Snowden-EnthüllungenGroßbritannien setzte auch "New York Times" unter Druck

Britische Behörden haben offenbar auch von der "New York Times" verlangt, Snowden-Informationen zu vernichten. Die Chefredakteurin bekam Besuch von der Botschaft.

Jill Abramson, die Chefredakteurin der "New York Times"

Jill Abramson, die Chefredakteurin der "New York Times"  |  © Brad Barket/Getty Images

Großbritannien soll auch die US-amerikanische Zeitung New York Times aufgefordert haben, Dokumente des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden zu vernichten. Ein ranghoher Vertreter der britischen Botschaft in Washington sei deswegen bei der Chefredakteurin der Zeitung, Jill Abramson, vorstellig geworden. Das meldete die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. 

Das Blatt hat den Angaben zufolge nicht auf die Forderung reagiert. Von britischer Seite habe es auch keine zweite Aufforderung mehr gegeben, die Informationen über das geheimdienstliche Ausspähen von Internetnutzern und Telefonkunden zu vernichten.

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Die New York Times äußerte sich bislang nicht zu dem Vorfall. Ein Sprecher der britischen Botschaft sagte lediglich, dass es niemanden verwundern dürfte, wenn man an eine Person herantreten würde, die dieses Material besitze.

Angebliches Sicherheitsrisiko hat drei Wochen Zeit

Snowden hatte nicht nur das Spähprogramm des US-Geheimdienstes NSA, sondern auch Informationen über ähnliche Aktivitäten des britischen Dienstes GCHQ ans Tageslicht gebracht. Der Guardian und andere Medien veröffentlichten die Enthüllungen. Die britische Zeitung wurde nach eigenen Angaben von der Regierung in London zur Vernichtung der Snowden-Dokumente gezwungen.

Der Chefredakteur des Guardian, Alan Rusbridger, wies darauf hin, dass die britische Regierung mehr als drei Wochen benötigte, um nach der Vernichtung der dem Guardian vorliegenden Materialien auch die New York Times zu kontaktieren. Dies stehe im Widerspruch zu der angeblichen Dringlichkeit und dem hohen Sicherheitsrisiko, auf welches die britischen Behörden bei der Anordnung verwiesen hatten. Auch das Verhör von David Miranda, dem Lebensgefährten des Guardian-Journalisten und Snowden-Vertrauten Glenn Greenwald, war dadurch begründet worden.   

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Leserkommentare
  1. auch noch diese Meldung.
    http://www.spiegel.de/net...
    Da ist eine kriminelle Staatsorganisation am Werk und die USA pupen sich als Vertreter der Menschenrechte auf.
    Brecht diese verdammten Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen ab!
    Ich kann mich zudem des Eindrucks nicht erwehren, dass diese ganze Syrien-Zuspitzung auch dazu dient, diese ganzen Sauereien aus dem Brennpunkt des öffentlichen Interesses zu befördern. Irgendwie passt das doch gerade hervorragend, dass die Welt und die "Freunde" woanders hinschauen. Da traue ich den Herrschaften auch zu, über dunkle Kanäle Fakten zu schaffen und natürlich zu lügen, dass sich die Balken biegen.

    37 Leserempfehlungen
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    dass hier IN DEUTSCHLAND eine Online-Petition, mit der eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof erreicht werden sollte, vom Bundestag erst gar nicht zugelassen wird.

    http://www.spiegel.de/net...

    Ob Empörung noch ausreicht?

    Beste Grüße
    FSonntag

    Sie haben schon gemerkt, dass es hier unser europäisches Großbritannien ist, welches die Pressefreiheit im eigenen Land (Guardian) und sogar im US-Ausland (NY-Times) mit Füßen treten möchte? Im Gegensatz zu Großbritannien scheint es in den USA bisher nicht funktioniert zu haben.

  2. 2. [...]

    Entfernt. Bitte verzichten Sie auf überzogene Polemik. Danke, die Redaktion/jk

    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    eines Terroristen macht, der läuft Gefahr am Ende selbst zu einem zu werden und das beschneiden der Pressefreiheit würden wir in anderen Staaten als diktatorisch auslegen.

    Fazit:
    Der Kampf gegen den Terror rechtfertigt weder eine diktatorische Vorgehensweise im eigenen Staat noch ein Abbild dessen zu werden was man bekämpfen will.

  3. Scheinbar müssen hier etliche verantwortliche Personen dieses Buch unter ihrem Kopfkissen liegen haben.

    Leider müssen sie es auch noch vollkommen falsch interpretieren, denn diese Buch war als Warnung gedacht und nicht als Muster für die Vorgehensweise.

    15 Leserempfehlungen
  4. eines Terroristen macht, der läuft Gefahr am Ende selbst zu einem zu werden und das beschneiden der Pressefreiheit würden wir in anderen Staaten als diktatorisch auslegen.

    Fazit:
    Der Kampf gegen den Terror rechtfertigt weder eine diktatorische Vorgehensweise im eigenen Staat noch ein Abbild dessen zu werden was man bekämpfen will.

    18 Leserempfehlungen
    Antwort auf "[...]"
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    • hairy
    • 31. August 2013 18:21 Uhr

    zB:
    "Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird." Nietzsche

  5. Also ich hab jetzt grade beim Spiegel nachgeschaut aber nichts gefunden dass die NSA oder die Engländer die New York Times unter Druck gesetzt hätten. Kannst vielleicht mal Link posten? Danke

    Antwort auf
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    Es geht um den verlinkten Artikel des ersten Kommentars, der aufzeigt, dass es da tatsächlich kriminelle Machenschaften seitens der staatlichen Geheimdienste gibt und es also durchaus im Interesse der Bürger liegt, dass diese Machenschaften ans Licht kommen.

    Informationen, dass die NSA nicht nur die Computer der uebrigen Welt durchforstet, sondern sie auch mit Schadprogrammen infiziert hat und kontrolliert. Womit sie natuerlich Gesetze brechen.

    In dem vorhandenen Link geht es um Spysoftware der NSA.

    Und diese runden das Bild zu diesen Vorfällen noch ab und der Folgerung daraus, ist durchaus zuzustimmen. Diese Verhalten wirft ganz sicher kein gutes Licht auf den selbsternannten Vertreter der Menschenrechte.

  6. 6. [...]

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

  7. Einfach unter Terrorverdacht stellen, erst mal unbegrenzt wegsperren und ein bisschen legal foltern.
    Dann klappt das schon mit der Presse.
    So ein Patriot Act ist halt schon was feines.
    Höchste Zeit, dass sich England auch einen zulegt.

    17 Leserempfehlungen
  8. Es geht um den verlinkten Artikel des ersten Kommentars, der aufzeigt, dass es da tatsächlich kriminelle Machenschaften seitens der staatlichen Geheimdienste gibt und es also durchaus im Interesse der Bürger liegt, dass diese Machenschaften ans Licht kommen.

    2 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Spiegel??"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, cw
  • Schlagworte Edward Snowden | Medien | Alan Rusbridger | Botschaft | David Miranda | GCHQ
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