Enthüllungsjournalist Glenn Greenwald © Sergio Moraes/Reuters

Der Journalist Glenn Greenwald hat neue Enthüllungen aus dem Daten-Fundus des US-Whistleblowers Edward Snowden mit Deutschland-Bezug angekündigt. "Da kommen noch viele weitere Enthüllungen über Deutschland", sagte der Journalist des britischen Guardian in der ARD. Dabei gehe es um Spionage der USA und Großbritanniens gegen Deutschland, aber auch um "Aktionen, an denen die deutsche Regierung beteiligt ist".

Zu weiteren Details äußerte er sich nicht. Die meisten Fälle mit Deutschland-Bezug seien nicht von ihm, sondern von seiner Kollegin Laura Poitras sowie von Redakteuren des Spiegel untersucht worden. "Wir werden sehen müssen, was da kommt und wann", sagte Greenwald. Am Wochenende war bekannt geworden, dass der US-Geheimdienst NSA auch die Zentrale der Vereinten Nationen in New York ausspähte.

Greenwald hatte Snowdens erste Enthüllungen über das US-Programm Prism zur umfassenden Überwachung der Telefon- und Internetkommunikation veröffentlicht. Greenwalds Lebenspartner David Miranda war kürzlich von Berlin kommend auf seinem Weg nach Brasilien auf der Grundlage eines Anti-Terror-Gesetzes für neun Stunden am Londoner Flughafen Heathrow festgesetzt und befragt worden. Die Beamten ließen den Brasilianer später ohne Anklage frei, beschlagnahmten aber seinen Laptop, sein Handy und seine Speichermedien. Guardian-Chefredakteur Alan Rusbridger hatte daraufhin öffentlich gemacht, dass die britische Regierung die Löschung von Informationen Snowdens erzwang.