Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden verzichtet nach Kreml-Angaben auf Asyl in Russland. Der von den USA gesuchte Enthüller des NSA-Skandals habe seinen Antrag zurückgezogen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow. Grund seien die vom russischen Präsidenten Wladimir Putin genannten Asyl-Bedingungen.

Putin hatte am Montag gefordert, dass der 30-Jährige aufhöre, mit seinen Enthüllungen den USA Schaden zuzufügen. Wenn sich Snowden daran halte, könne er in Russland bleiben.

Nach Darstellung von Peskow bezeichnete der US-Amerikaner diese Bedingung als unannehmbar. Snowden halte sich für einen Kämpfer für Wahrheit und Gerechtigkeit, sagte Peskow. Nach Kreml-Angaben wird Russland Snowden aber nicht ausliefern, weil in den USA die Todesstrafe verhängt werde.

Der IT-Experte hält sich seit neun Tagen im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo auf. Er hat weder einen gültigen Pass noch ein russisches Visum. Die USA fahnden nach Snowden wegen Verrats. Er hatte Spähprogramme der USA und Großbritannien öffentlich gemacht und damit schwere diplomatische Verstimmungen zwischen den USA und etlichen ihrer Verbündeten, auch Deutschland, ausgelöst.

Asylanträge in 19 weiteren Ländern

Snowden hat nach Angaben der Enthüllungsplattform WikiLeaks in 19 weiteren Ländern Asyl beantragt, darunter in Deutschland. Die Anträge seien von der Rechtsberaterin von WikiLeaks, Sarah Harrison, einem Beamten des russischen Konsulats auf dem Moskauer Flughafen am Sonntag übergeben worden. Einige davon seien den betreffenden Botschaften zugeleitet worden.

Der WikiLeaks-Mitteilung zufolge bittet Snowden außer in Ecuador und Island auch in Österreich, Bolivien, Brasilien, China, Kuba, Finnland, Frankreich, Deutschland, Indien, Italien, Irland, Niederlande, Nicaragua, Norwegen, Polen, Russland, Spanien, der Schweiz und Venezuela um Asyl. Nach Angaben der russischen Regierung hat der US-Amerikaner in 15 Ländern Asyl beantragt.