SyrienkriegUSA sehen rote Linie überschritten

US-Präsident Obama hat keinen Zweifel mehr daran, dass das Assad-Regime Giftgas eingesetzt hat. Seine Regierung kündigte Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen an.

Menschen fliehen nach einem Angriff in der Provinz Raqqa, Syrien.

Menschen fliehen nach einem Angriff in der Provinz Raqqa, Syrien.  |  © Nour Fourat/Reuters

Die USA haben lange gezögert, doch jetzt sind sie sich sicher: Das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad hat tödliche Giftgase gegen die Bevölkerung eingesetzt. US-Präsident Barack Obama werde die Rebellen fortan militärisch unterstützen, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Ben Rhodes. "Nach intensiven Untersuchungen geht unser Geheimdienst davon aus, dass das Regime von Machthaber Baschar al-Assad chemische Waffen, darunter das Nervengas Sarin, eingesetzt hat", sagte Rhodes. Bei mehreren Angriffen seien zwischen 100 und 150 Menschen getötet worden.  

Der Kongress sei darüber informiert worden. Die USA hätten bereits ihre Unterstützung der Opposition in Syrien verstärkt – sowohl politisch wie auch militärisch, sagte er. Die Bewaffnung von Rebellen und die Einrichtung einer Flugverbotszone schloss Rhodes nicht aus. "Den Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft stehen eine Reihe von rechtlichen, finanziellen, diplomatischen und militärischen Antworten zur Verfügung", sagte er. Die USA würden sich darüber mit ihren Verbündeten wie Frankreich und Großbritannien beraten.

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Nach Informationen des Wall Street Journal hat Obama bereits erste Waffenlieferungen an "moderate Rebellen" genehmigt. Der Geheimdienst CIA sei mit der Koordinierung der Unterstützung beauftragt worden.

Bislang war die US-Regierung vor einer direkten Unterstützung der Rebellen zurückgeschreckt, weil sie fürchtete, dass die Waffen in die Hände von radikalen Islamisten fallen könnten. Rhodes zufolge hat neben dem Einsatz von Chemiewaffen auch die zunehmende Verwicklung der libanesischen Hisbollah-Miliz und des Irans in den Syrien-Konflikt die Sicht auf den Bürgerkrieg verändert.

Republikaner fordern Entschlossenheit

Die Republikaner forderten Obama zum sofortigen Handeln auf. "Die rote Linie des Präsidenten ist überschritten worden", teilten die republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham in einer Stellungnahme mit. "Die Glaubwürdigkeit der USA steht auf dem Spiel." Es sei nun "Zeit für entschlossenere Aktionen". McCain, der bei den Präsidentschaftswahlen 2008 gegen Obama unterlag, forderte "schwere Waffen, und zwar solche, die auf Panzerangriffe antworten können und Boden-Luft-Raketen, die den Luftraum sichern."

Anfang Juni hatte bereits Frankreichs Regierung mitgeteilt, Gewissheit über einen Giftgas-Einsatz des Assad-Regimes zu haben. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen in dem Bürgerkrieg als rote Linie bezeichnet und dem Assad-Regime für die Überschreitung Konsequenzen angedroht. Bisher waren lediglich Hinweise auf einen Giftgas-Einsatz vorhanden, keine Beweise.Zudem war auch den Rebellen der Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen worden. Dieser ist laut internationalen Abkommen ein unter Strafe stehendes Kriegsverbrechen.

Was sind Chemiewaffen?

Unter chemischen Waffen werden Substanzen zusammengefasst, die zur Tötung oder Verletzung von Menschen eingesetzt werden.

In der Chemiewaffenkonvention werden zudem die zur Produktion verwendeten Vorgängerstoffe und die Verteilungsgeräte (Granaten, Raketen oder Sprühvorrichtungen) zu den chemischen Waffen gezählt.

Mit der Konvention einigten sich die Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen am 29. April 1997 darauf, alle weltweit vorhandenen chemischen Waffen zu vernichten und auch deren Produktion zu stoppen. Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag kontrolliert die Umsetzung des Abrüstungsabkommens.

Wirkung

Lungenkampfstoffe wie Chlor, Phosgen, Diphosgen und Chlorpikrin greifen die Lunge an und beeinträchtigen dadurch die Sauerstoffzufuhr des Körpers, was zum Tod führen kann.

Blutkampfstoffe, zu denen Cyanwasserstoff, Arsenwasserstoff und Chlorcyan zählen, greifen Blutzellen an und hindern sie, die Organe mit Sauerstoff zu versorgen.

Hautkampfstoffe wie zum Beispiel Schwefellost (Senfgas), Stickstofflost, Lewisit und Phosgenoxim töten Hautzellen ab und können je nach Größe der betroffenen Fläche zu schweren Verletzungen führen.

Nervenkampfstoffe wie Diisopropylfluorophosphat, Sarin, Tabun, VX und Soman hemmen ein Enzym des menschlichen Nervensystems und bewirken, dass die Muskeln der Betroffenen dauerhaft verkrampfen.

Psychokampfstoffe versetzen die Betroffenen in Rauschzustände, sodass sie vorübergehend kampfunfähig werden. Beispiele sind Lysergsäurediethylamid (LSD) und Benzilsäureester (BZ).

Zu den Augenkampfstoffen zählen alle Chemikalien, die die Augen reizen oder verletzen. Beispiele sind Benzylbromid, Xylylbromid oder Chloraceton.

Nasen- und Rachenkampfstoffe wie Adamsit, Diphenylarsinchlorid oder Diphenylarsincyanid reizen die Schleimhäute der oberen Atemwege und setzen den Betroffenen vorübergehend außer Gefecht. Tödlich wirken sie in der Regel nicht.

Bestände in Syrien

Laut dem Institut für Strategische Studien (IISS) in London hat Syrien das größte Waffenarsenal im Mittleren Osten. Seit den 1970er Jahren soll Syrien große Mengen an Chemiewaffen produziert haben, darunter Senfgas, Sarin und das Nervengift VX

Im März 2013 warfen sich syrische Truppen und Aufständische gegenseitig vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Mindestens 25 Menschen sollen dabei getötet worden sein.

Auch die USA haben inzwischen Hinweise darauf, dass in Syrien Chemiewaffen eingesetzt wurden. US-Geheimdienste haben Blutproben mehrerer Syrier auf Spuren chemischer Waffen untersucht und Abbauprodukte des Nervengases Sarin gefunden. 

Sarin

Sarin ist eine geruch- und farblose Phosphorverbindung und zählt zu den giftigsten Kampfstoffen, die je hergestellt wurden. Der Stoff kann durch Einatmen und über die Haut in den Körper gelangen und kann schon bei einer Menge von einem Milligramm in Minuten zu Atemlähmung und Herzstillstand führen.

Das Gas wurde Ende der 1930er Jahre von dem deutschen Chemiker Gerhard Schrader bei IG Farben als Insektenvernichtungsmittel entwickelt und im Zweiten Weltkrieg als Kampfstoff produziert, jedoch nicht eingesetzt. In den 1980er Jahren setzte es der irakische Diktator Saddam Hussein im Krieg gegen den Iran ein. Zudem soll es Chiles Diktator Augusto Pinochet gegen Oppositionelle benutzt haben. 1995 setzte es auch die japanische Aum-Sekte bei ihrem tödlichen Angriff in der U-Bahn in Tokio ein. Noch immer sollen viele Länder das Gift in ihren Waffenarsenalen haben. 

Im April hatte die US-Regierung den Kongress erstmals über ernstzunehmende Hinweise auf den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien informiert, unter anderem Sarin-Gas sei nachgewiesen worden. Anfang Juni bestätigten die Vereinten Nationen den Verdacht: Es gebe hinreichende Hinweise, dass mindestens vier Mal chemische Waffen eingesetzt worden seien.

Bei den Kämpfen zwischen Assads Armee und den Rebellen sind seit März 2011 nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen mindestens 93.000 Menschen getötet worden.

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Leserkommentare
  1. Die Obama-Administration hat sich sehr viel Zeit gelassen, um wohl wie ich vermute gewissenhaft nachzuprüfen, wer was wie wo eingesetzt hat. Man wollte das Irak-Desaster nicht wiederholen.

    Es wäre ein Segen, wenn die USA sich wirklich entschließen sollten, die Rebellen zu unterstützen.

    10 Leserempfehlungen
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    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare und verzichten auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls

    Es gibt es treffendes Stcihwort: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, geschweige denn jemandem, dessen Kriegs-Lügen vom Tongking-Zwischenfall über die Babys in Kuwait bis hin zu den Chemiewaffenlaboren im Irak reichen.

    In diesem Fall ist die Lüge keine Vermutung, sondern angesichts der Aussagen von Frau Del Ponte, die die Rebellen beschuldigte, bevor sie zurückgepfiffen wurde, fast 100% ige Gewißheit. Im Gegensatz zu den Rebellen hatte Assad nichts zu gewinnen, wenn er Chemiewaffen einsetzt, was die Armee militärisch auch gar nicht nötig hat.

    Der einzige Grund für das Vorpreschen der USA ist m. E. die militärische Niederlage der Rebellen, die mit aller Macht verhindert werden muß. und wenn Millionen Syrer am Ende dabei getötet und/oder vertrieben werden.

    Wer eine solche brutale und menschenverachtende Politik gutheißt, disqualifiziert sich selbst.

    "Die Obama-Administration hat sich sehr viel Zeit gelassen, um wohl wie ich vermute gewissenhaft nachzuprüfen, wer was wie wo eingesetzt hat"

    dann bitteschoen die Beweise fuer uns alle auf den Tisch....denke wir werden lange darauf warten

    Die USA machen jetzt das offiziel, was sie seit langen machen

    Als Pro-Assad-Forist.

    Die Vereinigten Staaten von Amerika werden also unter Führung ihres Friedensnobelpreisträgers in einem weiteren Staat auf dieser schönen Welt für Ordnung sorgen.

    Man hat diesbezüglich ja Erfahrung, als Referenzen können Vietnam, Irak und Afghanistan angeführt werden.

    Natürlich geschieht das alles im Namen von Menschlichkeit, Menschenrechten, Freiheit, Demokratie und und und.

    Und ich kann dagegen nichts machen.

    Ich kann nur meiner tiefen Verachtung für diesen Präsidenten Ausdruck verleihen.

    Wenigstens so lange, bis dieses Posting gestrichen wird, wahrscheinlich wegen Mangels an Sachlichkeit.

    Gleich vorneweg: Ich bin kein Feind der USA! Es handelt sich aber um eine Grossmacht, und als solche handelt sie, muss sie anders handeln als zum Beispiel Luxemburg. Aber: Die Gemengelage in Syrien, im ganzen Nahen Osten, ist komplex, unübersichtlich und von gegenläufigen Interessen geprägt. Assad ist wirklich kein Sonntagsschüler, aber immerhin ein weltlich orientierter Machthaber. In dessen Machtbereich konnten Muslime aller Schattierungen, Christen und Juden, mehr oder weniger friedlich zusammenleben. Die USA und der ganze, "friedensbemühte" Westen müssen aufpassen, dass sie an ihrem Busen keine Schlange nähren. Plötzlich leiden wir alle unter einem zweiten "Taliban-Syndrom". Und was passiert, wenn die Russen munter Assad aufrüsten und der Westen das Gleiche mit den "Rebellen" macht? Nicht vergessen: Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst! Ihr wurde weltweit noch kein Denkmal errichtet.

    • pakZ
    • 14. Juni 2013 8:21 Uhr

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten an der Diskussion. Danke, die Redaktion/ls

    • SvKi
    • 14. Juni 2013 8:24 Uhr

    http://de.wikipedia.org/w...

    Schauen Sie mal unter dem Punkt "Kritik und Entkräftung der angegebenen Kriegsgründe" und überdenken Sie ihren Beitrag nochmal!!!

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich in einem angemessenen Tonfall. Danke, die Redaktion/ls

    Ja, ein Segen für die amerikanische Rüstungsindustrie.

    Je mehr Waffen in dieses Land geschafft werden, desto weiter entfernt es sich von einer stabilen politischen Lage mit einer gemäßigten Regierung oder gar Demokratie.
    Letztendlich werden radikale Kräfte profitieren, auch wenn man sich bemüht, nur an "moderate Rebellen" zu liefern.

    Entfernt. Bitte beteiligen Sie sich mit sachlichen Argumenten. Danke, die Redaktion/ls

    "Es wäre ein Segen, wenn die USA sich wirklich entschließen sollten, die Rebellen zu unterstützen."

    Nur, wenn man eine Verlängerung des Krieges als "Segen" betrachtet.

    Sorry, aber mehr muss man zu Ihrem Kommentar wirklich nicht sagen!

    Evtl. sollten Sie ihre Vermutungen mal hinterfragen und auf Wahrscheinlichkeit überprüfen...

    Gedächtnis-Stützen:

    Was sagte Frau Del Ponte zu den Vorwürfen?
    Kann die UN-Kommission den Einsatz Assad zuordnen? Warum nicht?
    Wenn die US-Dienste weitere "Beweise" haben, warum legen sie diese nicht der Öffentlichkeit vor?

    Wenn Sie scharf und unvoreingenommen nachdenken, fallen Ihnen noch ca. 10 Millionen Gründe ein, die USA der Lüge zu verdächtigen...

    Die Bewiese werden ja nicht vorgelegt, und dürfan leider auch nicht an die Öffentlichkeit kommen.

    Und das mit den moderaten Rebellen gruppen hat man doch schon ma in Afganistahn versucht wo man den Tabiban Waffen gegen die Soviet Besatzung gelifert hatte weil die Taliban ja moderat sind und nicht extrem ..... und im Irak hat man ja auch nur moderate Bewaffnet ....... und in Peru auch ..... und in ....... u.s.w

    Mal sehen ob man dieses mal den Begriff "moderat" mal anders übersetzt als "Die die klug genug sind uns nicht gradlinig ins Gesicht zu sagen das sie uns nicht leiden können."

    Ansonsten würd ich wirklich gern man diese Geweise sehen van denen immer gesprochen wird, da war nähmlich was mit dem Irak wo man auch immer nur von Beweisen gesprochen hat, und sogar mal Luftfotos veröffentlicht hat.

  2. Seit mehreren Monaten suchen die USA nach einen Vorwand, Syrien zu ihrem Protektorat hinzuzufügen. Es reicht den Amerikanern schon lange nicht mehr, Syrien nur zum Foltern von Gefangenen zu nutzen. Und auch der russische Einfluss in der Region stört natürlich die USA in ihren Weltmachtsplänen.
    Was jedoch immer fehlte, war ein passender Vorwand. Doch nun - nachdem sich das Blatt zudem zu Gunsten Assads wendet - ist endlich ein Vorwand gefunden. Und natürlich sind es wieder die Massenvernichtungswaffen.
    Da muss man sich fragen: Erwarten die USA wirklich, dass man ihre Lügen auch nach dem Kriegsverbrechen im Irak noch immer glaubt? Nein - es ist ihnen einfach egal. Die Amerikaner setzen einfach darauf, alle Informationen und vorallem jene Daten, die später zur Geschichtsschreibung dienen, kontrollieren und manipulieren zu können. Was die Menschen heute glauben - ob es nun Amerikaner sind oder nicht - interessiert die US-Regierung nicht im Ansatz.
    Demokratie ist den USA kein Wert, sondern nur ein Vorwand, um Krieg führen zu können und dumme Regierungen - wir können gespannt sein, was Merkel dazu sagt - zum Kriegsdienst zu pressen.

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    reflexhafter Anti-Amerikanismus hilft in der Sache nicht weiter.

    Es ist schon abenteuerlich, wie laienhaft der syrische Bürgerkrieg mit dem Präventivkrieg der USA gegen den Irak verglichen wird. Die USA haben doch bislang stets versucht, sich aus dem Bürgerkrieg heraus zu halten. Das Regime massakriert die Protestbewegung, die friedlich auf den Straßen in Syrien begann, und musste bislang auf jegliche Hilfe von uns verzichten. Wir sollten vielmehr auch in Deutschland überlegen, ob wir das höchste Gut unseres Daseins (Freiheit) in der Welt versuchen zu unterstützen.
    Im Übrigen entzieht es sich anscheinend Ihrer Kenntnis, Herr Schulze, dass Frankreich und Großbritannien schon länger einen Giftgas Einsatz durch das Assad Regime als erwiesen ansehen. Deswegen legen Sie Ihre perfide USA Erweiterungsstrategie beiseite und unterstützen sie die freiheitlichen Bestrebungen in Syrien!

    Ihre Behauptung, es handle sich bei den Aufständischen um friedlich demonstrierende Bürger.

    Öffnen Sie Ihre Augen, und/oder legen Sie ihre Scheuklappen ab!

    In Syrien kämpft ein undurchsichtiges Konglomerat aus Gotteskriegern, Djihadisten, Söldnern und weiß der Geier wer noch alles.

    Finanziert größtenteils von Riad und Doha!

    Finden Sie es wirklich gut, daß der Westen (zum wievielten mal eigentlich...?) Terroristen mit Waffen versorgt?

    Nur für einen kurzfristigen geostrategischen Efolg/Vorteil?

    Wann in der Vergangenheit hat das schon jemals längerfristig funktioniert?

    Missverstehen Sie mich nicht - Assad ist sicher meilenweit von dem entfernt, was m,an einen "feinen Kerl" nennt.
    Aber er ist definitiv das kleinere Übel in Syrien!

    Gerade kam die Meldung rein. Russland bezichtigt die USA der Lüge, die Sache mit dem Giftgas sei genauso fabriziert wie im Irak. Traurig in welcher Gesellschaft sich viele Foristen hier befinden, 69 Likes für Verschwörungstheorien.

    Ist das der Preis für unseren Pazifismus? Diktatoren beim Morden zuschauen?

    Danke für ihre neutrale, objektive und aktuelle Sicht auf die USA. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, ist ja ein tolles Prinzip für politische Meinungsbildung...

    • JonnyT
    • 14. Juni 2013 11:34 Uhr

    Sie haben vollkommen Recht.

    Diese allergische Reaktion auf alles, was aus den USA kommt, kann ich beim besten Willen nicht nachvollziehen. Seit Monaten plädieren Engländer und Franzossen für eine militärische Unterstützung der Rebellen in Syrien, wobei eine direkte Intervention durch die Präsenz der eigenen Truppe vor Ort nicht auszuschliessen wäre. Diese zwei "Grande" Nationen sind sogar soweit gegangen, dass sie ein Verbot über die Waffenlieferung der EU an die Rebellen blockiert haben. Die Aufregung war bei weitem nicht so groß, wie sie jetzt ist, wo die Amerikaner das Gleiche verlangern.

    Es wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Einfach unglaublich!

    Dieser Waffengang der Freunde Syriens gegen das legetime Assad-Regime war schon von langer Hand geplant.Man versucht uns durch plumpe Täuschung-hinter die -Fichte zu führen-während Frankreich und UK voll mittrommeln ,Israel mehr im Hintergrund agiert,setzt nun Obama seine -Kriegsmaschinerie- über Jordanien ein ? Als Vasallen dieser Kriegstreiber haben wir Deutsche ja schon im Vorhinein Pariot-Raketen in der Türkei stationiert,aus Bündnisgründen ?Intressant dazu auch das Interview des ehemaligen franz. Aussenministers Dumaz,der das bestätigt ,was viele schon lange vermuten .http://cooptv.wordpress.c...

  3. ...wiederholt darauf hingewiesen, dass auch die Aufständischen im Besitz von Giftgas seien und die Kampfstoffe womöglich eingesetzt haben."

    An den Erkenntnissen von Experten sind die amerikanischen Kriegstreiber doch am allerwenigsten interessiert.

    62 Leserempfehlungen
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    SPON meldet, die US-Regierung "habe auch Russland, das Assad unterstützt, diese Beweise zugänglich gemacht". http://www.spiegel.de/pol...

    Man kann jetzt wirklich gespannt auf die Bewertung dieser Beweise durch Russland sein.

    Würden die Russen den Amerikanern tatsächlich zustimmen und bestätigen, Assad habe C-Waffen eingestzt, dann wäre das äußerst bemerkenswert. , Selbst ein evtl. nur begrenzeter Einsatz der US-Armee, würde bereits eine bedeutende Eskalation des Krieges bedeuten und sich auch kaum mehr vermeiden lassen. Wenn sie die Beweise der Amerikaner aber zurückweisen, dann könnze ein direktes (nicht nur aus Waffenleiferungen bestehendes) Eingreifen der USA ein geopolitische sehr gewagtes Unternehmen werden.

    Es wird also nun interessant. Einen "proxy war" zwischen den USA und Russland scheint inzwischen nicht mehr ganz ausgeschlossen. Hat es ja auch schon lange nicht mehr gegeben.

    • toyak2
    • 14. Juni 2013 10:25 Uhr

    berichtete vor kurzem, dass 12 Personen Nahe der Grenze zur Syrien festgenommen wurden, die der al Nusra Front gehören. Bei der Durchsuchung wurden 2 kg Giftgas-Sarin beschlagnahmt.
    Von den 12 festgenommenen wurden 5 in Untersuchungshaft genommen. Nun wird uns so etwas vorenthalten. Die Experten dürfte davon gehört haben oder?

    http://www.zaman.com.tr/g...

    ...wäre ein Hauptgrund für eine Intervention in Syrien, da die Regierung einerseits selbst Giftgas einsetzt, andererseits, was vielleicht noch viel gefährlicher ist, nicht mehr über die Kontrolle über alle seine Waffen verfügt. Bloße Waffenlieferungen werden wohl nicht die einzigen Schritte bleiben.

  4. reflexhafter Anti-Amerikanismus hilft in der Sache nicht weiter.

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    Der Vorwurf des Antiamerikanismus ist seit jeher ein Zeichen der Argumentationslosigkeit und des Wunsches, als Todschlagsargument Meinungsäußerungen zu diskreditieren und Fakten zu leugnen.
    Als die Amerikaner bezüglich der Massenvernichtungswaffen logen, wurde versucht, das Benennen der Lüge als Antiamerikanismus zu verunglimpfen. Heute ist die Lüge belegt. Als die ersten Berichte von den Folterungen der Amerikaner auftauchten, wurden diese als Antiamerikanismus diffamiert. Heute sind die Folterungen bewiesen. Als den Amerikanern Kriegsverbrechen in Haditha vorgeworfen wurden, wurde auch das als Antiamerikanismus bezeichnet. Heute sind auch diese Verbrechen belegt.
    In so fern: Danke für diese Unterstellung. Einen besseren Hinweis darauf, dass ich richtig liege, gibt es kaum.

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf Polemik. Danke, die Redaktion/ls

    Dank des offensichtlichen Anti-Amerikanismus kann man zumindest schnell erkennen, dass die Argumentation völlig unsubstantiiert ist.

    "Die Amis sind zwanghafte Lügner, foltern immer, fälschen alle Geheimdienstinformationen, etc" - Danke, auf solche zementierten und vereinfachten Weltbilder kann ich gut verzichten.

    Wieso hat der @peterschulze Kommentar so viele Empfehlungen? Ami-Bashing liegt im Trend und kommt auch ohne Fakten gut an...

    Entfernt. Bitte beachten Sie das konkrete Artikelthema. Danke, die Redaktion/ls

  5. 5. [...]

    Entfernt. Bitte verfassen Sie differenzierte Kommentare und verzichten auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/ls

    28 Leserempfehlungen
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    • eras
    • 14. Juni 2013 1:28 Uhr

    "Jeder Mensch weiß, dass die Amerikaner lügen."

    Ja, und wir wissen auch dass DER Russe...

    Ich hatte gehofft, derart stumpfe Aussagen wären mit einer der letzten Generationen ausgestorben.

    • Mesa
    • 14. Juni 2013 0:39 Uhr

    an den Vorabend des Irakkrieg von 2003? Zeigt man uns diese Woche dann wieder Satellitenbilder von angeblichen Chemielabors in Syrien, wie damals Colin Powell?

    Und was ist mit der Nachricht, dass die Türkei vor einigen Wochen das genannte Sarin-Gas im Haus von syrischen Rebellen gefunden hat?

    Abgesehen davon, dass die ganze Sache stinkt, ist eine weitere Eskalation in Syrien kaum wünschenswert. Aber die USA haben die Friedenskonferenzen ja auch abgelehnt, also wen wunderts?

    42 Leserempfehlungen
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    6."Abgesehen davon, dass die ganze Sache stinkt, ist eine weitere Eskalation in Syrien kaum wünschenswert."

    ja,es stinkt,aber es stinkt dort schon lange uns extrem gewaltig,jetzt "stinkt " obama halt mit.Oder sollte er versuchen dort wo es gewaltig stinkt,einen feinen Duft zu versprühen!
    War immer gegen Obama,aber Caine würde das gleiche machen so what.
    Mit tun jetzt schon die USA Soldaten von Herzen leid,die da verbraten werden,
    aber ich habe nichts zu melden.

  6. sie wissen nicht was das für Tragweiten für die Zunkunft hat, aber das können sie dann mit großer Wollust beobachten. Den der Gute Weg ist es die "Rebellen" zu unterstützen. Afghanistan lässt grüßen. Ich bete für den Großteil der Syrer!

    24 Leserempfehlungen
  7. Ich bin gespannt auf die Präsentation der Beweise im UN-Sicherheitsrat, die Messlatte wurde bei der Begründung des Einsatzes gegen Sadam Hussein vorgegeben.

    Bis dahin lohnt sich keine weitere Spekulation über die Sachverhalte; sollte die US-Administration allerdings auf eine solche Beweisführung vor der UNO verzichten, würde das Urteil über Friedensnobelpreisträger Obama endgültig zu fällen sein.

    23 Leserempfehlungen
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    werden doch in der Syrien-Frage von Anbeginn an mißachtet:
    Was offensichtlich niemanden interessiert: Waffenlieferungen an Aufständische in einem Bürgerkrieg sind laut Völkerrecht eindeutig illegal. Zudem bestimmt der vor kurzem von der UNO vereinbarte Vertrag über den internationalen Waffenhandel, daß solche Lieferungen an nichtstaatliche Akteure unzulässig sind, wenn sie ohne Zustimmung des Staates erfolgen, auf dessen Territorium sich diese Akteure bewegen. Großbritannien war einer der EU-Mitglieder, der diesen Vertrag angestoßen hat.
    Noch reichen die Konstruktionen eines Chemiewaffeneinsatzes nicht aus, der Öffentlichkeit eine Intervention in Syrien plausibel zu machen. Zu frisch sind die Erinnerungen an das Debakel Powells im März 2003 vor dem Irak-Krieg. Doch man bastelt intensiv an einem solchen Szenario. Auch dabei kümmert man sich nicht um das Völkerrecht, welches auch bei einem Einsatz dieser Waffen im Bürgerkrieg – so furchtbar seine Wirkungen auch wären – keinem Staat eine militärische Intervention erlaubt, es sei denn, der UN-Sicherheitsrat hätte dafür ein Mandat gegeben."
    Aber ich denke es ist klar was passiert, wenn dieser die präasentierten "Beweise" nicht akzeptiert...
    http://www.jungewelt.de/2...

    Hier wird schon wieder vor vollendete Tatsachen gestellt.
    SELBST WENN, Assad Giftgas eingesetzt haben sollte, wer gibt den USA denn dann bitte das Recht dort Waffen im grossen Umfang einzubringen und sich dort einzumischen?
    Das ist Sache der UNO, vielleicht der arabischen Staatengemeinschaft, aber sicher NICHT der USA!
    Obama sollte sich nicht von innenpolitischen Gekluengel peitschen lassen, sondern das nach Bush wieder halbwegs gestiegene internationale Ansehen nicht einfach wieder mit einer vollkommen ungerechtfertigten Aktion in den Dreck fahren.
    Assad begeht KEINEN Voelkermord, wenn das Kriterium fuer militaerische Intervention ist, dass man mit Panzern auf Zivilisten schiesst, ist Saudi Arabien die erst Adresse!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, cw, tis
  • Schlagworte Barack Obama | CIA | Vereinte Nationen | John McCain | Bürgerkrieg | Geheimdienst
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