Vereinte NationenMalala fordert Bildung für alle Kinder der Welt

An ihrem 16. Geburtstag hat die pakistanische Kinderrechtsaktivistin vor den UN gesprochen. Es war ihre erste Rede seit dem Tag, als ihr ein Taliban in den Kopf schoss.

Malala Yousafzai während ihrer ersten öffentlichen Rede vor der UN in New York City.

Malala Yousafzai während ihrer ersten öffentlichen Rede vor der UN in New York City.  |  © Andrew Burton/Getty Images

Die im Oktober von radikalislamischen Taliban schwer verletzte pakistanische Schülerin Malala Yousafzai hat an ihrem 16. Geburtstag bei einer Jugendtagung der UN ihre erste öffentliche Rede gehalten. Führende Politiker der Welt sollten sich für eine Schulpflicht für jedes Kind einsetzen, forderte sie. "Ich stehe hier, um meine Stimme zu erheben für das Recht jedes einzelnen Kindes auf Bildung." Sie rief zu einem "globalen Kampf gegen Analphabetismus, Armut und Terrorismus" auf.

Malala hatte sich in ihrer Heimat, dem streng islamistischen Swat-Tal in Pakistan, bereits als Elfjährige für die Schulbildung von Mädchen eingesetzt, die dort nicht in die Schule gehen dürfen. Im Internet schrieb sie ein Blog für die BBC.  

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Radikalislamistische Taliban hatten am 9. Oktober 2012 einen Schulbus überfallen und Malala in den Kopf geschossen, als "Warnung" an alle Mädchen. Malala wurde nach England in eine Spezialklinik geflogen und überlebte nur knapp. "Sie haben auch auf meine Freunde geschossen. Sie dachten, dass die Kugeln uns verstummen lassen würden, aber da liegen sie falsch", sagte sie in New York

Die UN hatten ihr zu Ehren den 12. Juli zum "Malala-Tag" ausgerufen. Für ihren Einsatz haben Abgeordnete aus Frankreich, Kanada und Norwegen die Schülerin außerdem für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen. "Ein Preis für Malala wäre nicht nur zeitgemäß und passend in der Reihe der Preise für Vorkämpfer von Menschenrechten und Demokratie, sondern würde auch die Themen Kinder und Bildung auf die Tagesordnung setzen", sagte der Chef des Osloer Friedensforschungsinstituts, Kristian Berg Harpviken, im Februar. Wer die Auszeichnung bekommt, gibt das Nobelkomitee im Oktober bekannt.    

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Leserkommentare
  1. sieren. Als ob sie in dem jungen Alter wüsste, was sie daherredet. In dem Alter ist man leicht manipulierbar. Und warum soll sie den Friedensnobelpreis bekommen?

    "Radikalislamistische Taliban hatten am 9. Oktober 2012 einen Schulbus überfallen und Malala in den Kopf geschossen, als "Warnung" an alle Mädchen."
    Ist es neuerdings ein Verdienst, Opfer einer Straftat zu werden, der den Friedensnobelpreis rechtfertigt? Bemerkenswert dümmliche Argumentation der "Abgeordneten aus Frankreich, Kanada und Norwegen", welche das fordern. Ich finde die UN abstoßend, sage ich ganz ehrlich. Wir brauchen keine Art Weltregierung wie diese.

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    • lufkin
    • 12. Juli 2013 18:47 Uhr

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ....
    Sei sollten sich vielleicht mal ein bisschen informieren, bevor Sie hier so einen Mist ablassen.
    Das Mädchen wurde attackiert, weil sie sich bereits vorher sehr für die Schulbildung für Mädchen einsetzte, obwohl die Taliban sie und ihren Familie bedroht haben (ihr Vater ist Lehrer und betreibt mehrere Schulen in der Region, in der Jungen und Mädchen unterrichtet werden).
    Sie wurde nicht nominiert weil sie angegriffen wurde, sondern weil ihr öffentliches Engagement den Taliban nicht passte, für dieses Engagement wurde sie nominiert.

    Sie sollten sich in Grund und Boden schämen, erst mal informieren und dann argumentieren

    Ich stimme Ihnen zu, widerliche Manipulation von Jugendlichen. Erinnert irgendwie an die 200%ige Übererfüllung der Jahrespläne in der späten DDR, als es bereits rapide bergab ging.
    Westliche Mächte führen seit Jahren Eroberungs- und Stellvertreterkriege im Nahen Osten, jeweils mit mehreren hunderttausend Toten, und dann kauft man sich ein unschuldiges Mädchen ein, um seine Weste rein zu waschen.
    Wieviele unschuldige Mädchen sind nach Drohnenangriffen in Pakistan jämmerlich verreckt, nur weil sie sich zufällig in der Nähe eines "mutmasslichen Terroristen" aufhielten? Von denen ist keines in Spezialkliniken in England behandelt worden.

    und das besonders heftig. Selten so einen unreflektierten, arrogant überheblichen Kommentar gelesen.
    Wenn man sich ein bisschen kundig macht, dann kann man und frau ganz leicht festellen, dass es immer wieder und in vielen unterschiedlichen Kulturkreisen sehr junge und überragende Persönlichkeiten gibt, vor denen sich viele Ältere eigentlich nur verstecken können. Und wenn von 100 Jugendlichen im entsprechenden Alter 99 mit entsprechenden Fähigkeiten manipuliert werden, dann gibt es eben eine, bei der das nicht der Fall ist.

    "Ist es neuerdings ein Verdienst, Opfer einer Straftat zu werden, der den Friedensnobelpreis rechtfertigt?"

    Warum ignorieren Sie die Aktivitäten des Mädchens seit ihrem 11. Lebensjahr?

    ...dass Sie das sechzehnte Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Liege ich da richtig? Sollte das der Fall sein, dann rate ich Ihnen zu einem geeigneten, geduldigen Mentor und zu politischer Bildung. Ich bin mir sicher, dass Ihre wilde Art zu kommentieren ein Teil Ihres Erwachsenwerdens ist. Erhalten Sie sich dieses Feuer, nur lernen Sie bitte es in geeignete Bahnen und Worte zu lenken. Abschließend -unabhängig von Ihrem Alter- noch eine Frage: Wer genau, aus Ihrer Sicht, instrumentalisiert die junge Frau, Malala Yousafzai, und zu welchem Zweck?

    Und zwar nicht hier, in einer der fairsten Demokratien auf der Erde, in denen Sie (noch! - siehe Sarrazin-Debatte nebenan, die anders abläuft als gewünscht/erwartet und jetzt "vorübergehend" geschlossen ist!) ihre Worte nicht nur offen aussprechen und verbreiten können, sondern auch Initiativen starten um berechtigte Forderungen nach vorne zu bringen.

    Dieses Mädchen mit bewundernswertem Mut und einem bewundernswerten Weg bereits als Kind in einer Umgebung, die aus weltanschaulichen Gründen einem Teil der Bevölkerung Rechte vorenthält die anderen zustehen.
    Dazu gehört unter anderem, das diese Weltanschauung in einem weit zurückliegenden Jahrhundert verharrt und Mädchen noch weniger Recht auf moderne Erziehung und noch weniger Bildungsmöglichkeiten bietet, als dem männlichen part der Gesellschaft.
    Dieses Mädchen ging ihren Weg, weil sie eines Tages studieren und Ärztin werden wollte - aber kein Recht hatte, über die vierte Klasse hinaus einen an einem qualifizierten Schulunterricht weiter teilnehmen zu können.
    Dazu musste sie Knabenkleider anziehen, sich als Junge verkleiden und anreden lassen.
    Die Erwachsenen haben in dieser Weltanschauung nicht die Möglichkeit gefunden, Bildung und Gleichheitsrechte für Alle durchzusetzen - moderne Veränderung geht gegen das Buch, dessen "Werte" nachhaltig mit Todesdrohungen auf gesetzlicher Basis (Scharia) so durchgesetzt werden, wie bei Malala.
    Ihre Worte sind entblößend schlicht. Möge Malalas Initiative Menschen mehr Bildung ermöglichen.

    • lufkin
    • 12. Juli 2013 18:47 Uhr

    Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die ....
    Sei sollten sich vielleicht mal ein bisschen informieren, bevor Sie hier so einen Mist ablassen.
    Das Mädchen wurde attackiert, weil sie sich bereits vorher sehr für die Schulbildung für Mädchen einsetzte, obwohl die Taliban sie und ihren Familie bedroht haben (ihr Vater ist Lehrer und betreibt mehrere Schulen in der Region, in der Jungen und Mädchen unterrichtet werden).
    Sie wurde nicht nominiert weil sie angegriffen wurde, sondern weil ihr öffentliches Engagement den Taliban nicht passte, für dieses Engagement wurde sie nominiert.

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  2. 3. Tzzzz

    Sie sollten sich in Grund und Boden schämen, erst mal informieren und dann argumentieren

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  3. Ein fünfzehnjähriges Mädchen als große Rebellin und Freiheitskämpferin zu inszenieren, ist absolut abstoßend. So etwas kann diesem Mädchen große psychische Schäden zufügen, wenn sie in einigen Jahren realisiert, wie sehr sie ausgenutzt und politisch instrumentalisiert wurde.

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    Typisch ZO-Kommentarbereich:
    Es findet sich jemand, der den Taliban-Terror, auch ich seiner hier thematisierten widerwärtigsten Form, relativiert, weil dieser irgendwie nicht so in sein Weltbild passt.

  4. Ich zolle Malala meinen allergrößten Respekt, dass sie sich in diesem jungen Alter schon so umfangreich und weitsichtig für die Rechte ihrer Mitmenschen einsetzt und sich selbst durch die Gewalt von religiösen Fundamentalisten, gegen welche sie protestiert, nicht einschüchtern lässt. Hoffentlich wird man in den nächsten Jahrzehnten noch mehr von ihr hören.

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  5. Typisch ZO-Kommentarbereich:
    Es findet sich jemand, der den Taliban-Terror, auch ich seiner hier thematisierten widerwärtigsten Form, relativiert, weil dieser irgendwie nicht so in sein Weltbild passt.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ich bleibe dabei."
  6. Ich stimme Ihnen zu, widerliche Manipulation von Jugendlichen. Erinnert irgendwie an die 200%ige Übererfüllung der Jahrespläne in der späten DDR, als es bereits rapide bergab ging.
    Westliche Mächte führen seit Jahren Eroberungs- und Stellvertreterkriege im Nahen Osten, jeweils mit mehreren hunderttausend Toten, und dann kauft man sich ein unschuldiges Mädchen ein, um seine Weste rein zu waschen.
    Wieviele unschuldige Mädchen sind nach Drohnenangriffen in Pakistan jämmerlich verreckt, nur weil sie sich zufällig in der Nähe eines "mutmasslichen Terroristen" aufhielten? Von denen ist keines in Spezialkliniken in England behandelt worden.

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    Sie finden also den Mordanschlag auf Malala nicht so schlimm? Ist ja schließlich durch ihre Aktivitäten eine Kollaborateurin mit dem imperialistischen Westen.
    Formulieren Sie Ihre Meinung doch einfach mal ehrlich und unverblümt!

    • star
    • 12. Juli 2013 19:33 Uhr

    Liebe Malala, ich beglückwünsche Dich zu Deiner Rede, die Du für all diejenigen gehalten hast, die aufgrund von Gewalteinwirkungen bereits von Fanatikern und Fundamentalisten getötet worden sind bzw. für diejenigen, die sich auch heute noch mutig jeden Tag für die menschlichen Grundrechte einsetzen.

    Du hast eine Rede gehalten, die sich bewusst gegen Rache und Gewalterwiderung wandte und zur Versöhnung aufrief, damit alle Menschen – vor allem Kinder, und hier vor allem Mädchen – eine Zukunft zuteil werden möge, die getragen wird von den Rechten, die wir in Europa als so selbstverständlich ansehen und die leider in großen Teilen der Erde von religiös motivierten und gewaltbereiten Verblendeten nicht gewährt werden.

    Dein tapferer Kampf für die von der UNO-Charta geforderten Grund- und Menschenrechte ist ein Fanal, das hoffentlich viele Menschen ermutigt, sich nicht von Hass- und Gewaltmenschen einschüchtern zu lassen, die nur eines im Sinn haben: Unterdrückung, Erniedrigung und Menschenverachtung!

    Herzlichen Glückwunsch, liebe Malala – Gott möge Dich schützen!

    Paul Haverkamp, Lingen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, sig
  • Schlagworte Bildung | BBC | Malala Yousafzai | Recht | Analphabetismus | Friedensnobelpreis
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