Syriens Präsident Baschar al-Assad am 17. Juni 2013 während eines Interviews in Damaskus © Sana/Reuters

Der syrische Präsident Baschar al-Assad hat den Sturz des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi als das Ende des "politischen Islams" bezeichnet. Assad sagte in einem Interview mit der syrischen Zeitung Al Thawra, die Ägypter hätten die "Lügen" der Muslimbruderschaft aufgedeckt.

"Was in Ägypten passiert ist, ist der Sturz des sogenannten politischen Islams", erklärte Assad in dem auf der Facebook-Seite des Präsidialamts veröffentlichten Interview. "Das ist das Schicksal eines jeden in der Welt, der versucht, Religion für politische oder Gruppeninteressen zu benutzen."

Vor dem Militärcoup am Mittwoch hatte die syrische Regierung Mursi zum Rücktritt aufgefordert. Ägypten könne die Krise nur überwinden, wenn Mursi akzeptiere, dass die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung ihn ablehne, sagte Informationsminister Omran al-Subi. Die Muslimbruderschaft sei eine terroristische Organisation und ein "Werkzeug der USA".

Mursi hatte Syrien verärgert, als er im Juni die ägyptische Botschaft in der syrischen Hauptstadt Damaskus schloss. Zuvor hatte er einen Kriegsverbrecherprozess gegen Assad gefordert. Der syrische Präsident ist im eigenen Land selbst mit einem Aufstand gegen seine Herrschaft konfrontiert.