Der mexikanische Drogenboss Mario Armando Ramírez Treviño alias X20 © United States Drug Enforcement Administration

Die mexikanische Armee hat zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen einen mächtigen Drogenboss festgenommen. Mario Armando Ramírez Treviño wurde in der Stadt Río Bravo nahe der texanischen Grenze gefasst.  

Für den seit Dezember amtierenden Präsidenten Enrique Peña Nieto ist die Festnahme ein wichtiger Erfolg im Kampf gegen die Bandengewalt, die Mexiko seit Jahren lähmt. Seit 2007 kamen im Drogenkrieg mehr als 70.000 Menschen ums Leben.

Der Drogenboss Ramírez Treviño war auch bekannt als "X20" oder "Der Glatzköpfige". Er führte seit knapp einem Jahr das berüchtigte Golfkartell, das nach US-Angaben den Großteil des Kokain- und Marihuanaschmuggels in die Vereinigten Staaten kontrolliert. Die Regierung in Washington hatte ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar für Ramírez' Ergreifung ausgesetzt.

Neue Strategie im Kampf gegen die Drogenkartelle

Erst im Juli fassten mexikanische Elitesoldaten Miguel Ángel Treviño Morales, den Anführer der Zetas, die als die brutalste Drogenbande des Landes gelten. Das Golfkartell hatte in den vergangenen Jahren an Einfluss zugunsten der Zetas verloren, mit denen das Syndikat im Clinch lag.

Staatschef Peña Nieto hatte bei seinem Amtsantritt im Dezember eine neue Strategie im Kampf gegen die Drogenkartelle angekündigt, um die Zahl der Gewalttaten zu verringern. Dazu gehören ein Präventionsprogramm und eine neue Militärpolizei.

Sein Vorgänger Felipe Calderòn hatte Ende 2006 eine Offensive gegen den Drogenhandel mit Tausenden Soldaten gestartet. Während seiner Präsidentschaft gelang es den Sicherheitskräften zwar, mehr als 20 der 37 meistgesuchten Drogenbosse festzunehmen oder zu töten. Die Morde im Zusammenhang mit dem Drogenkrieg nahmen trotzdem deutlich zu.