In Kolumbien ist der Protest gegen Reformen der Landwirtschaft eskaliert. In den Städten Suba und Engativa nahe der Hauptstadt Bogotá wurden nach Polizeiangaben zwei Menschen erschossen. Die Umstände werden noch ermittelt.

Auch in Bogotá ist es im Anschluss an einen friedlichen Protestmarsch mit rund 30.000 Menschen zu schweren Ausschreitungen gekommen. Jugendliche warfen Steine, die Polizei setzte Tränengas ein. Mindestens zwölf Polizisten wurden verletzt, vier Demonstranten festgenommen, sagte Polizeichef Luis Eduardo Martínez. Laut Rotem Kreuz erlitten auch zehn Zivilisten Verletzungen.

Präsident Juan Manuel Santos veranlasste, dass die Armee auf den Straßen patrouilliert. "Wir werden es nicht dulden, dass eine Bande von Außenseitern für Unruhe sorgt", sagte Santos. Es sei inakzeptabel, dass eine Minderheit mit ihren Aktionen die Mehrheit belaste. 50.000 Soldaten wurden angewiesen, die Polizei an Autobahnen zu unterstützen, die seit Tagen von Demonstranten blockiert werden.

Verteidigungsminister Juan Carlos Pinzón bezeichnete die Demonstranten als "Vandalen und Verbrecher mit finsteren Absichten im Dienst der Farc-Rebellen". Die Proteste gegen die Agrarpolitik der Regierung werden von den Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc), einer linksgerichteten Guerillabewegung, unterstützt.

Tausende Kleinbauern beklagen, dass ein neues Freihandelsabkommen und geringe Subventionen es ihnen unmöglich machten, Gewinne zu erwirtschaften. Seit dem Beginn der Demonstrationen vor zwei Wochen haben sich andere Berufsgruppen den Kundgebungen angeschlossen. Santos hat Probleme eingeräumt und Abhilfe versprochen.