ÄgyptenJournalisten sollen gezielt getötet worden sein

Mehrere Journalisten sind bei den Unruhen in Ägypten gestorben. Medienvertreter sollen von beiden Seiten angegriffen worden sein, es gibt Berichte über gezielte Tötungen.

Eine Archivaufnahme des Kameramanns Mick Deane, der in Ägypten getötet wurde

Eine Archivaufnahme des Kameramanns Mick Deane, der in Ägypten getötet wurde  |  © Sky News/Reuters

In  Ägypten sind am Mittwoch mehrere Journalisten getötet worden. Der britische Sender Sky News meldete den Tod seines Kameramanns Mick Deane: Der 61-Jährige sei erschossen worden, hieß es. Offenbar handelte es sich um einen gezielten Angriff: Als Deane in der Nähe von Nasr City getötet wurde, habe es keine Ausschreitungen und keine Schusswechsel gegeben, berichtet Spiegel Online. Er sei wahrscheinlich Opfer von Scharfschützen geworden, weil er sich mit seiner Kamera als Journalist zu erkennen gegeben habe.

Auch eine Reporterin aus Dubai, die für die Zeitung XPRESS arbeitete, wurde getötet. Die 26-jährige Habiba Ahmed Abd Elassis sei in der Nähe der Moschee Rabaah el Adawija erschossen worden, als die Sicherheitskräfte gegen eine Sitzblockade von Anhängern des abgesetzten Präsidenten Mohammed Mursi vorgingen. Das schreibt The Gulf News, eine staatlich kontrollierte Zeitung der Vereinigten Arabischen Emirate. Die Journalistin habe aber Urlaub gehabt und sei nicht beruflich in Kairo gewesen.

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Auch der ägyptische Journalist Ahmed Abdel Gawad, der für die staatliche Zeitung Al Achbar arbeitete, wurde bei den Auseinandersetzungen an der Moschee Rabaah el Adawija getötet. Das bestätigte das Ägyptische Pressesyndikat, eine Journalistengewerkschaft. Über die näheren Umstände seines Todes ist bisher nichts bekannt. Mehrere weitere Medienvertreter wurden bei den Unruhen verletzt. Manche sollen verhaftet und geschlagen worden sein, als sie über das Eingreifen von Sicherheitskräften berichteten, berichtet Spiegel Online.

Das Komitee zum Schutz von Journalisten teilte mit, es untersuche mehrere Übergriffe auf Journalisten. Es rief die ägyptischen Behörden auf, sich zurückzuhalten und die Arbeit von Medienvertretern nicht zu behindern. Das Internationale Presse Institut berichtete, es gebe Hinweise, dass Journalisten von beiden Seiten angegriffen würden.

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Leserkommentare
  1. Mosab El-Shami Rassd 'The fourth reporter to have been confirmed killed is photojournalist Mosab El-Shami Rassd of the news website (RNN), an alternative pro-Islamist media network, Ahram online reports. The agency wrote that he “was killed by the hand of betrayal while covering the Rabaa massacre at the hands of those who executed the coup,” wrote the network on its Facebook page.'

    Außerdem sind eine ganze Reihe von Journalisten verwundet oder verhaftet worden. 'Reuters photojournalist Asmaa Waguih also suffered serious injuries after being shot in the leg during protests. Shortly afterwards, she was moved to the international medical center to receive treatment. ... An AP photographer was hit in the back of the neck by two birdshot pellets, while Al Jazeera claims its cameraman Mohammed al-Zaki was shot in the arm. In addition, Paris-based Reporters Without Borders says that Tarek Abbas — a reporter for local Al-Watan newspaper sustained gunshot wounds to his leg and eye; and photographer Ahmad Najjar was wounded in the arm.

    Approximately a dozen other journalists were arrested or threatened as they tried to document the mayhem: Reuters’ Tom Finn tweeted his own arrest. Daily Beast reporter Mike Giglio also said on Twitter he was arrested alongside two photographers named Mahmoud Abou Zeid and Louis Jammes, stating they had been beaten too.' http://rt.com/news/journa... http://www.huffingtonpost...

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    • Dr.Um
    • 15. August 2013 8:34 Uhr

    Es ist sehr wichtig, dass neben den nüchternen und gleichzeitig schockierenden Zahlen zu Opfern der Ausschreitungen auch Namen genannt und Gesichter gezeigt werden. Dies gilt insbesondere, wenn sich Hinweise darauf verdichten, wenn bestimmte Personengruppen nicht pauschal "während der Proteste" ihr Leben verlieren, sondern "gezielt getötet" werden. Gleichzeitig sollte vielleicht an ählich prominenter Stelle über das Leben und den Tod anderer Beteiligter berichtet werden, die zumindest in ihrer eigenen Wahrnehmung für eine ähnlich wichtige Sache gekämpft haben.

    2 Leserempfehlungen
    • zeman
    • 15. August 2013 9:23 Uhr

    In Syrien wurden auch Journalisten gezielt getötet.
    Berichtet wurde nicht. Lag es daran das sie auf der "falschen Seite" standen?

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  2. Die letzten Konflikte im Gezi-Park und nun in Ägypten haben gezeigt, dass Journalisten mehr denn je statt einer neutralen Berichterstattung zur subjektiven Meinungsäußerung neigen. Es werden ungeprüfte Stimmen aus "dem Volk" selektiert und als Wahrheit formgerecht dem eigenen Zielpublikum verkauft bzw. umgekehrt bewußt verschwiegen. Egal ob man nun pro oder contra des jeweiligen Konfliktes ist.

    Ich vermute deshalb, dass die Tötung der Journalisten in voller Absicht und im Bewußtsein geschah, dass es sich bei diesen um Journalisten handelt. Im vorliegenden Fall ist dem Militärregime scheinbar jede potentiell negative Nachricht Grund genug Journalisten gezielt umzubringen.

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  3. Ich habe heute morgen einen Bericht gesehen, wonach ein ganzes Krankenhaus in Brand gesteckt wurde, in dem unzählige Tote des gestrigen Tages aufgebahrt wurden. Demanch wollten Journalisten die Toten sehen, zählen und die Zahl dokumentieren, was aber mit dem Brand unmöglich wurde.
    Insofern glaube ich sehr, dass das Militärregime Angst hatte angesichts der Bilder von der UN offiziell verurteilt zu werden, obwohl der Putsch international bisher überwiegend mit wohlwollen und stillschweigend gebilligt wurde.

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  4. Sowas ist eine Schande und ein Schlag ins Gesicht der Pressefreiheit!
    Wir sollten unser Verhältnis zu einigen dieser nahöstlichen Staaten grundlegend überdenken.

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  5. Wenn jemand ein Interesse daran hat, dass über eine Sache viel in den westlichen Medien berichtet wird, so ist es eine sichere Sache auf Journalisten zu schießen.

    Mann bekommt garantiert viel mediale Aufmerksamkeit, vor allem, wenn man es den Gegnern in die Schuhe schieben kann.

    Es ist eine wirklich üble Sache, wie im nahen Osten gerade das Pulverfass explodiert. Im schlimmsten Fall versinkt Ägypten in einem Bürgerkrieg und damit die gesammte Region. Israel wird schlimmstenfalls gezwungen den Sinai zu besetzen, um Angriffe auf seine Grenzen zu verhindern und Europa wird den Suez Kanal sichern müssen, damit die Wirtschaft am Laufen bleibt.

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  6. Präsident ....
    Wie naiv kann man sein!

    Wäre das Militär nicht da, wurde dieses Land extremistischer werden als es Saudi Arabien je war.

    Das Problem ist die Ideologie Islam, das sollten sich alle vor Augen halten die derzeit über die lage dieses Landes urteilen.

    Das die Christen hier besonders ins Fadenkreuz geraten liegt vor allen dingen daran, das diese glaubensgemeinschaft ausgelöscht werden soll. Wann immer sich Gelegenheit bietet werden diese Menschen angegriffen und umgebracht. Der Islam duldet keinen Glauben neben sich. Ich wünsche den Ägyptern die für die Freiheit stehen kraft und Glück!

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AP, ff
  • Schlagworte Ägypten | Mohammed Mursi | Spiegel | Zeitung | Opfer | Kairo
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