Italiens erste schwarze Ministerin, Cécile Kyenge, ist Ziel eines rassistisch motivierten Angriffs geworden. Während einer Rede auf einer Parteikundgebung in Cervia wurden Bananen in ihre Richtung geworfen. Die in der Demokratischen Republik Kongo geborene Politikerin nannte den Angriff einen traurigen Zwischenfall und eine Verschwendung von Lebensmitteln.

Die Ministerin für Integration plant, die Einwanderung in Italien zu erleichtern. Das kritisieren vor allem Rechtsextreme und Nationalisten. Die rechte Bewegung Forza Nuova protestiert etwa gegen Kyenges Forderung, dass alle in Italien geborenen Menschen automatisch die italienische Staatsbürgerschaft erhalten sollen.

Am Rande der Veranstaltung in Cervia drapierten Anhänger der Rechtsextremen mit Kunstblut beschmierte Schaufensterpuppen. Auf Flugblättern schrieben sie: "Einwanderung tötet". Die Forza Nuova hatte mit diesem Slogan bereits auf Verbrechen reagiert, für die Einwanderer in Italien verantwortlich sein sollen.

Seit Kyenge im April zur Ministerin ernannt wurde, ist sie mehrfach Ziel rassistischer Beleidigungen geworden. Vor wenigen Tagen hatte Senatsvizepräsident Roberto Calderoli gesagt, der Anblick Kyenges erinnere ihn an einen Orang-Utan.

Kyenge sollte besser "in ihrem eigenen Land" Ministerin sein, sagte Calderoli. Erst nachdem er für seine Äußerung öffentlich kritisiert worden war, entschuldigte sich der Politiker der nationalistischen Partei Lega Nord bei der Ministerin.