NSA-Leaks : Snowdens Vater fordert Straffreiheit von Obama

In einem Brief an US-Präsident Obama hat Lon Snowden den zivilen Ungehorsam seines Sohnes verteidigt. Zudem fordert er den Stopp des aufgedeckten Überwachungsprogramms.
Lon Snowden, Vater des NSA-Enthüllers Edward Snowden © Peter Kramer/NBC/Getty Images

Der Vater von Edward Snowden hat US-Präsident Barack Obama in einem Brief dazu aufgefordert, die strafrechtlichen Vorwürfe gegen den flüchtigen Whitsleblower fallen zu lassen. "Wir fordern Sie und den Justizminister auf, die ausstehende Strafanzeige gegen Edward fallen zu lassen", schrieb Lon Snowdens Anwalt in dem vom Fernsehsender MSNBC veröffentlichten Brief. Er forderte Obama und Justizminister Eric Holder dazu auf, der von Snowden aufgedeckten missbräuchlichen Spionage durch den Geheimdienst NSA mit entsprechenden Gesetzen ein Ende zu bereiten. 

Lon Snowden, der die Enthüllungen seines Sohnes vor drei Wochen als tapfer und ehrenwert bezeichnet hatte, kritisierte die Regierung und den US-Kongress für ihr Vorgehen. Der Eifer der US-Regierung, den Computerspezialisten zu bestrafen, sei skrupellos und unvertretbar. Ziviler Ungehorsam sei nicht die erste, sondern die letzte Option für seinen Sohn gewesen. Die Geschichte der Freiheit sei zudem eine Geschichte des zivilen Ungehorsams.


Justizminister Eric Holder hatte der russischen Regierung in einem Brief zugesichert, dass die USA für Snowden nicht die Todesstrafe anstrebten und ihn auch nicht foltern würden – falls Russland den 30-Jährigen ausliefere.     

Diesen Brief kritisiert der Anwalt von Snowdens Vater, Brude Fein, nun scharf: "Heute hat der Justizminister – offenbar in dem Glauben, er sei versöhnlich – gesagt, dass Edward Snowden im Falle einer Übergabe an die USA nicht getötet oder gefoltert werde. Um das als Zugeständnis zu verstehen, muss man schon eine sehr verzerrte Wahrnehmung haben", sagte Fein.

Snowden soll sein Asylgesuch in Moskau unter anderem damit begründet haben, dass ihm in den USA Folter und die Todesstrafe drohe.

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