Asyl für SnowdenKreml fürchtet um gute Beziehungen zu USA

Der Fall des Whistleblowers Snowden wird zur Belastung für Washington und Moskau. Der Kreml schließt dessen Auslieferung weiter aus – dessen Asylgesuch aber auch.

Russlands Präsident Wladimir Putin

Russlands Präsident Wladimir Putin  |  © Yuri Kochetkov/AFP/GettyImages

Russland hat kein Interesse daran, dem früheren US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Asyl zu gewähren. Dies sagte der Menschenrechtsberater von Präsident Wladimir Putin, Michail Fedotow, dem Magazin Focus. Demnach wolle sein Land die wichtigen Beziehungen zu den USA nicht belasten. Um das Schicksal von Snowden sollten sich stattdessen das Rote Kreuz oder das UN-Flüchtlingshilfswerk kümmern: "Sie könnten ihn legalisieren und dann in das Land bringen, das ihm Asyl anbietet."

Dem per US-Haftbefehl gesuchten Amerikaner müsse allerdings aus humanitären Gründen Schutz gewährt werden, so Fedotow weiter. Der Grund: "In den USA droht ihm die Todesstrafe." Snowden auszuliefern würde die Europäische Menschenrechtskonvention verletzen. Für Moskau sei es deshalb keine Option, Snowden gegen in den USA inhaftierte Russen auszutauschen.

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Über das von Snowden beantragte Bleiberecht in Russland werde Präsident Putin persönlich entscheiden, kündigte Fedotow an. Moskau halte Snowden trotz der "Show um den Asylantrag" für seriös und erkenne seine Verdienste an: "Er hat die Öffentlichkeit auf diesen abscheulichen Missbrauch aufmerksam gemacht und im Interesse der internationalen Zivilgesellschaft gehandelt."

Auch Parlamentssprecher Sergej Naryschkin zollte Snowden Respekt. "Ich halte ihn für einen Bürgerrechtler, der für die Rechte von Millionen Menschen auf der ganzen Welt eintritt", sagte er und forderte, dessen Asylgesuch stattzugeben. Er sehe ein "sehr großes Risiko", dass Snowden in den USA die Todesstrafe drohe. Russland "habe einfach nicht das Recht, das zuzulassen". Der Whistleblower müsse sich dann aber "natürlich strikt an die Bedingungen halten, die Russlands Präsident gestellt hat". Putin hatte gesagt, Snowden solle den USA nicht länger schaden und keine weiteren Geheimnisse verraten.

Putin bleibt hart

Snowden hatte durch die Enthüllung geheimer US-Programme zur Überwachung der globalen Telefon- und Internetkommunikation weltweit für Aufsehen gesorgt. Der frühere Geheimdienstmitarbeiter war nach seiner Flucht aus den USA zunächst nach Hongkong gereist. Schließlich strandete er auf einem Flughafen in Moskau, wo er sich nun seit Wochen um Asyl in mehreren Staaten bemüht. Am Freitag dann hatte der 30-Jährige verkündet, nun doch Asyl in Russland zu beantragen. Dies gelte aber nur so lange, bis er nach Lateinamerika ausreisen könne.

Den russischen Behörden liegt noch kein offizieller Asylantrag von Snowden vor. Auch am Samstag sei bislang kein solches Gesuch eingegangen, sagte der Leiter der zuständigen Migrationsbehörde, Konstantin Romodanowski.

Derweil verlangen die USA unbeirrt die Auslieferung Snowdens. Dem verweigert sich die russische Regierung aber hartnäckig. Auch in einem Telefonat konnte US-Präsident Barack Obama seinen Amtskollegen Putin nicht überzeugen. Die Verlautbarungen des Weißen Hauses nach dem Gespräch waren denn auch recht allgemein. Man habe "eine Reihe von Sicherheits- und bilateralen Themen besprochen, darunter den Status von Herrn Edward Snowden", hieß es.

Zuvor war Obamas Sprecher deutlicher geworden. Politisches Asyl für Snowden sei "unvereinbar mit der russischen Versicherung, keine Verschlechterung der Beziehungen zu wollen", hatte Jay Carney gesagt. Snowden dürfe nicht zu einer "Propaganda-Plattform" verholfen werden.

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Leserkommentare
    • sozio
    • 13. Juli 2013 11:15 Uhr
    1. Westen

    Ich finde, dass positive Kritik am Verhalten von Ländern wie Russland bezüglich der Whistleblower-Affäre ziemlich unangebracht ist. Wir dürfen mal nicht übersehen, dass es seit dem Zweiten Weltkrieg, besonders in den letzten zwanzig Jahren, immer schwerer geworden ist, als zivilisierte Staaten gemeinsam und überzeugt gegen die Grausamkeit von Terrorismus und Unterdrückung vorzugehen. Ja, es gibt schlimme und dumme Fehler, die der Westen während des Kalten Krieges und danach gemacht hat. Aber im Großen und Ganzen war der Versuch, eine "pax civilitatis" zu errichten mehr als erfolgreich. Und Whistleblower wie Snowden sind genauso wie die Grünen in den 80ern, die Naturwissenschaft und Technik verteufelten und dabei nur genauso nach Macht strebten wie alle anderen Parteien. Es ist nichts wirklich philosophisch Haltbares am Handeln Snowdens und innerlich spürt er das auch. Langsam aber sicher ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass der Westen wieder zu sich findet, sich der Werte erinnert, an die er glaubt, und auch bereit ist, für Frieden und Freiheit - zu kämpfen.

    Da der Marxismus sich als im Kern irrtümlich erwiesen hat, ist diese Lücke gefüllt worden mit anderen radikalen Theorien, und eine dieser radikalen Theorien ist der Pazifismus. Aus dieser ist so etwas möglich geworden, was wir heute das Whistleblower-Phänomen nennen. Das tiefe Misstrauen gegenüber dem Westen seitens der Westler selbst ist sehr schade und traurig. Und meiner Ansicht nach falsch.

    4 Leserempfehlungen
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    "nichts wirklich philosophisch Haltbares am Handeln Snowdens und innerlich spürt er das auch"

    Ich kann Ihnen sagen, woran nichts wirklich Haltbares ist: an den zwei Annahmen, die Sie mit diesem Satz in den Raum werfen.

    Es mag staatsrechtlich nichts Haltbares an Snowdens Handeln sein, je nachdem, welches Staatsrecht man zur Grundlage nimmt. Genauso sieht es mit dem Philosophischen aus. Also erstens: auf welche Philosophie beziehen Sie sich hier, und zweitens: woher wollen Sie wissen, was Snowden innerlich spürt?

    Das Misstrauen des Westens gegen den Westen ist gerechtfertigt. Denn dass die Totalüberwachung nur der Terrorismusabwehr (und der Bekämpfung von Unterdrückung?!) diene ist erwiesenermaßen falsch. Sie verdrehen in Ihrem Kommentar so gut wie jede stichhaltige Erkenntnis. Wer hier nach Macht strebt ist nicht Edward Snowden.

    " Langsam aber sicher ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass der Westen wieder zu sich findet, sich der Werte erinnert, an die er glaubt, und auch bereit ist, für Frieden und Freiheit - zu kämpfen."

    Genauso ist es. Deswegen hat Snowden meiner Meinung nach richtig gehandelt, wofür ihm jetzt auch wenigstens ein wenig Schutz zusteht. Denn zu unseren Werten sollten wohl auch die Menschenrechte zählen.

    • Ghede
    • 13. Juli 2013 11:44 Uhr

    "Das tiefe Misstrauen gegenüber dem Westen seitens der Westler selbst ist sehr schade und traurig. Und meiner Ansicht nach falsch."

    Ich glaube, dass Misstrauen richtet sich auch weniger gegen "den Westen" in seiner Gesamtheit, sondern eher gegen diverse Institutionen. Es ist leicht, hier in Zynismus abzudriften und generelle Heuchelei zu unterstellen, nichts desto trotz muss man sich doch erst einmal fragen, was "der Westen" eigentlich überhaupt ist. Ist es ein großer Wirtschaftsraum? Eine Freihandelszone? Die Heimstatt des Marktliberalismus? Wie Sie wissen, ist das natürlich verkürzt, obwohl all das mehr oder weniger zum "Westen" dazu gehört. Was den "Westen" zum Westen macht, ist vielmehr seine Rechtsstaatlichkeit, seine Demokratie, wiewohl in verschiedener Form, kurz gesagt, seine Freiheit.

    Wenn nun aber diverse Institutionen diese Freiheit systematisch zerstören - und dazu ist das Treiben der diversen Geheimdienste und ihrer politischen Mitarbeiter zweifellos geeignet - dann bleibt nicht mehr viel vom "Westen" übrig. Jedenfalls nicht viel, was ihn von anderen Teilen der Welt unterscheiden würde. Der Feind jeder Demokratie, jeden Rechtsstaats ist das Geheime, das Intransparente. Geheim und intransparent sind Nachrichtendienste aber von Natur aus. Das wäre womöglich noch hinnehmbar, wenn die Nachrichtendienste das tun würden, wofür man sie eigentlich schuf, weil es uns als Bürger dann nur mittelbar betrifft, aber ihr Treiben geht, wie wir wissen, weit darüber hinaus.

    seitens der Westler selbst ist sehr schade und traurig. Und meiner Ansicht nach falsch."

    Wenn es dann so einfach wäre, hätten Sie selbstverständlich Recht; ist es aber nicht.
    Es wird ja nicht der komplette Westen und seine Regierungsformen infrage gestellt, sondern das Verhalten einzelner (in diesem Fall vornehmlich der USA) Regierungen.
    Auch und gerade, weil sich der Marxismus als gigantischer Irrtum erwiesen hat, ist es wichtig, den Regierungen, die sich als Sieger der Geschichte fühlen, auf die Finger zu schauen (wie man spätestens dieser Tage unschwer erkennen kann). Oder sehen Sie einen gravierenden Unterschied zwischen der Bespitzelungen der westlichen Nachrichtendienst und denen der ehemaligen sogenannten sozialistischen Staaten?

    Was speziell die USA betrifft: Nachdem es den langjährigen Feind im Osten nicht mehr gibt, und das "Reich" des Bösen" nur noch eine geringfügige Angriffsfläche bietet (jedenfalls bei weitem nicht mehr wie früher), sind die Herrschaften dem Wahn verfallen, schalten und walten zu können wie es ihnen beliebt. Und da ist Misstrauen mehr als angebracht!

    Mein Begriff von Freiheit, Menschwürde und Demokratie stimmt damit jedenfalls nicht überein.
    Wie sagte bereits Churchill:
    "Die Demokratie ist die schlechteste aller Staatsformen, ausgenommen alle anderen"

    Und der muss auf die Finger gesehen werden, so lange, wie sie von Menschen mit Fehlern gemacht wird. Und das hat rein gar nichts mit allgemeinem Misstrauen gegenüber dem "Westen" zu tun.

    Ihr Kommentar ist absolut unlogisch und widerspricht sich selbst.
    U. A. Snowden hat aufgedeckt, dass diese von ihnen geschätzten Werte mit Füßen getreten werden. Und dafür ist er ein blinder Extremist?

    Diese Werte wurden vor allem nach dem 2. Weltkrieg in der westlichen Welt den Menschen beigebracht. Die Entwicklung hat gezeigt, dass wir faktisch in einer Welt von Überfluss leben, immer mehr, je mehr automatisiert wird, selbst mit 7 Mrd. Einwohnern. Und das haben auch viele Leute erkannt, und gelernt, dass man in Frieden leben kann durch solche Errungenschaften. Wie sie sich erdreisten Snowden als Pazifist zu bezeichnen weiß ich allerdings nicht. Nur weil man in Frieden leben will, und das auch für andere Menschen will, heißt das noch lange nicht, dass man Pazifist ist.

    Nach dem Kalten Krieg zeigte der Westen aber schön, dass Geld die Welt regiert, und die Menschen egal sind. Ist halt schwer so etwas im Hintergrund zu halten, wenn man keinen klar erkennbaren Feind mehr hat, den man auch nicht selbst geschaffen hat.

    Philosophisch und sogar historisch ist das eigentlich alles abgedeckt. Nur weil einige das immer noch nicht wahrhaben wollen, heißt das nicht, dass es das nicht ist.
    Somit kann ich kein Haar an ihrem Beitrag lassen. Er ist grundsätzlich komplett falsch. Ich denke eher sie, sind derjenige, der nicht die Zeichen der Zeit erkennt und an Überholtem fanatisch festhält.

    Allerdings leider ein paar Fehler gemacht und dann auch noch die Radikalen Pazifisten,was für ein Beitrag. Ist das ein anonymer Beitrag aus Regierungskreisen

    • fx66
    • 13. Juli 2013 12:31 Uhr

    Ersetzen Sie "Pazifismus" durch "Neoliberalismus", dann stimmt es. Ansonsten ist Ihr Kommentar eh nur leeres Geschwätz eines Pantoffelhelden.

    • hairy
    • 13. Juli 2013 13:04 Uhr

    gegen die Grünen, den Kommunismus, den Pazifismus, die Whistleblower - alle in einem Topf... Sie haben wohl nicht gemerkt, dass diese "zivilisierten" Staaten unter der Hand und auch gegen eigene Bürger und fern aller Rechtsstaatlichkeit sich kaum anders aufführen wie das, was sie vorgeblich bekämpfen.

    eine radikale Theorie ?
    dann ist Guantanamo und Drohnenkrieg wohl das humanste das man sich vostellen kann?
    Atomwaffen abrüsten und dafür genauso perfides Kriegsmaterial auf den Rüstungsweltmarkt werfen
    nur mit Gewalt kommen wir weiter,so wird das sicher etwas mit dieser Erde

    Lieber sozio, ich kann Ihnen da nur beipflichten, die Bilanz dieses Horts der Freiheit, den wir für gemeinhin als USA bezeichnen, ist wirklich wunderbar:

    - 2 Atombomben auf Japan
    - Krieg in Korea
    - gescheiterte Invasion in der Schweinbucht
    - Napalm für Vietnam und Kambodscha
    - Tausende von verfolgten Intellektuellen in der McCarthy-Ära
    - Watergate-Skandal
    - massive Unterstützung von diktatorischen Regimen wie Pinochet in Chile
    - erschossene schwarze Bürgerrechtler
    - eine endlose Kette an Einmischung in andere Staaten
    - mehrfacher Bruch des Völkerrechts
    - größter Waffenlieferant der Welt, immer mit dem Ziel vorm Auge, nicht genehme Staaten zu destabilisieren
    - gefälschte CIA-Fotos im UN-Sicherheitsrat
    - 2x geopolit. Krieg im Irak
    - Wahlen, bei denen Afroamerikaner und andere Ethnien in südlichen Bundesstaaten bei der Ausübung ihres Wahlrechts stark behindert werden
    - Wahlen, bei denen diese grandiose Nation sich als zu dumm erwiesen hat, Stimmzettel korrekt auszuzählen (Florida 2000)
    - Rauswurf aus Somalia
    - Krieg in Afghanistan
    - Drohnenbombereien, wo es nach Ermessen des schwarzen Mannes im weißen Haus gerade angebracht ist
    - und neuerdings jetzt auch noch: Ausspähen eigener und fremder Bürger in einem Ausmaß, von dem die Stasi nur träumen durfte

    Ich meine auch, wir sollten uns endlich wieder auf diese Werte besinnen, und blind diesem [...] Haufen [...] Puritaner auf der anderen Seite des Atlantiks folgen.
    [...]
    Gekürzt. Bitte achten Sie auf eine angemessene Wortwahl und verzichten Sie auf Pauschalisierungen. Danke, die Redaktion/jk

    Entfernt. Doppelposting. Danke, die Redaktion/jk

    Sie haben noch die Sklaverei und die nahezu Ausrottung der Ureinwohner Amerikas vergessen.

    Zitat: "Da der Marxismus sich als im Kern irrtümlich erwiesen hat, ist diese Lücke gefüllt worden mit anderen radikalen Theorien, und eine dieser radikalen Theorien ist der Pazifismus. Aus dieser ist so etwas möglich geworden, was wir heute das Whistleblower-Phänomen nennen."

    ...Oh jeh, aus welcher Partei-Ideologie ist denn diese Ansicht wieder erwachsen? Liest sich wie: Der alte Marx lag im Bund mit Steve Jobs. Und wie gut, dass der heute herrschende Neoliberalismus keine dieser "radikalen Theorien" präsentiert, die an die Stelle des "Urübels" des Marxismus getreten sind...

    Zitat: "Das tiefe Misstrauen gegenüber dem Westen seitens der Westler selbst ist sehr schade und traurig. Und meiner Ansicht nach falsch."

    ...Soviel Urvertrauen macht Gesetze doch eigentlich überflüssig...

    "Langsam aber sicher ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass der Westen wieder zu sich findet, sich der Werte erinnert, an die er glaubt, und auch bereit ist, für Frieden und Freiheit - zu kämpfen."

    Ich erinnere mich nicht langsam, ich erinnere mich ganz schnell:

    1. Beispiel: Völkerrecht.
    Dagegen haben mehrere europäische Länder auf Druck der USA verstoßen, als sie die Immunität eines - auch demokratisch gewählten - Staatschefs verletzt haben, in dem sie Überflugrechte verweigert und Zutritt zu dessen Flugzeug (=fremdes Hoheitsgebiet!) verlangt haben. Und das nur, weil die USA eines Mannes im Ausland habhaft werden will, obwohl nicht einmal ein internationaler Haftbefehl vorliegt!

    2. Beispiel: Postgeheimnis.
    Das ist ein durch Grundgesetz geschützte Recht! Wenn, wie die NSA es getan hat, jede E-Mail samt Metadaten und Inhalt vollständig erfasst und gespeichert wird unter dem Generalanlass "Kampf gegen den Terror", wird Artikel 10 des Grundgesetzes de facto und durch die Hintertür ausgehebelt! Die NSA und damit die USA verstoßen also in großem Stil gegen unser Grundgesetz, in dem sie einen ganzen Artikel nichtig machen.

    Wenn das durchgeht, können wir auch gleich das ganze Grundgesetz abschaffen, ist ja Terrorgefahr.

    Wie war das noch mal gleich mit den Werten?

    path?

    Selbst Russland schlingert in seiner Haltung zu Snowden, weil es auf gute Beziehungen zu den USA wert legt. Die westeuropäische Buckelei vor unseren "transatlantischen Freunden" ist beschämend.

    Im Gegensatz zu Assange macht Snowden nicht den Eindruck, als würde er sich über die öffentliche Aufmerksamkeit freuen. Und er hat viel aufgegeben, um uns allen das Ausmaß der Überwachung zu verdeutlichen. Hätten unsere Politiker ein Rückgrat würden sie Snowden aufnehmen.

    Im demokratisch genannten neoliberalen Banker- Manager- und Spekulantenparadies ist Kritik im Gegensatz zu allen anderen Diktaturen erlaubt. Dieses einmalige Privileg deckt alle anderen Missstände zu, sodass in diesem Paradies Kritik zwar erlaubt, aber gerade deswegen unangebracht ist.

    • exchp
    • 13. Juli 2013 18:34 Uhr

    Was Sie da von sich geben kann doch nicht Ihr ernst sein. Mal ehrlich. wurden Sie für diesen Kommentar bezahlt?
    Mit was für einer Einstellung muss man durchs Leben gegangen sein, um so eine Meinung zu haben.

    • Tubus
    • 13. Juli 2013 11:17 Uhr

    Es gibt nur wenige Länder, die US-amerikanischen Allmachtsphantasien erfolgreich widerstehen können. Westeuropa gehört nicht dazu. Freiheit hat immer mit Alternativen zu tun. Diese gibt es aber nur in einer multipolaren Welt. Insofern sind Russland und China die Hoffnung für alle drittklassigen Länder, zu denen wir uns ja ganz offiziell zählen dürfen.

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    ....das ist aber leider unsere bzw. die Wahl der derzeit herrschenden Politiker.
    Die EU könnte, wenn sie wollte, mitspielen, aber man will nicht weil man glaubt das die Nachteile die Vorteile überwiegen.
    Dabei gehts hier um fundamentales, wieviel Freiheit sind wir bereit für Sicherheit zu opfern. Und leider wollen die EUPolitiker das garnicht erst disuktieren, man stellt sich hinter die USA und hofft(!) das die wissen was sie tun.
    Eine Form von Appeasement wenn Sie mich fragen und das hat historisch betrachtet noch nie gut für unseren Kontinent geendet.
    Es täte Europa gut sich zu emanzipieren, den Amerikanern zu zeigen das wir zwar viel gemeinsam haben aber eben doch unser eigener Mann sind...

  1. das ist wahrhaft eine Neuauflage dieses Dramas in unserer schönen neuen Welt. Unabhängig davon wie man das inhaltlich beurteilt zeigt Snowden auf jeden Fall eine Zivilcourage, die den Meisten Menschen völlig abgeht. Und zwar ohne sich einseitig ideologisch festlegen zu lassen. Der ist doch nicht verbohrt oder fanatisch. Er geht einfach so weit, dass er seine Ideale, die eigentlich für die Ideale der freien Welt stehen mutig verteidigt. Ohne sich dafür in irgendeinen Jungfrauenhimmel oder in eine politische Utopie zu träumen. Super kann man nur sagen, auch wenn´s für ihn persönlich vermutlich die Katastrophe sein wird. Ich glaube nicht, dass Goliath sich jemals diesen "Gesichtsverlust" wird bieten lassen. Die werden ihn jagen, solange bis ihn haben oder bis er tot ist..

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    David gegen Goliath - zwei Seelen - ein Gedanke.....;o).

    Mit dem Kniff, sich nun doch dem Schutz Russlands anzuvertrauen, hat Snowden sich zumindest vorerst dem Zugriff der USA entzogen.

    Er hat das Wort des russischen Präsidenten, ihn nicht auszuliefern. Sich ex post darauf zu berufen, wenn einem gerade auffällt, das die Optionen schrumpfen, mag schlechter Stil sein, ist aber menschlich nur allzu verständlich.

    Obamas einzige Option, dieses Problem wieder auf das gebührende Maß zurückzuführen, ist die Zusicherung freien Geleits, wie und in welcher Form auch immer, in Snowdens Wunschreiseziele.

    Kommt er diesem nicht entgegen, sieht er sich in dem Dilemma, das ein ehemaliger Angehöriger eines von der Carlyle Group beherrschten Unternehmens dem russischen Präsidenten Unannehmlichkeiten bereitet - dies wird keiner der in die Präsidentschaft Obamas investiert habenden als glückliche Wendung empfinden.

    Obamas ist nun in der Pflicht, das Problem zu lösen. Eigentlich könnte sich Putin entspannt zurücklehnen, und auf eine solche Lösung warten - wenn, ja nun wenn er sich nicht selbst darüber ärgern würde, nun auf diese Art und Weise in die Pflicht genommen worden zu sein.
    Zumal niemand weiß, ob Snowden sich nun auch tatsächlich an die Schweigevereinbarung halten wird. Sollte er diese - im unwahrscheinlichen Falle der Asylanerkennung - eben doch nicht einhalten, dürfte es auf Basis russischer Gesetze sehr schwierig werden, ihm den Mund zu verbieten.

    "Ich glaube nicht, dass Goliath sich jemals diesen "Gesichtsverlust" wird bieten lassen. Die werden ihn jagen, solange bis ihn haben oder bis er tot ist.".

    Leider teile ich Ihre Befürchtungen.
    Den immensen Gesichtsverlust fügen sich die USA allerdings selber zu.

  2. Der Fall Snowden erinnert mich immer mehr an die o.a. biblische Geschichte.

    Der Riese Goliath wähnt sich unverwundbar und dann kommt der kleine David und tötet ihn mit einer Steinschleuder.

    Es ist unglaublich, wie lächerlich sich die USA, die EU und nun auch noch Russland machen.

    Die Masken fallen nun unverkennbar auch für diejenigen, die unsereinen immer als "Verschwörungstheoretiker" brandmarken wollten. Der freie Wettbewerb im Kapitalismus, die "Freiheit" und nicht zuletzt die Demokratie entpuppen sich als das, was sie sind: heiße Luft für brave Bürger (leider hat nun der kleine Edward absichtlich die Ofentür aufgemacht und das wundervoll aufgeblasene Soufflé ist mit einem Pffffffft in sich zusammengefallen).

    Man kann Edward Snowden gar nicht genug danken für sein Engagement und seine Opferbereitschaft.

    Er ist die moderne Ausgabe von Hans und Sophie Scholl, Dietrich Bonhoeffer, Ghandi, Mandela und weiteren Menschen, die sich nicht beugen wollten und ihrem Gewissen folgten, die gewaltlosen Widerstand leisteten und sogar bereit waren, ihr Leben zu riskieren und zum Teil auch zu geben.

    Wir sollten uns alle Edward Snowden zum Vorbild nehmen (ein kleines bisschen Snowden war ich auch schon, ich habe vor zwei Jahren meinen gut dotieren und sicheren Job bei einem Pensionsfond gekündigt, der - wie ich erfuhr - massiv mit Lebensmitteln spekuliert. Nun bin ich im Non-Profit-Bereich tätig, verdiene wesentlich weniger Geld und bin glücklicher denn je).

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    Ich würde Sie bitten die Leistungen dieser Menschen nicht herabzuwürdigen.
    Snowden mag sicherlich irgendwo auch Recht haben, hat aber nicht auch nur ansatzweise ähnliches geleistet wie die Geschwister Scholl etc.
    Dsas sich ein 'Kämpfer für Freiheit' eben das Land des 'lupenreinen' Demokraten Putin ausssucht um sich zu verstecken macht die Ganze Sache sehr bedenklich! Die Gahndi und Co. hätten so etwas nie getan sondern wären ihrem 'Volk' nahe geblieben....

  3. Noch nie wurde es den Russen und Putin so leicht gemacht, die USA und ihren Präsidenten vor einer breiten Weltöffentlichkeit bloßzustellen. Bleibender Eindruck: Durchgeknallter Schurke.

    Russlands Interesse dürfte zunächst sein, die Geschichte auf russischem Boden weiterhin in die Länge zu ziehen, um es nicht bei einer Kurzzeitwirkung in der Weltöffentlichkeit zu belassen. Die Einbindung internationaler Hilfsorganisationen, besser kann es für die Russen nicht laufen.

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  4. Welche guten Beziehungen sollen das sein? Das Verhältnis der USA mit Russland ist doch schon seit Jahren (spätestens seit Putins Wiederwahl) wieder aus Kalter-Krieg Niveau angekommen.

    Errichtung eines Raketenschirms an den Grenzen Russlands und Chinas. Finanzierung von "N"GOs, die sich auf dreisteste Weise in politische Angelegenheiten der Russen einmischen. Spionagetätigkeiten auf russischen Boden stets auf hohem Niveau. Medienkampagnen am laufenden Band gegen Putin und Russland im Allgemeinen. Der Libyen- und der Syrienkonflikt.

    Die USA (und mit ihr im Schlepptau die meisten NATO-Staaten) sind auf Konfrontationskurs mit Russland und auch China. Zur Wahrung der Freiheit...ähh Weltherrschaft.

    Die Russen profitieren hier vom moralischen Sturzflug der USA. Das kosten sie aus. Offene Konfrontation ist aber nicht Putins Ding. Warum auch, wenn auch so alles wie am Schnürchen läuft.

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    warum sollte die ARD sonst Putins Interview so bearbeiten, das es negativ wirken sollte.

  5. 8. @sozio

    " Langsam aber sicher ist es meiner Meinung nach an der Zeit, dass der Westen wieder zu sich findet, sich der Werte erinnert, an die er glaubt, und auch bereit ist, für Frieden und Freiheit - zu kämpfen."

    Genauso ist es. Deswegen hat Snowden meiner Meinung nach richtig gehandelt, wofür ihm jetzt auch wenigstens ein wenig Schutz zusteht. Denn zu unseren Werten sollten wohl auch die Menschenrechte zählen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, dpa, sc
  • Schlagworte Wladimir Putin | Edward Snowden | Barack Obama | Asyl | Russland | Bleiberecht
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