Syrienkrieg : USA sehen rote Linie überschritten

US-Präsident Obama hat keinen Zweifel mehr daran, dass das Assad-Regime Giftgas eingesetzt hat. Seine Regierung kündigte Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen an.
Menschen fliehen nach einem Angriff in der Provinz Raqqa, Syrien. © Nour Fourat/Reuters

Die USA haben lange gezögert, doch jetzt sind sie sich sicher: Das syrische Regime von Präsident Baschar al-Assad hat tödliche Giftgase gegen die Bevölkerung eingesetzt. US-Präsident Barack Obama werde die Rebellen fortan militärisch unterstützen, sagte der stellvertretende Sicherheitsberater des Weißen Hauses, Ben Rhodes. "Nach intensiven Untersuchungen geht unser Geheimdienst davon aus, dass das Regime von Machthaber Baschar al-Assad chemische Waffen, darunter das Nervengas Sarin, eingesetzt hat", sagte Rhodes. Bei mehreren Angriffen seien zwischen 100 und 150 Menschen getötet worden.  

Der Kongress sei darüber informiert worden. Die USA hätten bereits ihre Unterstützung der Opposition in Syrien verstärkt – sowohl politisch wie auch militärisch, sagte er. Die Bewaffnung von Rebellen und die Einrichtung einer Flugverbotszone schloss Rhodes nicht aus. "Den Vereinigten Staaten und der internationalen Gemeinschaft stehen eine Reihe von rechtlichen, finanziellen, diplomatischen und militärischen Antworten zur Verfügung", sagte er. Die USA würden sich darüber mit ihren Verbündeten wie Frankreich und Großbritannien beraten.

Nach Informationen des Wall Street Journal hat Obama bereits erste Waffenlieferungen an "moderate Rebellen" genehmigt. Der Geheimdienst CIA sei mit der Koordinierung der Unterstützung beauftragt worden.

Bislang war die US-Regierung vor einer direkten Unterstützung der Rebellen zurückgeschreckt, weil sie fürchtete, dass die Waffen in die Hände von radikalen Islamisten fallen könnten. Rhodes zufolge hat neben dem Einsatz von Chemiewaffen auch die zunehmende Verwicklung der libanesischen Hisbollah-Miliz und des Irans in den Syrien-Konflikt die Sicht auf den Bürgerkrieg verändert.

Republikaner fordern Entschlossenheit

Die Republikaner forderten Obama zum sofortigen Handeln auf. "Die rote Linie des Präsidenten ist überschritten worden", teilten die republikanischen Senatoren John McCain und Lindsey Graham in einer Stellungnahme mit. "Die Glaubwürdigkeit der USA steht auf dem Spiel." Es sei nun "Zeit für entschlossenere Aktionen". McCain, der bei den Präsidentschaftswahlen 2008 gegen Obama unterlag, forderte "schwere Waffen, und zwar solche, die auf Panzerangriffe antworten können und Boden-Luft-Raketen, die den Luftraum sichern."

Anfang Juni hatte bereits Frankreichs Regierung mitgeteilt, Gewissheit über einen Giftgas-Einsatz des Assad-Regimes zu haben. US-Präsident Barack Obama hatte den Einsatz von Chemiewaffen in dem Bürgerkrieg als rote Linie bezeichnet und dem Assad-Regime für die Überschreitung Konsequenzen angedroht. Bisher waren lediglich Hinweise auf einen Giftgas-Einsatz vorhanden, keine Beweise.Zudem war auch den Rebellen der Einsatz von Chemiewaffen vorgeworfen worden. Dieser ist laut internationalen Abkommen ein unter Strafe stehendes Kriegsverbrechen.

Im April hatte die US-Regierung den Kongress erstmals über ernstzunehmende Hinweise auf den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien informiert, unter anderem Sarin-Gas sei nachgewiesen worden. Anfang Juni bestätigten die Vereinten Nationen den Verdacht: Es gebe hinreichende Hinweise, dass mindestens vier Mal chemische Waffen eingesetzt worden seien.

Bei den Kämpfen zwischen Assads Armee und den Rebellen sind seit März 2011 nach neuesten Angaben der Vereinten Nationen mindestens 93.000 Menschen getötet worden.

Verlagsangebot

Die Macht der Vorurteile

Vorurteile prägen unseren Alltag. Woher sie kommen. Wem sie nützen. Und warum man sie so schwer loswird. Jetzt in der neuen ZEIT.

Hier lesen

Kommentare

305 Kommentare Seite 1 von 34 Kommentieren

Warten wir mal ab

Die Bewiese werden ja nicht vorgelegt, und dürfan leider auch nicht an die Öffentlichkeit kommen.

Und das mit den moderaten Rebellen gruppen hat man doch schon ma in Afganistahn versucht wo man den Tabiban Waffen gegen die Soviet Besatzung gelifert hatte weil die Taliban ja moderat sind und nicht extrem ..... und im Irak hat man ja auch nur moderate Bewaffnet ....... und in Peru auch ..... und in ....... u.s.w

Mal sehen ob man dieses mal den Begriff "moderat" mal anders übersetzt als "Die die klug genug sind uns nicht gradlinig ins Gesicht zu sagen das sie uns nicht leiden können."

Ansonsten würd ich wirklich gern man diese Geweise sehen van denen immer gesprochen wird, da war nähmlich was mit dem Irak wo man auch immer nur von Beweisen gesprochen hat, und sogar mal Luftfotos veröffentlicht hat.

Massenvernichtungswaffen...

...sie verwechseln da etwas. Während Bush im Irak einen Kriegsgrund suchte, man damals sogar in der deutschen Presse schon ver dem Angriff lesen konnte, dass die Berichte über irakische Massenvernichtungswaffen nach BND Einschätzung Fälschung sind; war es Obamas Ziel in Syrien nicht einzugreifen zu müssen. Er mischt sich jetzt zögelich nach monatelanger Prüfung ein.

Die jetzigen Berichte halte ich für glaubwürdig, an die Massenvernichtungswaffen im hat jeder der damals vor dem Beginn des Irakkriegs Spiegel online gelesen hat nicht wirklich glauben können.

Und Sie waren natürlich bei jeder entscheidenden....

Sitzung im White House mit dabei. Es scheint so zu sein dass man hierzulande immer noch gerne Andere ohne Beweise aburteilt um sich in der eigenen Gruppe gegenseitig zu versichern. Da ist mir die aufgesetzte Höflichkeit der Amis doch lieber. Wenigstens scheint es so zu sein, dass Deutsche heute oft mit der selben gedanklichen Enge für Pazifismus argumentieren wie früher für Krieg. Immerhin, ein Fortschritt.

Sinnlos

"Unter Pazifismus (von lat. pax, „Frieden“, und facere, „machen, tun“) versteht man im weitesten Sinne eine ethische Grundhaltung, die den Krieg prinzipiell ablehnt und danach strebt, bewaffnete Konflikte zu vermeiden, zu verhindern und die Bedingungen für dauerhaften Frieden zu schaffen"

Mir ihr auch schon klar das eine Gemeinschaft wehrhaft sein muss, wenn es die Umstände verlangen. Die Grundlegende Frage ist ob die Maßnahmen welche hier ergriffen werden grundlegend dafür geeignet sind um das Blutvergiessen in Syrien zu beenden und nach der Beendigung zu einem dauerhaften Frieden führen. Aufgrund der Erfahrungen im Irak, Afghanistan, Lybien wo im selben Mass gehandelt worden ist hierbei doch Zweifel angebracht. Merke. Wenn ich zig mal den selben Mist versuche und jedes Mal scheitere so ist es ratsam es vielleicht einmal anders zu versuchen anstelle es das nächste mal genauso falsch zu machen.

Da Ihnen aber offensichtlich völlig unklar ist worum es den meisten Foristen hier geht, wage ich zu bezweifeln ob eine weitere Diskussion noch irgendetwas bringt.

Augenmaß

"Da es uns nach all den Jahrtausenden noch gibt, muss sich unser Verhalten irgendwo in der Mitte eingependelt haben, man wird nur agressiv wenn man sich angegriffen fühlt, aus welchen subjektiven Gründen auch immer. Eine solche Grauzone benötigt viel Augenmaß und Verantwortungsgefühl. Und Pazifisten wettern lieber als genau diese Verantwortung zu übernehmen."

Im Menschen als - zoologisch gesprochen - in Horden auftretender tagaktiver Steppenaffe befinden sich immer zwei Komponenten. Einerseits suchen wir Schutz vor äußerer Gewalt und schließen uns deshalb zu Horden, Stämmen, Völkern oder Staaten zusammen, aber andererseits sind wir innerhalb dieser Ordnung auch immer bemüht, weiter aufzusteigen.

Gewalt setzt man dementsprechend nicht nur passiv ein, wenn man sich bedroht sieht, sondern auch aktiv, um eigene Ziele zu erreichen. Biete ich Menschen keine anderen Handlungsmöglichkeiten an, muss ich mich nicht wundern, dass sie sich letztlich menschlich verhalten.

Ich vergass

Kleine Anmerkung noch am Rande. Es ist natürlich auch taktisch klug von Ihnen sich immer nur punktuell einen einzigen Satz aus einem Text rauszupicken, diesen dann versuchen zu wiederlegen, und den Rest dann komplett auszublenden. Ist Ihnen ja auch schön gelungen, indem Sie versuchen mir hier zu erklären warum Pazifismus ja murks ist, obwohl ich diesen Text nur am Rande und am Ende eingefügt habe. Die restlichen Punkte meines Textes haben Sie clevererweise ausgeblendet, warum wohl ?