Der bolivianische Präsident Evo Morales hat dem ehemaligen US-Geheimdienstmitarbeiter Edward Snowden Asyl in seinem Land angeboten. Das Angebot sei als Protestaktion gegen die USA und Europa zu verstehen, sagte Morales, dessen Flugzeug beim Rückflug von Moskau in Wien zur Landung gezwungen wurde unter dem Verdacht, Snowden sei an Bord der Maschine.

"Wenn er es beantragt, werden wir ihm das Asyl gewähren, um zu erfahren, wie uns die US-Regierung kontrolliert hat", sagte Morales bei der Einweihung eines Stadions in der Ortschaft Chipayo, 300 Kilometer südlich von La Paz. Ob bereits ein formaler Asyl-Antrag eingegangen sei, sagte Morales nicht. Bereits am Freitag hatten sich Venezuela und Nicaragua bereit erklärt, Snowden aufzunehmen.

Der IT-Spezialist Snowden hat umfangreiche Details über amerikanische und britische Spähprogramme für Telefondaten und das Internet enthüllt. Der 30-Jährige soll sich seit zwei Wochen im Transitbereich des Moskauer Flughafens Scheremetjewo aufhalten. Snowden hat in mehr als 20 Ländern Asyl beantragt, unter anderem in Deutschland. Die meisten Länder haben mit dem formalen Argument abgelehnt, Asylanträge müssten auf ihrem Territorium gestellt werden.

Unklar war zunächst, wie er unbehelligt nach Lateinamerika weiterreisen könnte. Die USA haben seinen Pass annulliert.