Der US-Senat hat den Weg für die Verabschiedung einer umfassenden Einwanderungsreform frei gemacht. Der Senat beschloss mit einer breiten Mehrheit von 68 zu 32 Stimmen, die Debatte über das Gesetz zu beenden. Nun muss noch das Repräsentantenhaus dem umstrittenen Vorhaben zustimmen.

Der Gesetzentwurf soll den elf Millionen Einwanderern ohne gültige Papiere in den USA einen legalen Aufenthaltsstatus ermöglichen. Demnach könnten sich Zuwanderer nach 13 Jahren einbürgern lassen. Die Republikaner hatten im Gegenzug eine Verschärfung der Grenzkontrollen verlangt. Im Kampf gegen illegale Einwanderung aus Lateinamerika soll die Zahl der Grenzschützer auf fast 40.000 verdoppelt werden. Außerdem sind Hunderte Kilometer zusätzliche Grenzzäune sowie eine Überwachung des Grenzgebiets zu Mexiko mit Drohnen geplant. Die Kosten für die Maßnahmen liegen bei 46 Milliarden Dollar (35 Milliarden Euro) in den nächsten zehn Jahren.

Je vier Senatoren aus dem demokratischen und dem republikanischen Lager hatten monatelang einen für beide Parteien akzeptablen Kompromiss ausgearbeitet. Der Plan der sogenannten Achterbande erhielt die Unterstützung von Präsident Barack Obama, der eine Reform des Einwanderungsrechts zu einer Priorität seiner zweiten Amtszeit gemacht hat. "Das waren ziemliche harte Verhandlungen", sagte die demokratische Senatorin Mary Landrieu. "Es ist nicht perfekt, aber es ist ausgeglichen." Ihr republikanischer Kollege Jeff Flake sagte: "Wir sind der Reparatur unseres kaputten Einwanderungssystems einen Schritt näher gekommen."

Im Repräsentantenhaus, wo die Republikaner die Mehrheit stellen, zeichnete sich aber bereits Widerstand ab. Mehrere konservative Abgeordnete machten deutlich, dass sie dem Gesetz in der aktuellen Fassung nicht zustimmen wollen. Obama hofft unterdessen, die erste große Einwanderungsreform der USA seit einem Vierteljahrhundert noch in diesem Jahr in Kraft setzen zu können.