Anti-Homosexuellen-GesetzRussland verspricht homosexuelle Olympioniken zu achten

Im Streit um ein umstrittenes Gesetz hat Sportminister Mutko versichert, homosexuelle Sportler müssten sich keine Sorgen machen. Ihre Privatsphäre werde geschützt.

Russland will die Rechte homosexueller Sportler bei den kommenden Winterspielen schützen. Russland habe eine Verfassung, "die allen Bürgern Rechte für Privatleben und Privatsphäre garantiert", sagte Sportminister Witali Mutko.

Anlass war die internationale Kritik an dem russischen Gesetz gegen "homosexuelle Propaganda" und dessen möglicher Anwendung bei den Spielen im Februar 2014 in Sotschi. Die Rechte sämtlicher Athleten würden geschützt, versprach Mutko. Alle Sportler und Verbände sollten sich daher beruhigen.   

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Das neue Gesetz erschwert den Alltag von Homosexuellen. Es ist seit dem 30. Juni in Kraft. Damit ist es in Russland strafbar, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen zu informieren oder Schwulen- und Lesbenparaden abzuhalten. Bei Verstößen drohen Geldstrafen zwischen umgerechnet rund 120 und 23.000 Euro oder bis zu 15 Tage Haft. Ausländer können des Landes verwiesen werden.

Mutko sagte, das Gesetz verbiete einem Menschen nicht, nach seinen sexuellen Neigungen zu leben, "sondern nur, öffentlich für Homosexualität zu werben".    

Auch Lamine Diack, Mitglied des Internationalen Olympischen Komitees, sagte, das Homo-Gesetz schränke keinen ein. "Ich habe nicht das Gefühl, dass es ein Problem ist", sagte sie. "Jeder kann seine Privatsphäre bewahren. Ich bin nicht beunruhigt."

Noch vergangene Woche hatte Mutko mit der Ankündigung Unmut ausgelöst, sein Land wolle das umstrittene Gesetz auch während der Spiele im Februar 2014 durchsetzen.  

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Leserkommentare
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    Ja ja, genau, und Vlad Tornovy hat nur so getan, als sei er ermordet worden. Die zahlreichen Videos, die von russischen Neonazis ins Internet hochgeladen werden, auf denen homosexuelle Jugendliche drangsaliert und ausgelacht werden, sind alle gefaket. Anton Krasovsky ist nur aus heiterem Himmel direkt nach seinem Coming-out rausgeschmissen worden. Die Demonstranten gegen das neue Gesetz wurden auch nicht zusammengeschlagen und/oder verhaftet - ist natürlich alles niiieee passiert. Leben Sie weiter in Ihrer rosaroten Märchenwelt.

  3. Ja ja, genau, und Vlad Tornovy hat nur so getan, als sei er ermordet worden. Die zahlreichen Videos, die von russischen Neonazis ins Internet hochgeladen werden, auf denen homosexuelle Jugendliche drangsaliert und ausgelacht werden, sind alle gefaket. Anton Krasovsky ist nur aus heiterem Himmel direkt nach seinem Coming-out rausgeschmissen worden. Die Demonstranten gegen das neue Gesetz wurden auch nicht zusammengeschlagen und/oder verhaftet - ist natürlich alles niiieee passiert. Leben Sie weiter in Ihrer rosaroten Märchenwelt.

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    • zeie
    • 08. August 2013 23:33 Uhr
    4. *lol*

    "Russland will die Rechte homosexueller Sportler bei den kommenden Winterspielen schützen. Russland habe eine Verfassung, "die allen Bürgern Rechte für Privatleben und Privatsphäre garantiert""

    Nachdem ich jetzt gerade die vorgeschlagenen Sprüche von Zeit-Lesern für Wahlwerbeplakate gelesen habe, setzt das der Ironie noch einen drauf. Danke Herr Mutko, ihre Regierung bringt mich viel öfters zum Lachen. Öfters - und ehrlicher sogar - als meine eigene oder gar die USA.

    Bei der russischen Regierung scheint so oft immer so eine irgendwie herrlich ironisch bis sarkastisch-merkwürdige Art der Offenheit (oder verschlossenen Offenheit) über ihre Gräultaten mitzuschwingen!

    1.) Privatsphäre: Es steht in Wikipedia, d.h. jeder darf das, anscheinend selbstverständlich, wissen, dass ihr Geheimdienst - z.B. den gesamten Internetverkehr in ihrem Land überwacht.

    2.) "Propaganda für Homosexualität": wenn man liest was das sein soll und eine Sekunde daran denkt, was das für die Betroffenen in der Praxis wohl bedeutet: kein Kommentar mehr. (Natürlich ist "Propaganda für Homosexualität", die Wortgruppe, an sich schon Ironie in ihrer Reinform. Werbung für Sachen, die niemand auswählt - weder bei sich selbst, noch für andere, ... Eine menschlich traurige, aber irgendwie dennoch oder deshalb 100%tig kabarett-reife "Idee".!)

    3 Leserempfehlungen
  4. 5. [...]

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    • Sredna
    • 09. August 2013 1:01 Uhr

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  5. 6. […]

    Kritik an der Moderation richten Sie gerne an community@zeit.de. Die Richtlinien der Moderation entnehmen Sie bitte der Netiquette. Danke, die Redaktion/jk

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  6. 7. […]

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  7. "Das neue Gesetz erschwert den Alltag von Homosexuellen. Es ist seit dem 30. Juni in Kraft. Damit ist es in Russland strafbar, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen zu informieren oder Schwulen- und Lesbenparaden abzuhalten."

    Besteht der Alltag von Homosexuellen darin, Minderjährige über homosexuelle Lebensformen zu informieren?

    Wenn ja, dann könnte das Gesetz durchaus angebracht sein, und wenn nein, dann erschwert das neue Gesetz den Alltag von Homosexuellen nicht.

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    • Sredna
    • 09. August 2013 0:41 Uhr

    ...dahingehend, dass sie in der Öffentlichkeit keinerlei Zuneigung mehr zeigen dürfen. Dass öffentlich nicht mehr positiv über Homosexualität gesprochen werden darf. Dass sie öffentlich nicht über die massive Gewalt, der sie gerade ausgesetzt sind, reden dürfen, denn das könnte ja auch als Propaganda ausgelegt werden.

    Wann verstehen die Leute es endlich? "Nicht mit Kindern über Homosexualität reden" heißt konkret, "nicht in der Öffentlichkeit über Homosexualität reden". Einer Minderheit, die massiv verfolgt wird (auf die Artikel über rechte Banden, die organisiert Jagd auf Schwule machen, muss ich wohl nicht mehr hinweisen), gegen deren Verfolgung der Staat nichts unternimmt, die er im Gegenteil sogar still gutheißt, wurde jetzt als Tüpfelchen auf dem i auch noch verboten, über ihre Situation zu reden.

    Und Russland ist als Ausrichter von Olympia denkbar ungeeignet, wenn homosexuelle Sportler Angst haben müssen, ihren Lebensgefährten zuneigung zu zeigen, solang vielleicht irgendwo eine Kamera in der Nähe ist.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, AP, dpa, hs
  • Schlagworte Ausländer | Geldstrafe | Homosexualität | Privatsphäre | Propaganda | Russland
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