Die USA lassen sich durch die Ablehnung möglicher militärischer Schritte im britischen Parlament nicht von ihrem Kurs gegen Syrien abbringen. "Präsident Obamas Entscheidung wird von den Interessen der Vereinigten Staaten abhängen", sagte die sicherheitspolitische Sprecherin des Weißen Hauses in Washington , Caitlin Hayden.

Barack Obama sei überzeugt, dass es für die USA um Kerninteressen gehe und dass Länder, die internationale Normen verletzen, zur Verantwortung gezogen werden müssten. Es werde weiter Beratungen mit Großbritannien geben, sagte Hayden. US-Verteidigungsminister Chuck Hagel erklärte, die USA verfolgten nach wie vor den Ansatz, eine "internationale Koalition zu finden, die gemeinsam handelt". Die USA respektierten gleichwohl die Entscheidung der britischen Abgeordneten.

Die US-Regierung hat Berichten des Senders CBS News zufolge angekündigt, an diesem Freitag Geheimdiensterkenntnisse zum mutmaßlichen Giftgaseinsatz in Syrien zu veröffentlichen. Dies berichtete der Sender unter Berufung auf einen hochrangigen Regierungsvertreter. 

US-Präsident Obama hatte zuletzt das Regime von Präsident Baschar al-Assad für den Angriff mit Hunderten Toten aus der vergangenen Woche verantwortlich gemacht und Konsequenzen angekündigt.   

Großbritanniens Parlament lehnt Militärschlag ab

Das britische Unterhaus hatte am Donnerstag in einer Abstimmung gegen eine Militärintervention in Syrien gestimmt. Diese Abstimmung ist zwar nicht bindend, Großbritanniens Premierminister David Cameron will sie dennoch respektieren. Er sagte, er werde diese Entscheidung respektieren. Zuvor hatte er sich für eine Beteiligung Großbritanniens an einem möglichen amerikanischen Militäreinsatz ausgesprochen.

Cameron hatte sich nach dem Giftgaseinsatz mit Hunderten Toten in Syrien als einer der ersten internationalen Politiker für ein entschiedenes Vorgehen stark gemacht. Auf Druck der Labour-Opposition und auch aus den eigenen Reihen musste er die Abstimmungsvorlage deutlich abmildern. Diese erwähnte die Beteiligung an einem möglichen Militärschlag nur noch "grundsätzlich", angestrebt wurde darin vor allem ein internationaler Konsens.

Aber auch diese abgeschwächte Version trugen die Parlamentarier nicht mit. Die Opposition verlangt "zwingende Beweise" für die Anwendung von Chemiewaffen durch das Regime des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad.  

Die Ergebnisse der UN-Inspektoren, die den mutmaßlichen Einsatz von Giftgas in Syrien untersuchen, sind nach Angaben der UN nicht vor kommender Woche zu erwarten, sagte ein Sprecher.