WhistleblowerSnowden hält offenbar Geheimnisse als Lebensversicherung zurück

Sollte Snowden etwas zustoßen, könnten neue Enthüllungen zum Albtraum der US-Regierung werden, sagt ein Journalist des "Guardian". Dafür habe der Whistleblower gesorgt.

Der US-Geheimdienstenthüller Edward Snowden hat offenbar zu seinem Schutz Informationen an verschiedenen Orten deponiert. Sie sollen veröffentlicht werden, falls ihm etwas zustößt. Es handele sich um Material, das zum Albtraum für die USA werden könnte, sagte der Guardian-Journalist Glenn Greenwald der argentinischen Zeitung La Nación

Greenwald hatte Snowdens erste Enthüllungen über das US-Programm Prism zur umfassenden Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation veröffentlicht.

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Snowden, der als Spezialist für IT-Sicherheit Zugang zu diversen geheimen Informationen von CIA und NSA hatte, könne der Regierung in Washington "in einer einzigen Minute" mehr Schaden zufügen als jede Person zuvor. "Die US-Regierung sollte sich jeden Tag hinknien und flehen, dass Snowden nichts passiert, denn wenn ihm irgendetwas zustoßen sollte, würden alle Informationen enthüllt." Das könne ihr "schlimmster Albtraum" werden.  

Es sei jedoch nicht das Ziel Snowdens, diese brisanten Informationen zu veröffentlichen. Vielmehr gehe es ihm darum, die Risiken der Internetprogramme aufzuzeigen. Menschen weltweit benutzten diese, ohne "bewusst akzeptiert zu haben, ihr Recht auf Schutz des Privatlebens aufzugeben".

Informationen über Bespitzelungen in Lateinamerika

Snowden habe auch detaillierte Informationen darüber, wie der US-Geheimdienst NSA Lateinamerika ausspäht, sagte Greenwald. Ein Weg sei das Abgreifen von Daten bei einem US-Kommunikationsunternehmen, das Verträge mit den meisten südamerikanischen Ländern habe. Um welches Unternehmen es sich handelt, sagte der Journalist nicht.

Der inzwischen 30-jährige Snowden hält sich seit dem 23. Juni auf einem Moskauer Flughafen im Transitbereich auf. Die Regierung von Präsident Barack Obama verlangt seine Auslieferung. Mehrere Staaten in Lateinamerika haben ihm Asyl angeboten. Unklar ist, auf welchem Wege er dorthin gelangen könnte.   

Am Freitag hatte der von den USA wegen Hochverrats gesuchte ehemalige Geheimdienstmitarbeiter gegenüber Menschenrechtlern und Abgeordneten in Moskau angekündigt, er wolle vorübergehend Asyl in Russland beantragen. Sein Ziel sei aber Südamerika. Russland teilte allerdings am Samstag mit, ein Asylantrag liege noch nicht vor.

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Leserkommentare
  1. das zurückhalten solcher dinge macht ihn mir innerhalb einer sekunde unsympathisch,und lässt mich stark an seiner glaubwürdigkeit zweifeln.

    wenn er solch dramatische informationen besitzt,die offenbar illegale dinge betreffen,dann habe ich verständnis für ein zurückhalten bis zu einem gewissen punkt (gelungene flucht,neue identität),aber nicht länger.

    alles andere,zum beispiel ein vertuschen solcher informationen,bringt ihn wieder unter die decke der NSA,macht ihn wieder zu einem feind der freiheit und ehrlichkeit.

    4 Leserempfehlungen
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    ... deren Geheimdienste ihre eigenen Bürger überwachen, macht seine "noble" Haltung sehr unglaubwürdig.

    tatsächlich seine Haut riskiert, kann man über solche Vorwürfe nur leicht verwundert lachen.
    Im Gegensatz zu Ihnen hat er wohl auch eine Ahnung wie sicher er künftig ist und er hat hoffentlich tatsächlich noch einen Trumpf für sich selbst im Ärmel.

    "dann habe ich verständnis für ein zurückhalten bis zu einem gewissen punkt (gelungene flucht,neue identität),aber nicht länger."

    Dieser gewisse Punkt ist nicht absehbar. Solange die US-Regierung nicht runderneuert wird, beibt es für Edward Snowden gefährlich.

    Es wäre folglich einfach nur dumm, wenn er diese Lebensversicherung aufgeben würde.

    Einen solchen Erpressungsversuch an die US Regierung gibt es nicht. Wie der Journalist Greenwald im Guardian richtig stellt handelt es sich um eine recht freie (frei erfundene) Umdeutung eines Interviews, das er in Südamerika gegeben hat. Der Sinn dürfte klar sein: Ablenken vom eigentlichen Problem, das die US Administration sich selbst (und uns allen) eingebrockt hat. Hier der Link zum Guardian: http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jul/13/reuters-article-dead...

    Wenn er doch solch brisante Informationen hat, soll er sie veröffentlichen. Ansonsten ist alles nur heiße Luft. Mich nervt dieser Medienzirkus um dieses Thema sowieso wie kaum etwas zuvor. So wichtig ist dieser Kerl nicht und seine bahnbrechenden Infos erst recht nicht.

    Überschrift entfernt. Bitte verzichten Sie auf Beleidigungen. Danke, die Redaktion/se

    • doof
    • 14. Juli 2013 18:03 Uhr

    wäre angebracht.

    "Even Greenwald, who urged me rather strongly in 2010 to publish Bradley Manning’s personal chats, is taking a more conservative view of the NSA’s PowerPoint. “I’m not going to discuss our legal advice with you,” Greenwald wrote on Twitter, “but we’re not publishing NSA tech methods.”

    To us geeks, the tech methods, of course, are the most interesting part. Snowden evidently wanted the entire presentation published, at least at one point in his discussions with the Post’s Gellman. On May 24, “Snowden asked for a guarantee that the Washington Post would publish — within 72 hours — the full text of [the] PowerPoint presentation,” Gellman wrote Sunday, in a fascinating account of his interactions with the whistleblower. “I told him we would not make any guarantee about what we published or when.”"
    http://www.wired.com/threatlevel/2013/06/snowden-powerpoint/

    dann soll er ruhig noch was in der Hinterhand behalten.

    Was er gesagt hat war genug und eigentlich erst durch das Einsetzen der Verfolgung durch die USA von einem Gerücht zu einem realen Sachverhalt geworden.

    Die Farge ist wie lange solche Infos brisnat genug bleiben um sein Leben zu sichern - 5Jahre? sicher keine 10Jahre. Dann braucht er einen anderen Plan.

    Ich drück ihm die Daumen

    Irritierend ist, wie schnell manche in der Beurteilung einer politisch hochbrisanten Frage dazu übergehen, alles auf die Frage zu reduzieren, wie man den Charakter der/des Beteiligten zu bewerten habe.

    Snowden ist Ihnen "unsympathisch", @Skarsgard. Na, dann brauchen wir über die Dinge, die er offenbart hat, wohl gar nicht mehr reden? Weil er nicht bereit ist, seine persönliche Sicherheit und sein Leben vollkommen zur Disposition von Geheimdiensten zu stellen, das lässt "stark an seiner glaubwürdigkeit zweifeln", @Skarsgard. Edward Snowden hat unglaublich viel riskiert. Weil er sein Leben nicht wegwerfen will, ist er nicht glaubwürdig?

    In den USA wird fast ausschließlich darüber berichtet, wie Snowden zu fassen sein könnte und wie sein Charakter zu beurteilen ist. Wenn die Diskussion über das, was er enthüllt hat, auf diesem Niveau angelangt ist, hat man die eigentlich notwendige Diskussion schon erfolgreich abgewürgt. Und das sollten wir tunlichst nicht zulassen.

    • Tom S.
    • 14. Juli 2013 21:12 Uhr

    Ihre Aussage ist anmaßend - oder woher wissen Sie was genau Snowden zurück hält? Also bitte lassen Sie uns - auch auf die Gefahr hin dass sie in Guantanamo landen - doch an ihren Erkenntnissen teil haben.

    Was denken sie würde passieren, wenn Snwoden eine Liste mit den Namen aktiver CIA-Agenten (z.B. in Afganistan, Pakistan, ...) als Lebensversicherung erstellt hätte und diese veröffentlichen würde. Diese Leute wären binnen 24 Stunden alle tot.

    Und kommen Sie mir jetzt nicht mit, dass ist ja auch illegal - dass ist es auch wenn man sich mit einem Bombengürtel in einem Bus in die Luft jagt. Auf begründeten Verdacht basierende Geheimdienstaktionen sind was ganz anderes, als einfach mal die gesamte Zivilbevölkerung weltweit zu überwachen und alle Daten auf nicht absehbare Zeit zu speichern.

    Denn ja, "ich habe etwas zu verbergen" (guter Artikel zu dem Thema)
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/prism-und-tempora-das-gefuehl...

    • persef
    • 14. Juli 2013 21:28 Uhr

    Der Mann wil überleben und dafür braucht der Sicherheiten. Es wäre sehr töricht, wenn er alle Infos aufs mal rausblasen würde, denn dann wäre er wertlos und würde wohl sehr schnell von der Bildfläche verschwinden.

    So aber kann er bessere Bedingungen heraushandeln.

    Er ist nicht unsympathisch oder unglaubwürdig, sondern gut vorbereitet und bleibt ein Held! Er hat Asyl in DE verdient!

    https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2013/_06/_11/Petition_43198...

    Ich zumindest weiß nicht, ob das, was der Reporter gesagt hat stimmt.
    Es handelt sich nicht um eine von Snowden autorisierte Äußerung.

    Falls das, was der Reporter gesagt hat, stimmt, weiß ich zumindest nicht, um was für Geheimnisse es sich handelt.

    Wäre Europa dazu bereit gewesen, Snowden aufzunehmen, dann hätte er es nicht nötig gehabt, in der Sowjetunion und in Venezuela um politisches Asyl zu bitten.

    Bei dem riesigen Aufwand, den der NSA und die Regierung der USA treiben, ist es nicht unmöglich, dass sie den zitierten Journalisten und vielleicht vorher zur Verfolgung von Wikileaks schon eine Frau in Schweden für ihre Zwecke benutzen.

    Situation sehr mutig verhalten wuerden.

    Es gibt Tausende Situationen im alltaeglichen Leben, die einem die Gelegenheit geben, seine Stimme gegen ein Unrecht zu erheben, und wenn es nur um dreckige Toiletten bei der Bahn geht.
    Ich nehme an, Sie verhalten sich nie als Duckmaeuser und haben deshalb diesbezueglich Erfahrung, auch wenn es Sie "nur" Ihren Job kosten koennte? Oder gucken Sie normalerweise eher weg?

    Sie haben aber schon mitgekriegt, welche Mittel Snowdens Gegner einsetzen, um seiner habhaft zu werden, oder?

    Na, und dann googlen Sie mal unter Notwehr.

    "das zurückhalten solcher dinge macht ihn mir innerhalb einer sekunde unsympathisch,und lässt mich stark an seiner glaubwürdigkeit zweifeln."

    Snowden hat von Anfang an klar gemacht, dass er den USA nicht schaden, sondern sich für die Freiheit ihrer Bürger einsetzen will. Nicht Umsonst war seine Veröffentlichung (bzw. die von Greenwald) so vorsichtig und scheibchenweise.

    Viel unglaubwürdiger würde er werden, wenn er nun Geheimnisse veröffentlich, die Menschen in den USA (oder Amerikaner im Ausland) in Gefahr bringen könnten.

    Zudem stellt Glenn Greenwald das ganze im Guardian nochmal richtig (http://www.guardian.co.uk/commentisfree/2013/jul/13/reuters-article-dead...).

    Ich finde es ein wenig schade, dass die ZEIT die Argenturmeldung so unreflektiert kopiert und nicht einmal die Meinung von Greenwald mit einbezieht. Natürlich muss man ihm nicht glauben. Eine neutrale Darstellung wäre dennoch schön.

  2. ... deren Geheimdienste ihre eigenen Bürger überwachen, macht seine "noble" Haltung sehr unglaubwürdig.

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf "nicht gut"
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    Snowden wollte in andere Staaten ausweichen, nur haben die ihn abgewiesen.

    Wohin soll er denn Ihrer Meinung nach gehen? (sic!)

    Haben SIe eine bessere Alternative?

    Und Leute, lasst bitte dieses Schubladendenken: gut oder böse.. überlegt erstmal, was ihr in seiner Situation tun würdet.

    • fx66
    • 14. Juli 2013 17:09 Uhr

    Oder anders gefragt: Welche Länder kennen Sie, wo das nicht so ist?

    Russland ist vielleicht eine Demokratie mit autoritären Strukturen, aber längst nicht totalitär organisiert.

    ...hat ihm Asyl gewährt. Da ist die Unglaubwürdigkeit finde ich sehr viel größer. Und Informationen zurückzuhalten die für ihn anscheinend Lebensbedrohlich werden können kann ich auch verstehen. Wahrheiten auszusprechen ist schön und gut, aber nicht zu jedem Preis!

    ...Einwürfe habe ich kein Verständnis. Die "klassischen" Wertegemeinschaften und Demokartien wollten ihn nicht haben.
    Sie sperrten im vorauseilendem Gehohrsam ihre Lufträume und brachen für die USA sogar mit den sonst für unantastbaten gehaltenden, diplomatischen Regeln.

    Bedenken sie, das unser Innenminster sogar lieber Loblieder auf US Geheimdienste singt, als die Bürger dieses Staates Eid gerecht zu vertreten.

    Die bittere Wahrheit ist. Niemand der ach so nobelen Staaten, die sich für ihre Menschenrechte und Werte rühmen, will Snowden haben. Auch wenn er ihnen und ihren Bürgern half, ist er nur eine transatlantische Last.

    Sicher. Rußland und die südamerikanischen Staaten sind teils argh represiv. Aber wo soll er bitte schön hin? Was soll er bitte schön machen?
    Ein bekanntes Beispiel gibt es schon. Es heißt Bradley Manning.
    Er zeigt der z.B. der Welt den Beschuss irakischer Zivilisten und Jornalisten durch einen amerikanischen Kampfhubschrauber.
    Die Piloten haben Menschen umgebracht und sich darüber gefreut wie die Schneekönige. Manning der dies aufdeckte sitzt im Knast. Die Piloten sind frei.

    Wir sind äußerst verlogen im Umgang mit Zivilcourage. Menschen die gegen die böse Stasi oponierten wurden von der netten BRD um ihre Rente geprellt. Mauerschützen, Stasi Mitarbeiter und die Honeckers haben ihre Rente bekommen.

    So sieht die Wahrheit aus. In 50-100 Jahren wird er vieleicht als gefeiert. Heute ist er allen nur lästig.

    MfG

    Wie oft soll man es denn noch schreiben? Kein demokratisches Land nimmt ihn auf! Die würden ihn sofort an die USA ausliefern! Was soll er denn sonst machen, außer in jene totalitäre Staaten flüchten, die ihm als einzige Schutz bieten?
    Sind sie in den letzten Wochen nie mit diesem Argumenten konfrontiert worden? Dann gehören sie anscheinend zu den Ignoranten, die niemals die Meinung anderer Leute lesen, sondern immer nur ihre eigene Meinung herausposaunen wollen. Ihre Meinung dazu umfasst gerade mal einen Satz. Das nenn ich nicht gerade differenziert und offenbart, daß sie nicht willens sind nachzudenken.

    Sicher würde er am liebsten in das demokratische und freiheitliche Land gehen, welches von einem farbigen Friedensnobelpreisträger regiert wird. Aber irgendwie scheint ihm die Reservierung einer Unterkunft in Guantanamo o.ä. nicht zu behagen. Die USA sollen ja etliche Foltergefängnisse außerhalb des eigenen Territoriums betreiben. Auf dem Weg dorthin käme er sicher in ein weiteres demokratisches Land. Die Bundesrepublik Deutschland. Dieses Land hat die Verteilerfunktion für den Transport von den USA als "gefährlich" eingestufter Leute in spezielle Foltergefängnisse, z.B. in ehem. osteuropäische Länder übernommen. Waterboarding ist aber nicht jedermanns Sache. Darum ziert sich Snowden so.

    Welche Empfehlung hätten Sie als Ziel für den Mann?

    Wenn dem so wäre , ist das nebensächlich, wenn er dort sicher ist und nicht das totalitäre System dieses Staats unterstützt.

    ...dass totalitäre Strukturen auch in den USA sichtbar werden.
    Die New York Times kommentierte kürzlich, dass die Obama
    Administration nicht nur Whistleblowern den Kampf angesagt hat,
    sondern auch der Presse:

    "If you add up the pulling of news organization phone records (The Associated Press), the tracking of individual reporters (Fox News), and the effort by the current administration to go after sources (seven instances and counting in which a government official has been criminally charged with leaking classified information to the news media), suggesting that there is a war on the press is less hyperbole than simple math."

    http://www.nytimes.com/2013/06/25/business/media/the-other-snowden-drama...

    "Rep. Peter King (R-N.Y.) called for the prosecution of Glenn Greenwald, a journalist for The Guardian whose stories based on interviews with National Security Agency whistleblower Edward Snowden detailed the agency's phone and Internet spying programs."

    http://www.huffingtonpost.com/2013/06/12/peter-king-glenn-greenwald_n_34...

    Nicht nur Edward Snowdon, sondern auch couragierte Journalisten wie Greenwald oder etwa Jeremy Scahill [Blackwater+Dirty Wars Autor] verdienen unseren höchsten Respekt.

    • hakeen
    • 14. Juli 2013 18:29 Uhr

    für Ihn Asylrecht gegeben. Inklusive "demokratische" Deutschland.
    Es war sicher das zoel von Obama ihn zu verhindern, Asylrecht zu bekommen und in Russland oder im ählichen Land bleiben zu lassen.

    Na ja, Sie haben geschafft. Wir können weiter schalfen und träumen von der "Demokratie"...

    Ach ja Herr Freidrich hat gesagt, alles OK beim NSA... Danke....

    >>Snowdens Flucht in totalitäre Staaten ....
    ... deren Geheimdienste ihre eigenen Bürger überwachen, macht seine "noble" Haltung sehr unglaubwürdig.<<

    Wie jetzt? Snowden will sich jetzt doch in die USA absetzen? Das wußte ich ja gar nicht.

    Wenn er gewollt hätte, hätte er viel Geld mit den Enthüllungen machen können. Hat er aber nicht. Stattdessen wird er von seinem eigenen Staat rund um den Planeten verfolgt.
    Dabei hat er nichts anderes getan, als der Welt einfach mal das wahre Gesicht hinter der Maske des guten Freundes, Freihändlers und Verteidigers der Demokratie zu zeigen.
    Er wird also gejagt, weil sein Heimatland schlicht beleidigt ist - Kindergartenreaktion. Und die von ihnen so vielgelobten Demokratien kuschen vor den USA oder lehnen Asyl aus fadenscheinigen Gründen ab.

    Er hat auch niemals gesagt, daß er das aus einer "noblen Haltung" heraus gemacht hat. Der Mann hat schlicht ein Gewissen und das hat ihm gesagt "Das kannst du nicht einfach ignorieren".
    Das ist ethisch und moralisch hochwertig - und das Sie dieses eigentlich selbstverständliche Verhalten bereits für besonders nobel halten, sagt viel über den Zustand der Welt.

    • 29C3
    • 15. Juli 2013 9:51 Uhr

    der Kommentar war - dünn.
    <p>
    Außerdem: Bolivien ist - verglichen zu vielen anderen Staaten der 1. Welt - vorbildlich demokratisch.

    • sjdv
    • 15. Juli 2013 10:19 Uhr

    Der arme Kerl hat doch keine andere Möglichkeit, wenn ihn keiner anderer aufnehmen will. Oder soll er sich etwas freiwillig den Amerikanern ausliefern ?

  3. Es war klar, dass Snowden noch Informationen in der Hinterhand. Nicht nur, dass er ziemlich dumm wäre, wenn er die nicht hätte.

    Diese Informationen sind auch der einzige Grund, warum die USA einen derartigen Aufstand machen, ihn zu verfolgen. Das ist so doch schon ziemlich einzigartig und auffällig gewesen. Ich habe schon vor geraumer Zeit gesagt, dass die Tat alleine nicht Grund ist, bspw. so gegen Völkerrecht zu verstoßen und andere Länder so offensiv anzugehen.

    Es ist auch zu vermuten, dass da Informationen bei sind, die auch andere Länder in die Bredouille bringen könnten.

    Sinnvoll ist es allemal. Einerseits, weil die Lebensversicherung sinnvoll ist - man sieht ja, wie das gerade abläuft und wie wenig sich die USA um Vereinbarungen und die Souveränität anderer Länder scheren. Andererseits zeigt er damit ja deutlich, dass es ihm nicht darum geht, den USA zu schaden.

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    ... Hunde beißen nicht.

    "Andererseits zeigt er damit ja deutlich, dass es ihm nicht darum geht, den USA zu schaden."

    Sehr gutes Argument!

    Das sollte all die heuschlerischen Lautsprecher zum Schweigen bringen. Auch diejenigen hier im Forum.

  4. Snowden wollte in andere Staaten ausweichen, nur haben die ihn abgewiesen.

    Wohin soll er denn Ihrer Meinung nach gehen? (sic!)

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    Ich bin ganz Ihrere Meinung. Wohin soll er gehen? Daß er so allein dastehen wrüde, hatte er nicht gedacht.

    Vielleicht erwasrten die Amerikaner, daß er irgendwann aufgibt und eine Tablette nimmt ....
    So machen ds doch die echten Spione, wenn sie keinen Ausweg mehr sehen.
    Nur ist er leider kein Spion sondern nur ein Mensch mit Zivilcourage.

    Momentan wirken beide Seiten der Geschichte (Snowden vs. USA) nicht wirklich konsistent.
    Wenn ich in die EU möchte reise ich nicht erst nach China und dann nach Russland.

    • Panic
    • 14. Juli 2013 17:06 Uhr

    Natürlich hat der Mann noch was in petto. Denn er ist nicht dumm.Die Situation ist doch folgende: Auch wenn er im Transitbereich eines russischen Flughafens auf was auch immer wartet. Er ist für die USA ein Staatsfeind und mittlerweile traue ich den Amis alles zu. Wenn mittlerweile Flugzeuge zur Landung gezwungen werden, dann interessiert die USA auch keinerlei Hoheitsgebiete.

    Er ist gut beraten, das ein oder andere demokratiefeindliche NSA Kleinod irgendwo aufzubewahren und im Notfall aus dem Hut zu zaubern. Die Medien machen aus Snowden gerne den kleinen Jungen, den Schüler, den Naivling. Der Typ ist, und davon bin ich überzeugt, alles andere als naiv. Er weiß ganz genau, was er sich da eingebrockt hat und er weiß damit umzugehen.

    @ Kommentar 1: Und an seiner Glaubwürdigkeit zweifle ich überhaupt nicht Warum auch? Mir reichen die bisherigen Enthüllungen, die bestätigt sind. Glauben Sie im ernst, dass war es? Das ist die Spitze des Eisberges.

    Salut

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    "Ich hoffe, dass Snowdens Enthüllungen eine Bewegung anstoßen, die unsere Demokratie rettet...
    Wenn wir Snowdens Enthüllungen und den daraus folgenden Herausforderungen gerecht werden, hat er uns die größte Chance gegeben, dass wir uns vor einer vollkommen außer Kontrolle geratenen Überwachung retten, die alle effektive Macht an die Exekutive und ihre Geheimdienste verschiebt: an eine Vereinigte Stasi von Amerika."

    sagt in einem SZ-Gastkommentar, Daniel Ellsberg, der als der bisher wichtigste Whistleblower in der amerikanischen Geschichte gilt.
    Seine an die Zeitungen weiter gereichten Unterlagen zeigten 1971 der Welt, wie die amerikanische Öffentlichkeit getäuscht und in den Krieg getrieben worden war. Die "Pentagon Papers" trugen maßgeblich dazu bei, dass sich die amerikanische Öffentlichkeit gegen den Vietnamkrieg stellte.
    http://www.sueddeutsche.de/kultur/2.220/whistleblower-daniel-ellsberg-ue...

    Das, was uns systematisch perfide von der deutschen Desinformationspolitik verheimlicht wird ist, dass die aktive Schnüffelei am eigenen PC beginnt, dh. auch WIR spionieren mit, ohne es zu wissen:

    "Prism, VDS VDS ist ein alter Hut - das Internet fängt im eigenen PC an -
    nicht nur die US-Konzerne sind beteiligt, sondern auch wir mit den "Guten" wie Wikipedia, Eclipse, Apache ..."
    Wir sind nicht nur Opfer, sondern auch Täter zugleich!
    http://www.freitag.de/autoren/blue61/die-schnueffelei-faengt-im-eigenen-...

  5. daß Amerika erzittern wird.

    Amerika erlaubt sich so viel, da ist doch niemand überrascht, noch mehr zu hören.
    Ein illegales Gefängis ohne Menschenrechte,
    Amerikanische Soldaten dürfen nackte Muslime an der Hundeleine herumführen,
    Folter der versch. Art.
    Rassismus
    Vergewaltigung von deutschen Frauen durch amerikanische Soldaten nach dem zweiten Weltkrieg

    Alles nicht so schlimm. "Ist der Ruf erst ruiniert, ...."

    Wer soll denn den Amerikanern irgend einen Knüppel zwischen die Beine werfen?
    Was könnte geschehen, was müsste geschehen, damit Deutschland sein Freihandelsabkommen mit der USA überdenken würde?

    Die Wirtschaftinteressen stehen über allen Gesetzen. Das nennt man marktkonfomre Demokratie.
    Zwischen Merkel und Obama bekommt kein Snowden einen Fuß.
    Selbst wenn ds Bundeskanzleramt verwanzt wäre, würde Frau Merkel dafür eine Erklärung finden.

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    "Selbst wenn ds Bundeskanzleramt verwanzt wäre, würde Frau Merkel dafür eine Erklärung finden." Ich glaube nicht, dass der Konjunktiv angemessen ist. Indem sie ihn verwenden, sagen Sie, dass das Bundeskanzleramt nicht verwanzt sei. Ich gebe Ihnen aber recht, was Frau Merkels Erklärungsfindungstalent angeht.

  6. Haben SIe eine bessere Alternative?

    Und Leute, lasst bitte dieses Schubladendenken: gut oder böse.. überlegt erstmal, was ihr in seiner Situation tun würdet.

    18 Leserempfehlungen
    • fx66
    • 14. Juli 2013 17:09 Uhr

    Oder anders gefragt: Welche Länder kennen Sie, wo das nicht so ist?

    3 Leserempfehlungen

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa
  • Schlagworte Edward Snowden | CIA | Glenn Greenwald | Recht | Asyl | IT-Sicherheit
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