RusslandPolizei nimmt Kreml-Kritiker Nawalny kurzzeitig fest

Die Moskauer Polizei hat Alexej Nawalny nach einem Wahlkampfauftritt vorübergehend festgenommen. Er gilt als aussichtsreicher Kandidat für das Moskauer Bürgermeisteramt.

Der russische Oppositionspolitiker und Blogger Alexej Nawalny ist nach einem Wahlkampfauftritt in Moskau vorübergehend festgenommen wurden. Die Polizei habe ihn ohne Angabe von Gründen mitgenommen, sagte die Sprecherin Nawalnys, Anna Weduta, der Nachrichtenagentur Interfax. Kurz darauf kam er wieder frei. Beobachter sprechen von einem Einschüchterungsversuch gegen den Kreml-Kritiker.

Das Innenministerium teilte mit, es habe Nawalny wegen Verstößen gegen das Versammlungsrecht verhört. Es seien Rechte und Interessen anderer Bürger verletzt worden, hieß es in der Mitteilung. Details nannte die Pressestelle des Ministeriums nicht.

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Zu dem Wahlkampfauftritt Nawanlys im Nordosten Moskaus sollen bis zu 7.000 Menschen gekommen seien, teilte die Sprecherin des Oppositionellen mit. Teilnehmer beklagten, dass Uniformierte die Veranstaltung gestört hätten. Es sei Technik abgeschaltet worden. Zudem seien Provokateure im Einsatz gewesen. 

Druck auf Nawalny steigt

Der Kremelkritiker Nawalny kandidiert für das Amt als Bürgermeister von Moskau. Er gilt als aussichtsreichster Gegner von Amtsinhaber Sergej Sobjanin, der vom Kreml gestützt wird. Die Opposition befürchtet, dass Nawalny noch vor der Abstimmung am 8. September aus dem Rennen gedrängt werden soll. 

Nawalny beklagt zunehmende Behördenschikanen, inszenierte Strafverfahren und Justizwillkür. Erst im Juli war er in einem umstrittenen Prozess wegen Veruntreuung öffentlicher Mittel zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Haftstrafe wurde allerdings bis zu einem Berufungsverfahren ausgesetzt, um ihm die Teilnahme am Wahlkampf zu ermöglichen.

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Leserkommentare
  1. ...sind ja fast Verhältnisse wie im Angelsächsischem Raum:

    http://www.zeit.de/gesell...

    4 Leserempfehlungen
  2. ...holen die Russen noch keine Regierungsflugzeuge vom Himmel.

    3 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen
    • fx56
    • 25. August 2013 23:45 Uhr

    Wenigstens ist es noch ein souveränes Land.

    • fx56
    • 25. August 2013 23:45 Uhr

    Wenigstens ist es noch ein souveränes Land.

    Antwort auf "Wenigstens..."
    • Karst
    • 26. August 2013 0:44 Uhr

    Dazu hören wir dann spätestens morgen einen empörten Kommentar von Angela Merkel und Guido Westerwelle, denn diesen Fall können sie sofort bewerten: ganz klar Diktatur.

    Bei der Geschichte um David Miranda, dem Guardian und der NSA heißt es allerdings:
    "Ich kenne die Details nicht und kann das nicht bewerten" oder "Wir müssen abwarten".

    Natürlich nur unter der Voraussetzung, dass sie sich überhaupt dazu herablassen, ein paar Worte über "unsere britischen und amerikanischen Freunde" und deren Politik zu verlieren. Denn wenn wir mal ehrlich sind, ist es viel interessanter, was Merkel gerne kocht und was ihr Lieblingstier ist.

    Eine Leserempfehlung
  3. Musik in den Ohren der nachweislich unschuldigen Guantanamo-Häftlinge in Obamas Folter-Gulag auf Kuba.

    • APGKFT
    • 26. August 2013 7:50 Uhr

    wirklich eine 10 Millionenstadt anvertrauen?

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  • Quelle dpa, AFP, ap, fz
  • Schlagworte Alexej Nawalny | Innenministerium | Blogger | Gefängnis | Kreml | Ministerium
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