Schmuggel aus Kuba : Nordkorea fordert Freigabe der Waffenlieferung

Nordkorea hat Unterhändler nach Panama geschickt: Die Regierung in Pjöngjang verlangt, den Frachter "Chong Chon Gang" mit Waffen aus Kuba weiterfahren zu lassen.
Ein panamaischer Polizist auf den geschmuggelten Containern © Rodrigo Arangua/AFP/Getty Images

Nordkorea hat die Freigabe des von Panama gestoppten Schiffes Chong Chon Gang gefordert. Auch die Besatzung müsse umgehend freigelassen werden, teilte das Außenministerium in Pjöngjang mit. Die Fracht bestehe aus veralteten kubanischen Waffen, die gemäß einem rechtmäßigen Vertrag in Nordkorea überholt und nach Kuba zurückgeschickt werden sollten.

Panamas Außenminister sagte, er wolle in der Angelegenheit Abgesandte aus Pjöngjang empfangen. Sie sollen auch Zugang zum Schiff erhalten.

Der nordkoreanische Frachter Chong Chon Gang war von den panamaischen Behörden wegen des Verdachts auf Drogenschmuggel am Panamakanal gestoppt und durchsucht worden. Die Kontrolleure fanden an Bord statt Drogen zwei Container mit kubanischen Waffen unter Tonnen von Zucker.

Nach Angaben Kubas handelt es sich um zwei veraltete Luftabwehrsysteme. Außerdem seien an Bord verschiedene Raketenteile, zwei Flugzeuge des Typs MiG-21 und 15 Motoren für diese Art von Maschinen gewesen.

Waffentransporte durch den Panamakanal müssen nach den Richtlinien des panamaischen Zolls deklariert werden. Lieferungen von Waffen nach Nordkorea sind wegen eines UN-Embargos seit 2006 verboten. Die USA reagierten zunächst zurückhaltend. Man wolle "sehr bald" mit Kuba über den Vorfall reden, hieß es aus Washington.

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Kommentare

14 Kommentare Seite 1 von 2 Kommentieren

@Nr. 1 Weiterer Vorschlag

Sammeln und schmelzen wir alles Kriegsgut weltweit ein und schicken den Materialgegenwert in Form von was auch immer an die Nationen dieser Welt. Wäre doch was...Frieden allerorten. Zwar naivstes Denken, dass pltzlich alle Menschen ihre Aggressionen ablegen, aber dennoch ein schöner Gedanke.

Aber: Auch wenn Sie vom Prinzip her recht haben, dass Nordkorea lieber Nahrung statt Waffen beziehen sollte - immerhin befand sich so etwas m.W. ja auch an Bord -, ist Ihr Beitrag ein einziges Missverständnis.

Die nun wirklich veralteten Wsffen, die heute kaum noch im Kriegsfall eine ernstzunehmende Bedrohung bedeuten würden, sollten ja gar nicht in Nordkorea verbleiben, sondern lediglich dort repariert und dann nach Kuba zurückgeschickt werden. Was das angeht,denke ich, kann man den Aussagen Kubas und Nordkreas glauben schenken, obwohl komisch ist, dass der Transport scheinbar so nicht angemeldet war.

Zudem würde die Auslieferung gut für Nordkorea sein. Bringt vermutlich Devisen ein und nicht nur einen feuchtwarmen revolutionären Händedruck. Davon könnte man dann den von Ihnen angesprochenen Reis kaufen gehen oder die landwirtschaftliche Infrastruktur verbessern.

Obwohl...Kim Jong Un ist ja gerade dabei, die Hauptstadt Nordkoreas zu verschönern und ein Urlaubsparadies zu errichten...da wird für solche elementaren Bedürfnisse wie die Grundversorgung der eigenen Bevölkerung kein Geld übrigbleiben. Vor allem, da Kim Jong Un und das Regime vermutlich auch an sich (zuerst) denken werden.