TerrorismusAl-Kaida-Kämpfer greifen Erdgashafen im Jemen an

Eine Gruppe mutmaßlicher Islamisten ist in den einzigen Erdgas-Exporthafen des Jemen eingedrungen und hat fünf Soldaten getötet. Die USA verstärken ihre Drohnenangriffe.

Ein Soldat steht an der jemenitischen Gasanlage Balhaf Wache (Archivbild).

Ein Soldat steht an der jemenitischen Gasanlage Balhaf Wache (Archivbild).  |  © Marwan Naamani/AFP/Getty Images

Im Jemen haben mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer am Sonntag einen Erdgashafen angegriffen und fünf Soldaten getötet. Die Soldaten seien im Schlaf überrascht worden, teilten die Behörden mit. Die bewaffneten Männer seien in einen Kontrollposten eingedrungen, hätten einen Wachmann getötet und dann in einem Container die schlafenden Soldaten umgebracht. Danach seien die Angreifer in einem Fahrzeug geflohen. Bei der erst 2009 eröffneten Anlage Balhaf im Süden des Landes handelt es sich um den einzigen Erdgas-Exporthafen des Landes, er wird von der Yemen LNG und dem französischen Konzern Total betrieben und von der Armee bewacht.

Nach jemenitischen Regierungsangaben hatte Al-Kaida bereits vor einer Woche Anschläge auf das Öl-Terminal al-Dabbah, das Gas-Terminal von Balhaf und die Stadt Mukalla geplant. Die Angriffe hätten aber durch die Armee verhindert werden können. Die USA flogen am Wochenende weiter Drohnenangriffe gegen mutmaßliche Terroristen: Nördlich der jemenitischen Hafenstadt Aden wurden am Samstag zwei Menschen getötet und ein weiterer verletzt. Am Freitag waren zwei mutmaßliche Al-Kaida-Kämpfer durch Drohnen getötet worden.

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Die Gründung der Terrororganisation jährt sich am heutigen Sonntag zum 25. Mal: Am 11. August 1988 hatte Osama Bin Laden die islamistische Vereinigung bei einem Treffen mit Weggefährten im pakistanischen Peschawar gegründet.

Wegen Terrorwarnungen wurden in den vergangenen Tagen im Jemen und in anderen muslimischen Ländern mehrere westliche Botschaften geschlossen. Die US-Botschaft in der Hauptstadt Sanaa zog zudem einen Teil ihres Personals ab. Auch Deutschland schloss seine Vertretung im Jemen, wann sie wieder öffnet, ist noch nicht bekannt. "Zum weiteren Vorgehen ist noch keine abschließende Entscheidung getroffen worden", sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amts. Die Sicherheitslage werde permanent überprüft. Auch in anderen muslimischen Ländern wurden Botschaften geschlossen, einige nahmen aber am Sonntag ihre Arbeit wieder auf.

Deutschland will Botschaften durch Bundespolizei schützen

Neben der US-Botschaft in Libyens Hauptstadt Tripolis wurden die US-Botschaft in Abu Dhabi und das Konsulat in Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten wieder geöffnet. Die US-Botschaft im Königreich Bahrain soll am Montag folgen. In Saudi-Arabien sind die Botschaft in der Hauptstadt Riad sowie die Konsulate in Dschidda und Dhahran noch bis Mittwoch geschlossen, die Botschaft im Emirat Katar bis Donnerstag. 

Um deutsche Botschaften im Ausland zu schützen, will das Innenministerium offenbar zusätzliches Personal der Bundespolizei anfordern. Laut Spiegel sieht das Ministerium einen Bedarf von insgesamt 240 neuen Stellen bis zum Jahr 2017. Die Bundespolizei habe neben den schon länger von ihr gesicherten Botschaften in Kabul und Bagdad inzwischen auch die Standorte in Tripolis, Sanaa, Bogotá und im malischen Bamako  übernommen, außerdem das neue Generalkonsulat im afghanischen Masar-i-Scharif.

Demnach hatte das Ministerium im März 30 Posten im Personen- und 30 im Objektschutz für den Bundeshaushalt 2014 angemeldet. Im Haushaltsentwurf, den das Kabinett im Juni verabschiedet hat, seien sie allerdings nicht enthalten. "Über zusätzliche Stellen im Haushalt 2014 für den Schutz im Ausland ist noch nicht abschließend entschieden", sagte ein Sprecher.

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Leserkommentare
  1. ...zwei MUTMAßLICHE Al-Kaida-Kämpfer durch Drohnen getötet worden."

    Bei jeder Nachricht die von erfolgreich ermordeten Menschen spricht, ohne dass klar ist ob sie sich überhaupt irgendetwas zu schulden haben kommen lassen, sollte die internationale Gemeinschaft aufschreien und Untersuchungen einleiten. Aber offenbar ist der Einsatz völkerrechtswidriger Tötungskommandos in "Dritte-Welt-Ländern" mittlerweile derart normal, dass es niemanden mehr interessiert.

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    Sehe ich genau wie Sie!
    Wo bleibt das Entsetzen?
    Ohne irgend einen nachweisbaren Grund, ohne Urteil, ohne Rechte, ohne Möglichkeiten der Verteidigung werden Menschen durch irgendein Raster, irgendeines Landes gesiebt und auf Verdacht hin von irgendeinem anderen Land umgebracht. Einfach so!

  2. 2. Ja...

    Sehe ich genau wie Sie!
    Wo bleibt das Entsetzen?
    Ohne irgend einen nachweisbaren Grund, ohne Urteil, ohne Rechte, ohne Möglichkeiten der Verteidigung werden Menschen durch irgendein Raster, irgendeines Landes gesiebt und auf Verdacht hin von irgendeinem anderen Land umgebracht. Einfach so!

    4 Leserempfehlungen
    Antwort auf ""Am Freitag waren..."
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    Das Entsetzen ist wohl mittlerweile Achselzucken gewichen. Ich ertappe mich selbst dabei und halte das für sehr gefährlich. Die völkerrechtswidrige Tötung mutmaßlicher Terroristen taucht so oft in den Medien auf, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen wird, sondern wie eine normale Verhaftung von Verdächtigen aus einem Polizeibericht.

    Gleiches gilt für Anschläge im Irak oder sonstwo, hier entsteht auch nur der Eindruck, dass die Menschen dort so halt ihre Konflikte regeln.

    Ich halte diese Abstumpfung für sehr gefährlich, für mich ist das eine Dämonisierung von Muslimen im Allgemeinen.

  3. es stößt mir sauer auf, wenn ich in diesem Artikel folgendes lese:

    Überschrift: Al-Kaida Kämpfer
    Unterüberschrift: mutmaßliche Islamisten
    Erster Satz: mutmaßliche Al-Kaida Kämpfer

    Das ist jetzt keine erbsenzählerische Druckfehlersuche, wie ich finde.

    Gerade im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte, und mit einem vielfach gerügten Einsatz von Propaganda finde ich, dass hier etwas mehr Sorgfalt geboten ist.

    Cheers

    wiki

    Eine Leserempfehlung
  4. Mir ging es auch schon so, als über die Ermordung von Osama Bin Laden berichtet wurde.

    Ich habe mich insgeheim gefreut, dass dieses Scheusal entdlich gekillt wurde.

    Aber dass die Weltöffentlichkeit es unkommentiert zur Kenntnis nimmt, dass ein amerikanisches Staatsoberhaupt einem Mord beiwohnt, wo doch ein rechtsstaatlicher Prozess für Bin Laden absolut möglich gewesen wäre, hat mich wirklich erstaunt.

    Kaum eine kritische Frage in diese Richtung schien möglich zu sein.

    Ganz parallel dazu die Diskussion beim Rennen um die Präsidentschaftskandidatur 2008. Als Ron Paul vorsichtig andeutete, dass 911 im Zusammenhang mit der amerikanischen Aussenpolitik der letzten Jahrzehnte zusammenhängen könnte, wurde er fast gelyncht.

    (Ron Paul Courageously Speaks the Truth: http://youtu.be/G7d_e9lrcZ8)

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    Der Witz ist ja das wirklich nicht geklärt ist ob Osama tatsächlich verantwortlich oder mitverantwortlich ist an 9/11. Er selber hat es ein paar Tage danach in einem Interview abgestritten dafür eine Erlaubnis gehabt zu haben oder so etwas geplant zu haben. Also wirklich offensichtlich wie es immer dargestellt wird ist es nicht. Vielleicht waren es ganz andere von Al-kaida.

  5. Das Entsetzen ist wohl mittlerweile Achselzucken gewichen. Ich ertappe mich selbst dabei und halte das für sehr gefährlich. Die völkerrechtswidrige Tötung mutmaßlicher Terroristen taucht so oft in den Medien auf, dass sie nicht mehr als solche wahrgenommen wird, sondern wie eine normale Verhaftung von Verdächtigen aus einem Polizeibericht.

    Gleiches gilt für Anschläge im Irak oder sonstwo, hier entsteht auch nur der Eindruck, dass die Menschen dort so halt ihre Konflikte regeln.

    Ich halte diese Abstumpfung für sehr gefährlich, für mich ist das eine Dämonisierung von Muslimen im Allgemeinen.

    3 Leserempfehlungen
    Antwort auf "Ja..."
  6. Nach Irak und Afghanistan jetzt also der nächste sich anbahnende US-Einsatz in Jemen.

    Abseits von Terror und Al-Qaida stellt sich die Frage nach dem geostrategischen Wert dieses failed-state post Ali Salih.

    Fundamental-religiöse Bewegungen, demokratische Kräfte des arabischen Frühlings und zerfallende Staaten ohne Kontrolle stellen eine direkte Bedrohung der Herrscher auf der arabischen Halbinsel dar.

    Das gilt für Jemen ebenso wie für Ägypten.

    US-Senator Joseph Lieberman prophezeite 2009:
    „Iraq was yesterday’s war, Afghanistan is today’s war, if we don’t act preemptively, Yemen will be tomorrow’s war.“

  7. Im Jemen, in Afghanistan in Pakistan und wo noch? Warum liest man da nichts?

  8. Der Witz ist ja das wirklich nicht geklärt ist ob Osama tatsächlich verantwortlich oder mitverantwortlich ist an 9/11. Er selber hat es ein paar Tage danach in einem Interview abgestritten dafür eine Erlaubnis gehabt zu haben oder so etwas geplant zu haben. Also wirklich offensichtlich wie es immer dargestellt wird ist es nicht. Vielleicht waren es ganz andere von Al-kaida.

    Antwort auf "Unverständnis"

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  • Quelle ZEIT ONLINE, Reuters, AFP, dpa, ff
  • Schlagworte Terrorismus | Jemen | Bundeshaushalt | Drohne | Soldat | Bamako
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