Mutmaßliche islamistische Extremisten haben im Norden Nigerias mindestens 35 Menschen getötet. Über die Zahl der Opfer und den Hergang der Tat, die sich bereits in der Nacht zum Dienstag ereignete, gibt es unterschiedliche Angaben. Die Bewohner des Dorfs Dumba im Bundesstaat Borno seien angegriffen worden, weil sie nicht mit der islamistischen Sekte Boko Haram zusammenarbeiten wollten, heißt es.

Ein Sprecher des nigerianischen Militärs sagte, als Soldaten verkleidete Islamisten hätten ihren Opfern vor einer Moschee aufgelauert und dann geschossen. Ein Mitarbeiter des nationalen Katastrophenschutzes sagte hingegen, die Angreifer hätten ihren Opfern die Kehle durchgeschnitten und einigen Überlebenden die Augen ausgestochen. Die Nachrichtenagentur AP berichtet, hinter dem Vorgehen, Menschen die Kehle durchzuschneiden, stehe eine neue Taktik der Extremisten, um die Polizei nicht während der Tat zu alarmieren.

Wegen der Abgelegenheit des Ortes und weil die Telefonleitungen gekappt sind, wurde die Nachricht erst Tage nach dem Angriff öffentlich. In der vergangenen Woche hatten Soldaten bei einer Razzia in Dumba mehrere Islamisten festgenommen. Immer wieder kommt es in der Region zu Racheakten der radikalen Gruppe gegen das Vorgehen des Militärs.

Borno ist einer von drei Teilstaaten, in denen im Mai der Ausnahmezustand zur Verfolgung der Mitglieder von Boko Haram erlassen worden war. Die Sekte kämpft mit Gewalt für ein islamisches Nigeria und hat im Norden des Landes seit 2009 mindestens 1.700 Menschen getötet.