Die Kritik am Umgang mit dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales wird lauter. Die erzwungene Zwischenlandung des Flugzeugs in Wien sei "unglücklich", teilten die Vereinten Nationen mit. Ein Staatsoberhaupt genieße Immunität. Es sei wichtig zu verhindern, dass sich solche Vorfälle wiederholten, sagte Generalsekretär Ban Ki Moon.

Der bolivianische Innenminister Carlos Romero sprach von einem "Akt der Aggression". Auch die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verurteilte die erzwungene Landung. Bei ihrem Treffen in Washington rief die Organisation Spanien, Frankreich, Portugal und Italien zu "notwendigen Erklärungen" wegen ihres Verhaltens auf. In einer Resolution wurde das Vorgehen der Europäer verurteilt, die die grundlegenden Normen und Prinzipien des internationalen Rechts verletzt hätten. Dazu gehöre auch die Unverletzlichkeit von Staatschefs.

Die Länder wurden zudem um Entschuldigungen gebeten, weil sie den Rückflug von Morales nach La Paz stundenlang verhindert hatten. Die USA und Kanada waren mit dem Text nicht einverstanden. Sie nannten die Schlussfolgerung unverständlich, da noch nicht alle Fragen geklärt seien.

Vergangene Woche musste das Flugzeug von Morales in Wien zwischenlanden. Frankreich, Spanien und Portugal hatten kurzfristig ihren Luftraum gesperrt, weil der Verdacht bestand, dass der von den USA wegen Geheimnisverrats gesuchte Edward Snowden an Bord der Maschine sei. Morales befand sich auf der Heimreise aus Moskau, wo der Whistleblower weiterhin vermutet wird.

Unklarheit über Asylangebot aus Venezuela

Snowden hält sich derweil vermutlich weiter im Transitbereich des Flughafens in der russischen Hauptstadt auf. Berichte, wonach er bereits in Venezuela eingetroffen sei, wo er Asyl beantragt hat, erwiesen sich als nicht zutreffend.

Derzeit ist noch unklar, ob er das Asylangebot Venezuelas annimmt. Er hatte in mehreren Ländern Anträge gestellt. Unklar ist aber, wie der 30-Jährige den Flughafen in Moskau verlassen kann. Er hat derzeit keinen gültigen Reisepass und die mögliche Flugroute nach Caracas ist noch unklar. Auch die linksregierten und US-kritischen Länder Nicaragua und Bolivien hatten signalisiert, Snowden aufnehmen zu wollen.