Die im Oktober von radikalislamischen Taliban schwer verletzte pakistanische Schülerin Malala Yousafzai hat an ihrem 16. Geburtstag bei einer Jugendtagung der UN ihre erste öffentliche Rede gehalten. Führende Politiker der Welt sollten sich für eine Schulpflicht für jedes Kind einsetzen, forderte sie. "Ich stehe hier, um meine Stimme zu erheben für das Recht jedes einzelnen Kindes auf Bildung." Sie rief zu einem "globalen Kampf gegen Analphabetismus, Armut und Terrorismus" auf.

Malala hatte sich in ihrer Heimat, dem streng islamistischen Swat-Tal in Pakistan, bereits als Elfjährige für die Schulbildung von Mädchen eingesetzt, die dort nicht in die Schule gehen dürfen. Im Internet schrieb sie ein Blog für die BBC.  

Radikalislamistische Taliban hatten am 9. Oktober 2012 einen Schulbus überfallen und Malala in den Kopf geschossen, als "Warnung" an alle Mädchen. Malala wurde nach England in eine Spezialklinik geflogen und überlebte nur knapp. "Sie haben auch auf meine Freunde geschossen. Sie dachten, dass die Kugeln uns verstummen lassen würden, aber da liegen sie falsch", sagte sie in New York

Die UN hatten ihr zu Ehren den 12. Juli zum "Malala-Tag" ausgerufen. Für ihren Einsatz haben Abgeordnete aus Frankreich, Kanada und Norwegen die Schülerin außerdem für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. "Ein Preis für Malala wäre nicht nur zeitgemäß und passend in der Reihe der Preise für Vorkämpfer von Menschenrechten und Demokratie, sondern würde auch die Themen Kinder und Bildung auf die Tagesordnung setzen", sagte der Chef des Osloer Friedensforschungsinstituts, Kristian Berg Harpviken, im Februar. Wer die Auszeichnung bekommt, gibt das Nobelkomitee im Oktober bekannt.