Protest in TürkeiErdoğan sendet letzte Warnung an Demonstranten

Der Polizeigewalt folgt ein Ultimatum: Der türkische Premier hat ein Ende des Protestes auf dem Taksim-Platz verlangt. Einen besonderen Aufruf richtete er an Eltern.

Türkeis Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan

Türkeis Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan  |  © Umit Bektas/Reuters

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdoğan hat die Demonstranten in Istanbul aufgefordert, das Protestlager im Gezi-Park sofort zu räumen. In einer Rede vor Bürgermeistern der Regierungspartei AKP sprach der Premier von einer "letzten Warnung".

"Wir werden nicht mehr länger abwarten", drohte der Regierungschef. "Verschwindet und lasst uns gegen die illegalen Organisationen vorgehen." Schon vor wenigen Tagen hatte Erdoğan gesagt, seine Geduld werde bald zu Ende sein.

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Erdoğan rief Mütter und Väter dazu auf, ihre Kinder zum Verlassen des Protestlagers zu bewegen. "Der Gezi-Park gehört nicht Besatzungskräften, er gehört allen", sagte er.

Ein umstrittenes Bauvorhaben in dem Park war Auslöser der landesweiten Demonstrationen, die sich inzwischen gegen die Politik von Erdoğans Regierung richten.

Beim gewaltsamen Vorgehen der Polizei gegen Demonstranten sind seit Ende Mai offiziellen Angaben zufolge drei Menschen getötet worden. Etwa 5.000 erlitten Verletzungen.  

Am Dienstag hatte Erdoğan mit einem Großaufgebot von Polizisten den Taksim-Platz nahe dem Gezi-Park zweimal räumen lassen.

Am Mittwoch empfing er erstmals Vertreter seiner Kritiker, die jedoch nur einen Teil der Protestbewegung repräsentierten. Viele Personen und Organisationen hatten ihre Teilnahme deshalb abgesagt.

Am Abend brachte ein Regierungssprecher die Möglichkeit eines Referendums über das umstrittene Park-Projekt ins Gespräch.

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Leserkommentare
  1. Letzte Warnung - Ultimatum - und dann? Wird dann scharf geschossen?

    Diese Despoten gehören zum Teufel gejagt!

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    E. steht auch unter Zugzwang gegenüber seinen "Geschäftspartnern" die werden sich weder die Gewinne aus den Baumaßnahmen, noch den lokalen Einfluss entgehen lassen wollen.

    Wir kennen doch sowas von S21 da geht es doch meistens um mehr als nur um ein paar Millionen Gewinn, sondern da geht es um langfristige Interessen auf Seiten der Unternehmen.

  2. Entfernt. Bitte kommentieren Sie den Inhalt des Artikels. Die Redaktion/mak

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  3. So, wie das hier dargestellt wird, sind Erdogans Äusserungen reinste Kriegstreiberei. Betrachtet man die Vorkommnisse, gibt es keinen Zweifel, dass die Darstellung sehr nahe an der Wirklichkeit liegt.

    Tonnenweise Tränengas hat ihm keinen Erfolg gebracht. Von der Polizei eingeschleuste, Molotow-Cocktail werfende Provokateure ebenfalls nicht. Bei den Wasserwerfern rattert der Betriebsstundenzähler. Was will er als Nächstes?

    Und vor Allem: wer soll hinterher in diesem auf Blut gegründeten Einkaufszentrum ohne schlechtes Gewissen shoppen gehen?

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    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Die Redaktion/mak

  4. ....anzunehmen es stehen nur naive Kinder in den Reihen der Demonstranten.

    12 Leserempfehlungen
  5. Erst Versuchst du das Volk durch Polizeiliche Gewalt zu verjagen und jetzt aufeinmal sind sie dir wichtig??Deine Zielgruppe sind nur noch die "Illegalen Organisationen" ?? Nein Erdogan so einfalch geht das nicht! Du wirst das Volk nicht trennen können indem du sie untereinander verhetzt! Das Volk wird zusammen halten und du wirst nachgeben! Genau so wird es aussehen.

    Lang lebe die Solidarität der Völker!
    Lang lebe die Domkratie!

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  6. Wenn ich die kommentare hier mal so lese, sehe ich, wohin eine nicht objektive berichterstattung so führt.

    Wie würde die usa, england, frankreich oder deutschland reagieren, wenn öffentliche plätze illegal seit tagen besetzt werden und es zu einm wirt. schaden kommt?

    Sie sagen ,,lang lebe die demokratie"?

    Genauso siehts aus!
    Das müssen auch die demonstranten endlich verstehen, nämlich, dass erdogan die letzten drei wahlen souverän gewonnen hat.

    4 Leserempfehlungen
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    ein öffentlicher Platz ist ein öffentlicher Platz. Er wurde nicht "besetzt" (=Erdogan-Sprech), auf ihm wurden Kundgebungen abgehalten, Meinungen laut ausgesprochen, Forderungen laut ausgesprochen.

    Der wirtschaftliche Schaden: kommt für die Ladenbesitzer doch erst richtig fett, wenn Erdogan seine shoppingmall in einer osmanisierenden Neubau-Kaserne untergebracht hat. Es ist kaum anzunehmen, dass dann diie alteingesessenen Bewohner zum Zug kommen. Das wird dann ein echter wirtschaftlciher Schaden, aber für die sg. "kleinen Leute".

    Wenn die Haupttugend von Erdogan die demokratische Legitimation ist, dann sollte man Alarmschlagen. Berlusconi hat auch dreimal die Wahlen gewonnen und beruft sich ständig auf seine demokratische Legitimation: seiner menschlichen oder moralischen Qualifikation hat nicht viel gebracht.
    Erdogan bleibt ein Sultanverschnitt, der, traditionsgemäß, sein Volk mit der Bastonade regieren will, auch wenn er vier mal die Wahlen gewinnt.

    << Wie würde die usa, england, frankreich oder deutschland reagieren, wenn öffentliche plätze illegal seit tagen besetzt werden... <<

    Sie würden natürlich ähnlich handeln.
    Und sie würden die Besetzer ebenso als Chaoten, Kriminelle und Extremisten beschimpfen.
    Das wirft aber eher ein negatives Licht auf die realexistierende Demokratien des Westens, als es das Vorgehen des türkischen Staates legitimiert.

    indem er Demente Menschen aus dem heim geholt und sie wählen lassen hat? imdem er illegale wahlzettel verteilen lassen hat.. indem er waschmaschienen an dörfer verteilt hat, wo noch nicht mal wasser vorhanden war? da versteh ich was anderes unter "souverän gewonnen".

    ps. Wenn keine Demokratie herrscht, dann muss man mit solchen vorfällen rechnen. Da ist nicht das Volk zu beschuldigen, sondern die, die für diesen Zustand gesorgt haben.
    Sie sollten sich auf die Wesentlichen Probleme im Land beschrenken.

    • Bashu
    • 13. Juni 2013 15:58 Uhr

    Bitte verzichten Sie auf Vergleiche, die nur der Provokation dienen. Danke, die Redaktion/fk.

    Vielleicht sollten Sie, und all diejenigen, die das Vorgehen Erdogans bzw. seiner hörigen Organe verteidigen, sich mal Videoaufnahmen angucken. Also nicht Staatsfernsehen, sondern echte Aufnahmen.

    http://www.liveleak.com/view?i=2e2_1371024598

  7. Gestern forderte der CSU-Europaabgeordnete Posselt, die EU-Kommission möge die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei stoppen.

    In dieser Forderung zeigt sich die komplette Bigotterie des "Westens":
    Als Sanktion gegen Erdogan getarnt, schlägt der übliche primitive Stammtisch den Demonstranten ins Gesicht.

    Was interessiert es denn einen Despoten wie Erdogan, ob die Türkei noch EU-Mitglied wird oder nicht? Er ist nur an SEINEM EIGENEN Machterhalt interessiert, genauso wie Assad und die bereits gestürzten Diktatoren es waren.

    Aber die Ablehnung insbesondere aus Deutschlkand von deutschen Politikern trifft genau die Kemalisten und Republikaner, die für mehr Demokratie kämpfen.
    Damit hat sich Posselt und insbesondere seine CSU selbst demaskiert.
    Danke dafür.

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    Kemalisten kämpfen für die demokratie?
    Erdogan ist ein diktator und despot?

    Wer so mit begriffen umgeht, der sollte sich nicht an sachlichen diskussionen beteiligen, sondern noch einmal den politik und geschichtsunterricht wiederholen.

    Erdogan, man mag seinen stil kritisieren, als diktator zu bezeichen geht an der realität vorbei.

  8. 8. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema. Die Redaktion/mak

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, tst
  • Schlagworte Protest | Türkei | Polizei | Regierungschef | Regierungssprecher | Gespräch
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