NSA-Enthüller Edward Snowden hat sich von seinem Vater Lon Snowden und dessen Anwalt distanziert. "Weder mein Vater, sein Anwalt Bruce Fein, noch dessen Frau Mattie Fein vertreten mich in irgendeiner Weise", schrieb Snowden in einer vom US-Internetportal Huffington Post veröffentlichten Stellungnahme.

Medien seien von Menschen aus dem Umkreis seines Vaters dazu verleitet worden, falsche Behauptungen zu verbreiten. "Ich habe das Glück, Rechtsbeistand von einem internationalen Team mit einigen der besten Anwälte auf der Welt zu bekommen und mit Journalisten zu arbeiten, deren Integrität und Mut außer Frage stehen", schrieb der Enthüller.

Lon Snowden und Bruce Fein hatten sich mehrfach zu dem Fall geäußert und dadurch den Eindruck erweckt, den früheren US-Geheimdienstmitarbeiter zu vertreten. Zudem planen sie eine Reise nach Moskau, um den dort untergekommenen Snowden in rechtlichen Fragen zu beraten.

Konkreter Anlass des Schreibens soll ein Konflikt zwischen Lon Snowden und der Enthüllungs-Plattform WikiLeaks sowie dem Journalisten Glenn Greenwald sein, der die NSA-Enthüllungen Anfang Juni öffentlich gemacht hatte. Das Wall Street Journal hatte am Donnerstag über Unstimmigkeiten zwischen den einzelnen Unterstützer-Lagern Snowdens berichtet.

Snowden selbst stellte in seinem Schreiben klar: Zumindest zwischen ihm und den Menschen oder Organisationen, mit denen er kooperiere, gebe es keine Konflikte.

WikiLeaks verkauft Snowden-Fanartikel

Gleichzeitig verkauft WikiLeaks seit einigen Tagen Fan-Artikel mit dem Konterfei Snowdens. "Unterstütze die Whistleblower, die alles für dich riskieren", heißt es demnach in der Beschreibung der T-Shirts und Becher im Online-Shop von WikiLeaks.

Zum Schutz journalistischer Quellen richtete die Plattform zudem einen Fonds ein. Der Journalistic Source Protection Defence Fund soll Quellen mit Rechtshilfe unterstützen. Rund 13.000 Dollar (9.700 Euro) sollen mit der vor einer Woche gestarteten Aktion bereits gesammelt worden sein. Von dem Geld sollen unter anderem die Anwaltskosten und eine Kampagne für Snowden bezahlt werden.

Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter wird wegen Enthüllungen zu Überwachungen von den USA per Haftbefehl gesucht. Snowden ist zur Zeit in Russland, wo ihm Asyl gewährt wurde. Dort hält er sich an einem geheimen Ort auf.