Die Bundesregierung macht die Aufnahme syrischer Bürgerkriegsflüchtlinge in Deutschland nach einem Zeitungsbericht auch von deren Qualifikation abhängig. Rund 1.600 Syrer sollen eine Aufenthaltserlaubnis bekommen, die einen "besonderen Beitrag für den Wiederaufbau des Landes nach dem Konflikt" leisten können, berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf eine interne Anweisung an deutsche Auslandsvertretungen und das UN-Flüchtlingshilfswerk. 

Neben Akademikern, Kulturschaffenden und Journalisten gehe es dabei auch um politische Aktivisten, sagte ein Sprecher des Innenministeriums dem Blatt. Nur etwa ein Drittel der Flüchtlinge solle nach humanitären Kriterien ausgewählt werden. Die Regierung hatte angekündigt, in diesem Jahr mindestens 5.000 Bürgerkriegsflüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. Auch die Religion soll bei der Auswahl eine Rolle spielen.

Wegen des Bürgerkriegs sind derzeit 1,6 Millionen Syrer ins Ausland geflohen, bis Ende des Jahres könnten es nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks 3,45 Millionen Menschen werden. Innerhalb des Bürgerkriegslandes sind bereits 4,25 Millionen Menschen auf der Flucht.

In dem Konflikt deutet zurzeit wenig auf eine politische Lösung hin. Die Gruppe der sogenannten Freunde Syriens kommt am Samstag zu Beratungen in der katarischen Hauptstadt Doha zusammen. Die elf Außenminister wollen ihre Hilfen für die syrische Opposition koordinieren. Dabei dürfte es vor allem um militärische Unterstützung gehen. Die syrischen Rebellen hatten insbesondere um Abwehrwaffen gebeten. Die westlichen Staaten sind aber uneins, ob sie den Rebellen Waffen liefern sollen. Während Frankreich und Großbritannien darauf drängen, ist Deutschland skeptisch bis ablehnend. Die USA hatten kürzlich erklärt, sie wollten den Rebellen militärische Unterstützung leisten.