Abhörskandal"Guardian" will gemeinsam mit der "New York Times" enthüllen

Der britische "Guardian" gibt der US-Zeitung "New York Times" Einblicke in Snowdens Dokumente. Die Blätter wollen künftig gemeinsam über die Spähaffäre berichten.

Büroräume des "Guardian" in London

Büroräume des "Guardian" in London  |  © Bethany Clarke/ Getty Images

Der britische Guardian will bei der Auswertung des Materials des früheren US-Geheimdienstmitarbeiters Edward Snowden künftig mit der New York Times zusammenarbeiten. Die Zeitung habe sich wegen des "immensen Drucks von Seiten der britischen Regierung" dazu entschieden, einen US-Partner ins Boot zu holen, schrieb der Guardian auf seiner Internetseite. Snowden wisse von der Partnerschaft.

Die NYT erhalte damit Zugang zu einigen von Snowdens Dokumenten. Aber auch der Guardian werde weiterhin über den Abhörskandal und die Geheimdienste berichten.

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Die britische Zeitung hatte vor einigen Tagen öffentlich gemacht, dass ihr Chefredakteur von der Regierung in London zur Vernichtung von Festplatten mit Informationen von Snowden gezwungen wurde. In den USA seien Journalisten durch die Verfassung besser geschützt als in Großbritannien, schrieb der Guardian als Begründung für seine Entscheidung zur Kooperation mit der NYT.

Der Lebensgefährte des Guardian-Journalisten Glenn Greenwald war am Flughafen in London stundenlang fesgehalten und verhört worden, gegen ihn wurden Ermittlungen eingeleitet. Greenwald hatte die Enthüllungen Snowdens über massenhafte Ausspähungen des US-Geheimdienstes veröffentlicht. 

Die NYT und der Guardian hatten 2010 schon einmal zusammen gearbeitet: beim Abhörskandal um die inzwischen eingestellte britische Zeitung News of the World von Rupert Murdoch. Die britische Regierung hat sich zu der angekündigten Kooperation bisher nicht geäußert.

Zuletzt hatte der Guardian berichtet, dass die National Security Agency Millionensummen an Internet-Firmen gezahlt hatte, damit diese ihre Technologie den Anforderungen des Geheimdienstes anpassten. Die Zeitung hatte Originalauszüge aus Akten veröffentlicht, die von Snowden beschafft worden waren. 

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Leserkommentare
  1. Die NYT bringt die notwendige Ernsthaftigkeit ins Spiel, die der Guardian leider nicht besitzt.

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    Welche Gründe haben Sie, dem Guardian die Ernsthaftigkeit abzusprechen?
    Das würde mich wirklich interessieren.

    • Rutland
    • 24. August 2013 12:14 Uhr

    Dem "Guardian" die Ernsthaftigkeit abzusprechen - das kann auch nur einem deutschen Hirn entspringen.

  2. Ganz schön ausgefuchst, die Journaille *schmunzelt*. Sie machen es jetzt wohl so wie NSA und GCHQ, Die New York Times berichtet über die Briten, der Guardian über die Amerikaner. Und so kann ihnen keiner was am Zeug flicken, von wegen "National Security".

    Fragt sich jetzt nur, welche Rolle dabei der Independent spielt, der gestern einen Artikel über eine britische Abhörstation im arabischen Raum veröffentlichte, die angeblich auf Snowden-Papieren basiert. Nur - Snowden hat im Guardian sofort vehemment dementiert, mit dem Independent überhaupt in Kontakt zu sein und mutmaßt, die Information sei von Downing Street bewußt lanciert worden, um ihn, Snowden, als Gefahr für die britische nationale Sicherheit zu diskreditieren.

    Ich denke, langsam wird es Zeit, die Popcorn-Vorräte aufzufüllen, denn uns scheint ganz großes Kino zu erwarten. Wenn sich jetzt noch herrausstellt, dass die aparte Sarah Harrison (31), die Snowden wie ein Schatten folgt, eine Doppel- Agentin ist, die...

    Hiermit bestelle ich schon mal die DVD Box der zu erwartenden Trilogie!

    10 Leserempfehlungen
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    • CIRCLE
    • 24. August 2013 11:10 Uhr

    Ergänzung: Hier Greenwalds Artikel zu der Behauptung, Snowden sei die Quelle für den 'Independent' gewesen: "Snowden: UK government now leaking documents about itself" http://www.theguardian.co...

    Nachdem die Festplattenzertrümmerungsaktion beim Guardian und die Festsetzung Mirandas keine gute PR für den britischen Geheimdienst und die Regierung brachten, scheint die Maxime jetzt zu sein: Snowden diskreditieren.

  3. von der NYT viel zu erwarten ist. Bislang haben die sich bei dem Thema ja nicht weit aus dem Fenster gelehnt.

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  4. http://www.nytimes.com/20...

    Könnte es sein, dass dieses Documnt vom letzten Freitag von der deutschen Presse vergessen wurde zu erwähnen.

    3 Leserempfehlungen
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    Es ist von Ihnen übersehen worden
    http://www.zeit.de/gesell...

  5. Es ist von Ihnen übersehen worden
    http://www.zeit.de/gesell...

    Eine Leserempfehlung
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    könnte es sein. Danke für den Link.

  6. Dass sich noch mehr Zeitungen daran beteiligen. Ständig nur Berichte über Berichte zu lesen gibt dem notwendigen internationalen Diskurs kein wirkliches Futter.

    via ZEIT ONLINE plus App

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  7. Und der Independent macht mit. Kann sich das jemand vorstellen? Um Greenwald zu diskreditieren?

  8. ...müssen jetzt handeln. Einfach mal auf die Straße gehen!
    Termine für weitere Demos:

    www.demonstrare.de

    oder Twitter: #StopWatchingUS

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AFP, sig
  • Schlagworte Edward Snowden | Ermittlung | Geheimdienst | Glenn Greenwald | Partnerschaft | Technologie
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