Führung in Pjöngjang drohte Südkorea und den USA mehrfach mit einem Atomkrieg.

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Leserkommentare
  1. Nachdem in den Medien immer wieder von Dramatik, Atombomben und (Welt-)krieg zu lesen war, nun wieder Verhandlungsgespräche. Als wäre es nicht von vorneherein wahrscheinlicher gewesen, dass NKs Drohungen vor allem innere Stärke zum Ziel hatten, als hier tatsächlich einen Krieg mit den USA übers Knie zu brechen.

  2. Ich frage mich ja ernsthaft:

    Wie lange möchte sich eigentlich Welt noch diese Geschichte antun?

    Es ist doch jedes Mal das Gleiche - Nordkorea droht und schimpft irrational und teils regelrecht geisteskrank, die ausländischen Mächte reden davon, dass sie sich das nicht gefallen lassen, China und Russland meinen, man solle Ruhe bewahren und verhandeln.

    Und was kommt dabei grundsätzlich heraus?

    Nordkorea bekommt wieder etwas Rohstoffe und andere, nützliche Dinge, hört dafür für ein paar Monate auf, mit totalem Krieg zu drohen und die Führung darf weiter die Zügel in der Hand halten und sich gottgleich im Land präsentieren.

    Bis die nächste Runde im Theater des ,,totalen Atomkriegs" ansteht.

    Das ist doch keine Lösung, für niemanden und es nützt auch niemandem dieser status, auch nicht China und Russland!

    Wie kann es denn angehen, dass man sich nicht endlich mal seitens der Mitglieder der maßgeblichen Mächte auf eine nachhaltige Lösung einigt?

    Eine Widervereinigung NKs mit SK, eine Verwaltung bis auf weiteres durch China - ich glaube, das wäre beides weitaus besser, als diese ständige Unsicherheit über Krieg und besser für das Leben der Nordkoreaner.

    Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass die NK-Führung das Spiel so lange weitertreiben wird, wie man sie lässt.

    ,,Verhandeln" bedeutet nichts anderes, als:,,Die nordkoreanische Führung bekommt, was sie will. Alles andere ist egal."

    Eine Leserempfehlung

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, Reuters, nsc
  • Schlagworte Atomkrieg | Entspannung | Gespräch | Krieg | Nordkorea | Sanktion
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