Angriffspläne gegen SyrienReden statt bomben

Statt Syrien zu bombardieren, sollten die USA mit Machthaber Assad verhandeln. Die bevorstehenden Luftschläge werden den Konflikt nicht lösen. Ein Kommentar von 

Ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Flughafen von Damaskus

Ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad im Flughafen von Damaskus  |  © Joseph Eid/AFP/Getty Images

Der Einsatz von Giftgas ist eines der abscheulichsten Kriegsverbrechen, erst recht gegen die eigene Bevölkerung. Daran kann es keinen Zweifel geben. Schon Bürger, die anfangs friedlich protestierten, niederschießen und bombardieren zu lassen, wie es Syriens Präsident Baschar al-Assad tat, widerspricht dem Völkerrecht und den Menschenrechten. Doch rechtfertigt das, die Führung des Landes militärisch anzugreifen, wie es die USA, Großbritannien und Frankreich vorbereiten?

Die militärischen Interventionen im Irak, in Afghanistan und zuletzt Libyen haben gezeigt, dass ausländische Bomber und fremde Soldaten Probleme und Konflikte nicht lösen, sondern nur viele neue, größere schaffen. Im Irak wurde Diktator Saddam Hussein beseitigt. Statt seiner Schreckensherrschaft herrscht dort jetzt, nach Hunderttausenden Toten, ein endloser Terrorkrieg zwischen Schiiten und Sunniten. In Afghanistan wurden die Taliban von der Macht vertrieben. Aber wenn die USA und die Nato nächstes Jahr abziehen, werden sie bald zurückkehren, die Lage am Hindukusch hat sich trotz zwölfjährigen Kriegseinsatzes nicht wesentlich verbessert. Und Libyen, nach dem durch westliche Bomben erzwungenen Ende der Tyrannei von Muammar al-Gaddafi längst wieder vergessen, steht weiter vor dem Zerfall.

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In Syrien ist nicht einmal mit letzter Sicherheit erwiesen, ob es Assad war, der Hunderte Menschen in einem Vorort der Hauptstadt Damaskus mit Giftgasgranaten töten ließ. Trotzdem fahren die USA und ihre Verbündeten bereits ihren gesamten militärischen und propagandistischen Apparat auf. Mit "begrenzten" Luftschlägen wollen sie politische und militärische Einrichtungen des Assad-Regimes zerstören.

Aber mit dem geplanten Beschuss mit Marschflugkörpern wird Präsident Barack Obama die von ihm selbst beschworene "rote Linie" überschreiten: Aus einem innerstaatlichen Krieg mit Beteiligung ausländischer Kräfte und jetzt schon 100.000 Toten kann ein noch größerer, womöglich regionaler Konflikt werden. Die Folgen sind unabsehbar.

Was aber können die USA und ihre Alliierten erreichen? Sie möchten Assad und sein Regime "bestrafen", aber sie wollen ihn erklärtermaßen nicht stürzen und auch nicht den Rebellen zum Sieg verhelfen. Zumal diese inzwischen aus etlichen, teilweise dschihadistischen Gruppierungen bestehen, die sich nicht selten gegenseitig bekämpfen.

Leserkommentare
    • Goody
    • 28. August 2013 19:53 Uhr

    Die FSA hat nichts mehr zu sagen,also muss Assad geholfen werden
    die Terroristen erstmal loszuwerden.
    Im Gegenzug wird Assad auch zu Zugeständnissen bereit sein.

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    Es gab sehr wohl 40 Jahre lang moderate Oppositionelle, die wusste aber Papa Assad zu beseitigen(ca 30.000 siehe Wiki), und auch gegen Sohnemann Assad waren anfangs die Proteste friedlich, bis er den Schussbefehl gab. Und nach 100.000 Toten ist er sicherlich nicht demokratischer geworden.

    Dies setzt allerdings voraus, dass der Westen (allen voran USA und GB) daran interessiert sind, dass freiheitlich-demokratische Leute in Syrien an die Macht kommen. Leider ist jedoch genau das Gegenteil der Fall! Jihadisten werden vom Westen militärisch in Jordanien ausgebildet und ausgerüstet und von dort in den Kampf gegen Assad geschickt. Damit klebt an Obamas, Cameroons, Hollands, letztlich auch Merkels Hand das Blut 100.000 getöteter Syrer, weil sie menschenverachtende Gotteskrieger niedermetzeln, welche Koranverse zu langsam, falsch oder unvollständig aufsagen oder bei drei nicht "Allah-Akhbar" laut genug gebrüllt haben! Ich empfehle hier ein Video von HEUTE auf der arab. Website "christian-dogma", in dem eine haarsträubende Hinrichtung mehrerer unbewaffneter LKW-Fahrer von seitens der von uns unterstützten "Rebellen" stattfindet:
    http://www.youtube.com/watch?feature=player_embedded&v=XVK6MeqKyPA#t=497

    Ich kann Ihnen da nicht ganz folgen. Einen Diktator zu unterstützen, der sein eigenes Volk zusammenschießen lässt? Ich werde das Gefühl nicht los, dass viele Assad-Unterstützerkommentare unter den Artikeln zum Syrienkrieg durch eine mehr oder weniger diffusen Islamfeindlichkeit motiviert werden.
    Und ich bin heilfroh, dass die meisten deutschen Politiker eine Unterstützung von Assad nicht in Betracht ziehen.

    Es sollte DemokratieEXporte in missliebige Länder geben, während andere Länder Demokratie IMportieren wollten!

    Das Nationbuilding nach 2001 funktionierte aus verschiedenen Gründen nicht, weil es ein Export der Demokratie werden sollte. Allerdings kann man heute nicht beurteilen, ob die gelegte Saat in Afghanistan nicht doch aufgeht, weil eine Dekade nicht spurlos an den Kindern und Jugendlichen vorbeigeht!

    Im Irak wechselte der sunnitische Minderheitsdiktator zur schiitischen Mehrheitsregierung. Dieser Übergang wird wohl länger dauern als in Libyen. Der Irak ist kritisch!

    Dagegen ist der Import von Demokratie in den Ländern des „arabischen Frühlings“ vielversprechender, weil die Bevölkerung immer wieder ihre Forderungen stellt. In Tunesien gibt es eine Einigung oder eine Neuwahl in spätestens 2 Jahren!

    In Ägypten will man Pressefreiheit oder Verhältniswahl für Parteien. In gut 3 Monaten gibt es eine neue Verfassung. Und dann sucht man Mehrheiten gegen die alten Institutionen. In 10 Jahren wissen wir mehr!

    Die Ausnahme Libyen muss das tribale System überwinden. Aber es gibt keine Übernahme von Jihadisten. Dieses Land braucht ein paar Jahre mehr!

    Das Chaos Syrien einigt sich vielleicht durch einen Kampf gegen Jihadisten!

    Nationbuilding funktioniert nur, wenn VORHANDENE Wünsche unterstützt werden!

    Demokratie muss man IMPORTIEREN!

    „Demokratie kommt langsam, aber gewaltig!“ Aber sie kommt!

  1. ...ob diese Destabilisierung und Verelendung nicht genau so gewollt ist.
    Libyen war unbequem vor dem Angriff. Gaddhaffi hat regelmäßig Klartext geredet vor der Völkergemeinschaft. Hat gegen den Westens und anderen Staatschefs aus der Seele geredet. Hussein war ähnlich. Immer bereit, sich gegen westliche Interessen zu stellen. Beide hatten einen gewissen Einfluss, der einfach unbequem war.

    Jetzt sind Saddam und Muhamar Geschichte. Ihre Länder wirtschaftlich am Ende. Ihre Regierung schwach, wenn überhaupt vorhanden. Die Korruption blüht und für ein paar Dollar erhält man so ziemlich alles.

    Cui bono?

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    • dacapo
    • 28. August 2013 20:43 Uhr

    ........ die Bevölkerungen der jeweiligen Länder waren, die ihre Despoten los werden wollten, unter denen sie sehr gelitten hatten. Aufstände sollten in der Regel ohne Einwirkung von außen stattfinden. Im Falle von Syrien sollte in Erinnerung gerufen werden, dass Bachar AlAssad mit der Hezab AlBaath zuerst auf unbewaffnete Aufständische geschossen haben. Die Berufsterroristen mit dem Dchihad-Flair sind als Wander-Aufständische unterwegs. Ihr Eingreifen hätte der feine Bachar AlAssad verhindern können, wenn er sich nicht unbedingt an die Macht hätte halten wollen, die ihm sowieso aus der Hand genommen wird, was auch immer passiert. Despotie und Diktatur kennt nur eine Parole: Tot oder Macht.

    Einwirken könnten nur Russland und China, leider ist es auch jetzt dazu zu spät, die kriegerischen Auseinandersetzungen sind zu weit vorgeschritten, dass auch nichts mehr das Zerbrechen Syriens, das Sterben aufhalten könnte. Macht dieser Art ist eine teuflische Droge, die kein Erbarmen findet. Man tue doch nicht, dass solche Despoten nur an der Macht bleiben wollen, um ein Bollwerk vor dem Westen sein wollen. Wie naiv muss man sein, so etwas anzunehmen, wie eurozentristisch muss man sein, wenn man die Belange der einzelnen Völker nicht wahrnehmen möchte.

    • vyras
    • 28. August 2013 21:00 Uhr

    ... eine weitere Eskalation herbeiführen und unter Umständen, wenn die Hizbollah und der Iran Syrien militärisch beistehen, einen Flächenbrand auslösen.

    Ich teile Ihre Ansicht, dass man sich fragen kann, ob die genannten negativen Folgen nicht tatsächlich die erwünschten sind.

    Ich kann Ihre Frage nicht beantworten, aber dass Länder im Nahen Osten in Chaos zerfallen, sorgt nicht bei allen Ländern dieser Welt für Trauer.

    Hierzu ist folgender Zitat interessant:

    http://radioyaran100words.wordpress.com/2013/05/30/israeli-official-isra...

    Original Quelle ist der Guardian.

    Ich bin entschieden gegen eine Bombardierung von Syrien.

    Aber es gibt schon einen großen Unterschied des Irak und Libyen vor und nach der Diktatur. Zu Zeiten von Saddam Hussein und Gaddafi hatten die gemässigten freiheitsliebenden und toleranten Muslime keine Hoffnung.

    Heute haben die Bürger in Libyen und Irak schon Hoffnung auf ein besseres Leben.

    Allerdings sollten die Geheimdienste von Saudi Arabien, Iran und den Emiraten sich raushalten.

  2. Es gab sehr wohl 40 Jahre lang moderate Oppositionelle, die wusste aber Papa Assad zu beseitigen(ca 30.000 siehe Wiki), und auch gegen Sohnemann Assad waren anfangs die Proteste friedlich, bis er den Schussbefehl gab. Und nach 100.000 Toten ist er sicherlich nicht demokratischer geworden.

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  3. (21.07.2012)

    „Wer steht hinter den Aufständischen in Syrien, wer unterstützt sie?

    Saudi-Arabien, Katar, die Türkei und natürlich die USA. Nicht zu vergessen die Europäer, die ebenfalls kräftig mitmischen. Sie sind vor allem verbal immer in vorderster Front zu finden. Der Umsturz und der Fall des Regimes erfolgen nicht von innen her. Er wird systematisch von außen betrieben.

    Wie kommen die Aufständischen in Syrien an Waffen und Munition, wie funktioniert die Logistik?

    An Geld herrscht kein Mangel. Dafür sorgen die Saudis, Katar und die USA. Geliefert werden die Waffen ganz offiziell über die Türkei nach Syrien. Ohne diese Hilfe hätten die Aufständischen niemals die Kraft, gegen Assads Truppen zu bestehen. Es fällt auch auf, dass die Aufstände in Orten ausbrachen, die sehr nahe an den Grenzen zu Jordanien und zur Türkei liegen.

    Warum liegt vor allem den USA so viel am Sturz des Assad-Regimes?

    Der eigentliche Zweck dieses Umsturzes, und deshalb sind auch die Amerikaner so intensiv beteiligt, ist das Verhindern einer Achse. Unterbunden werden soll, dass der Iran über den Irak – der ebenfalls mehrheitlich schiitisch ist und dessen Regierungschef mit Teheran sympathisiert – und über die Alewiten in Syrien, die ebenfalls Teheran nahestehen, die bereits enge Verbindung zur Hisbollah im Libanon ausbaut. Dort ist die Hisbollah im Süden die stärkste und landesweit die kontrollierende Kraft. Sie ist so stark, dass sie im Jahr 2006 sogar die Israelis zurückschlagen konnte.“

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    Dieser Artikel wird sie interessieren:

    http://radioyaran100words.wordpress.com/2013/06/13/seymour-hersh-reveali...

    Es geht um einen Artikel vom preisgekrönten und weltbekannten Autor des New Yorker, Seymour Hersh. Was Hersh in diesem Artikel von 2007 schreibt erklärt ganz genau das was jetzt im Nahen Osten passiert.

    Assad wird das Bombardement politisch überleben und als arabischer Held in die Geschichte eingehen. Assad ist der Diktatorenheld, der Chemiewaffen behalten, sie aber nicht benutzen darf. Dass die Atommächte Syrien das Chemiewaffenarsenal nicht mit Bodentruppen wegnehmen können, ist die eigentliche Schande des sogenannten Weltsicherheitsrates.

  4. wird angeführt, dass die USA mitgeschnittene Telefonate als Beweis vorlegen wollen.

    Folgendes soll die Schuld Assads beweisen:
    " ... Darin heißt es, in den "panischen" Gesprächen habe das Ministerium von der Einheit Erklärungen für den Giftgasangriff mit Hunderten Toten am 21. August verlangt. ..."

    Nachgedacht:
    Es beweist, dass das Giftgas nicht von den Rebellen eingesetzt wurde, zudem lässt es zu dem Schluss kommen, dass es keine Anweisung von Oben (Assad) war, wenn das Ministerium davon nichts weiß.

    Dies würde Assad und die Führung gar entlasten und spricht für Einheiten, die inzwischen ihren eigenen hasserfüllten Krieg führen.

    Quelle des Zitats:
    http://www.zeit.de/politik/ausland/2013-08/syrien-un-giftgas?commentstar...

    Beste Grüße
    FSonntag

    Beste Grüße
    FSonntag

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    Assad ist als Oberbefehlshaber nun mal für seine Streitkräfte verantwortlich. Genauso absurd wäre es Hitler zu entlasten, weil seine Generäle im Russlandfeldzug etwas "aus dem Ruder gelaufen" waren. Sorry für diesen abgestanden Nazi-Vergleich. Fakt bleibt, dass Assad Chemiewaffen besitzt, und keine Hemmungen hat, diese gegen sein eigenes Volk einzusetzen. Hier ist ein schlafender Vorort von Damaskus angegriffen worden. Hier sind Kinder an Nervengasen erstickt.

    Die Welt DARF das nicht zulassen, egal welcher "strategische Vorteil", oder "strategische Nachteil" sich daraus ergeben wird.

    *-*-*

    Das vermeintliche abgehörte Telefonat ist in der Tat interessant. Wenn es denn stimmt, dann lässt es nämlich darauf schliessen, dass der Chemiewaffenangriff eben tatsächlich gar nicht von Assad angeordnet wurde.

    Was wäre wohl für Gegner Assads die beste und einfachste Möglichkeit, die Meinung der Weltöffentlichkeit gegen Assad aufzubringen? Ganz einfach: Assad-Truppen irgendwie mit Chemiewaffen befüllte Munition unterzujubeln, so dass irgendein kleiner Armee-Soldat im Glauben konventionelle Waffen zu benutzen in Wahrheit Chemiewaffen abfeuert.
    Zack, schon könnte man - und sogar ohne zu lügen! - behaupten, dass die syrische Armee Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung eingesetzt hat.

    Das würde auch den höchst seltsamen Umstand erklären, dass Assad wohl kaum genau dann einen Chemiewaffenangriff befehlen würde, als gerade UN-Chemiewaffeninspektoren im Land waren.

    • wd
    • 28. August 2013 22:47 Uhr

    möchte ich nur an Herrn Putin zum Fall Saddam erinnern:
    „Wir hätten etwas gefunden“ oder so ähnlich.
    Telefonate kann Jeder frei erfinden. Herr Putin hätte sogar Sachen finden lassen.

    heisst es auch nicht dass andere Einheiten der syrischen Armee, das Gas ohne Wissen von oben benutzt haben . So kann es natürlich sein, aber was die mitgeschnitttenen Telefonate lediglich Zeigen ist dass die syrische Führung überrascht gewesen ist, und man daher ausschliessen kann dass sie den Angriff angeordnet hat.
    Es kann aber auch überrascht sein und nach Schuldigen in eigenen Reihen suchen obwohl es die Rebellen waren.

    Die deutsche Ausgabe von 100words hat die wichtigsten Zitate aus einem Zeitartikel wieder auf weniger als 100 Worte zusammengefasst:

    http://worte100.wordpress.com/2013/08/27/chemiewaffen-in-syrien/

    Darin kann man sehen dass die Herstellung von chemischen Waffen auch für die Rebellen kein grosses Problem sein sollte. Mal davon abgesehen was die Rebellen von Armee bestaenden alles geplündert haben ...

    aus Armeebeständen ist in jedem Falle die Armee und somit das Regime verantwortlich. Warum haben die denn überhaupt so ein furchtbares Zeug?! Giftgas ist ja nun wahrlich keine Präzisionswaffe...

  5. „Lassen Sie uns noch einmal auf die Rolle des Iran kommen: Wie groß ist sie?

    Längst nicht so groß, wie sie vor allem im Westen immer wieder dargestellt wird. Der Iran hat sich zuletzt sehr stark zurückgehalten. Unter anderem auch im Irak, wo längst viel radikalere Kräfte an der Macht sein könnten. Mit Blick auf Syrien sollte nicht übersehen werden, dass dort salafistische und extremistische Kräfte agieren, die von Saudi-Arabien und dem dortigen Wahhabiten-Regime sowie durch religiöse Institutionen unterstützt werden. Auch El Kaida ist in Syrien engagiert – was bedeutet, dass die Amerikaner dort zu Verbündeten einer Terrororganisation geworden sind.

    Was wird denn mit Präsident Assad passieren?

    Er hat nur wenige Möglichkeiten. Falls er nicht irgendwo ins Exil gehen kann, wird er entweder Gaddafis Schicksal teilen, der von seinen Gegnern gefoltert, gepfählt und erst dann getötet worden ist, oder er landet vor dem Internationalen Kriegsverbrecher-Tribunal in Den Haag und verbringt den Rest seines Lebens in einer Gefängniszelle.

    Er wird also bis zum Letzten kämpfen?

    Es wird ihm gar nichts anderes übrig bleiben. Er hat ja auch Verpflichtungen gegenüber seinen alewitischen Glaubensbrüdern, denen bei einer Niederlage des Regimes ein Massaker droht, an dem gemessen die bisherigen Verluste des Regimes gering sind.“

    http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/assad-droht-gaddafis-schic...

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  6. Maduro: USA wollen Weltkrieg

    „Venezuelas Präsident Nicolas Maduro wirft den USA vor, eine Zerspaltung Syriens und einen Weltkrieg anzustreben.

    „Die Vereinigten Staaten wollen offenbar einen großen Weltkrieg entfesseln", sagte Maduro am Samstag nach Angaben lateinamerikanischer Medien. Nach seinen Worten wollen die USA Syrien „in vier Teile“ aufteilen und setzen dafür die arabische Welt unter Druck. „Syrien ist die wichtigste Stabilitätsinsel der arabischen Welt und wehrt sich gegen Invasion und Expansion“, so Maduro weiter. „Jetzt attackieren die Medien aller Welt Syrien.“

    http://de.rian.ru/politics/20130825/266731182.html

    „Katar als Urheber der Chemiewaffen-Angriffe?

    Nach Angaben der englischsprachigen "EU-Times“ soll eine britische Söldnertruppe namens "Britam Defence" dafür gesorgt haben, dass eine chemische Waffe ähnlicher Bauart wie sie die syrische Regierung benutzt, von ukrainischen Mitarbeitern nach Homs geliefert wurde. Auftraggeber war demnach Katar. Aufgeflogen war die Aktion nach einem gezielten Hackerangriff auf die Systeme der Britam Defence. Die Echtheit der Daten wurde vom russischen Geheimdienst FSB bestätigt, welcher auch vor einem Dritten Weltkrieg warnte.“

    Hier mehr:
    http://www.ecocens.eu/2013/08/syrienkonflikt-russland-droht-saudi-arabie...

    Massive Transport of Tanks in New Orleans

    http://intellihub.com/2013/08/27/massive-transport-of-tanks-in-new-orleans/

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    • Blab
    • 28. August 2013 21:29 Uhr

    Nur zur Information: Es ist bekannt, dass die Mails, die in Ihrer ominösen Quelle dort zitiert wurden, von den Hackern gefälscht wurden. (Metadaten-Header von einer anderen Mail genommen und den Text geändert.)

    Der originale Bericht (erschienen in der Daily Mail) wurde dann auch wieder zurückgezogen.
    http://www.theguardian.com/media/2013/jun/26/daily-mail-syrian-chemical-...

    Nichts für ungut, aber wenn alle ihre Quellen diese Qualität haben, dann kommen ihre Beiträge vielleicht nicht so gut an. (Wenn man das Gerede vom Weltkrieg, der offensichtlich selbst bei Annahme der übelsten Motive in niemandes strategischem Interesse liegt, überhaupt so recht ernst nehmen kann.)

    Ein clash of civilisations zwischen Europa und dem Nahen Osten quasi als Self-fulfilling prophecy, herbei zu Führen könnte allerdings gerade der USA in ihrer prekären Lage, einige Politische voreile verschaffen (innenpolitisch, wie Finanziell, durch die dann steigenden Sicherheitspolitischen Ansprüche Europas, diese Lücke würde dann aber sehr wahrscheinlich ebenfalls von Deutschland dem 3. grösten Waffenproduzenten der Welt, allein schon wegen der Regionalen Gegebenheiten gefüllt werden.)

    Hierzu sollte man sich die gleichnamigen Thesen des amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Huntington durchlesen.

    "Eine weitere Quelle der Gefahr sieht Huntington in der Einmischung eines Kernstaates einer Kultur in den Konflikt innerhalb eines anderen Kulturkreises, z. B. Einmischung Europas und der USA in den Nahostkonflikt."

    "Kampf der Kulturen, ein islamisches Konzept?
    Der aus dem Libanon stammende Islamwissenschaftler Ralph Ghadban vertritt die These, dass die Vorstellung eines Kampfs der Kulturen nicht von Huntington, sondern aus dem Islam stamme. Er führt dabei das islamische Konzept von Dar al-Harb und Dar al-Islam an. „Diese Ideologie ist immer noch aktuell und leitet immer noch die saudi-arabische Politik“, sagt Ghadban. Auch die Muslimbrüder vertreten dieses Konzept."

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kampf_der_Kulturen

    hierzu auch sehr interessant, das kürzlich erschienene interview mit Noam Chomsky "Drone strikes a terror-generating machine"

  7. Was soll es bringen, mit jemandem zu reden, der Chemiewaffen gegen seine eigene Bevölkerung einsetzt und eine massive Gefahr für den Weltfrieden darstellt?
    Wahrscheinlich etwa so viel wie die "Frieden in unserer Zeit"-Visite Chamberlains und Daladiers bei Hitler 1938.

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    Zum einen ist ja noch gar nicht sicher, wer die Chemiewaffen eingesetzt hat. Zum anderen lohnt sich ein militärischer Eingriff nur, wenn man davon ausgehen kann, dass die Situation nachher besser ist als vorher. Meiner Meinung nach wird es nach einem Angriff eher zur Eskalation kommen, die den ganzen Nahen Osten betreffen kann. Das fände ich verantwortungslos.
    Auch wenns schwer fällt, führt an Gesprächen kein Weg vorbei.

    • merr.b
    • 28. August 2013 21:49 Uhr

    8. "Appeasement ist KEINE Antwort
    Was soll es bringen, mit jemandem zu reden, der Chemiewaffen gegen seine eigene Bevölkerung einsetzt und eine massive Gefahr für den Weltfrieden darstellt?"

    Ihnen liegen die Ermittlungsergebnisse und Beweise demnach schon vor..
    wußte gar nicht,dass die Ermittlungen abgeschlossen sind;-)

    nein,im Ersnt,Assad ist beinahe der Allerletze der eine Gefahr für den Weltfrieden darstellt,das kann ich Ihnen versichern...Der will keinen Weltkrieg,der ist froh und glücklich,wenn er die Islamisten nochmal los wird.

    Sie erinnern sich sicher, als die USA unbedingt Krieg gegen den Irak führen wollten, gab es auch diese Beweise von Massenvernichtungswaffen und mobilen Giftgaslaboren (Colin Powel)
    Nun wollen die Amis wieder Krieg führen. Als Beweise sollen angeliche Telefonmitschritte herhalten.
    Wem würde denn der Giftgaseinsatz nützen? Assad? Oder den sogenannten "Rebellen"?
    Die Revolverhelden jenseits des Atlantiks sollten kühlen Kopf bewahren. Erst denken, dann handeln. Diese dumme Bestrafungsaktion könnte den gesamten arabischen Raum einschl. Israel in den Krieg stürzen. Naja vielleicht ist das ja beabsichtigt.
    Im Übrigen waren die USA früher auch nicht zimperlich, was Chemiewaffen angeht. Sagt ihnen Agent Orange etwas?

    Syrien ist vor dem Bürgerkrieg nicht unbedingt als Friedenstifter aufgefallen. Aber wieso kommen Sie drauf, daß es eine Gefahr für den Weltfrieden gewesen sei? Eine Gefahr für den Frieden in der Region sind doch eher die Terroristen, die von den Saudis und Katar -- auch nicht gerade Vorbilder in Sachen Demokratie und Menschenrechten -- massiv unterstützt werden.
    Mag ja sein, daß Syrien, Libyen und auch der Irak nicht unbedingt dem westlichen Model von Demokratie entsprachen. Aber zumindest die letzten beiden tun dies jetzt auch noch lange nicht nach der "Intervention". Vorher waren sie wenigstens stabil.
    Allein die Tatsache, daß die Saudis und Bahrein, praktisch eben solche Verbrecher sind wie Assad, aber nie gegen sie gewettert wird, sagt alles über die Verlogenheit und Heuchelei der Kriegtreiber und ihrer willfährigen Presse-Organe.

    Redaktion

    Appeasement ist keine Antwort auf einen Giftgasangriff - stimmt! Aber zwei Tage einige Führungseinrichtungen der syrischen Armee zu bombardieren, werden Assad auch nicht in seinem brutalen Vorgehen gegen das eigene Volk stoppen. (Davon abgesehen, dass bisher - wie von mir geschrieben - nicht einmal restlos geklärt ist, ob er tatsächlich für den Giftgaseinsatz verantwortlich war).
    Militär-Interventionen können in manchen Fällen auch nach meiner Ansicht berechtigt sein. Die Alliierten einschließlich der Sowjetunion haben im Zweiten Weltkrieg zum Glück Deutschland von Hitlers-Nazi-Regime befreit, das fast ganz Europa im Griff hatte und die gesamte Welt bedrohte. Dennoch muss immer kühl kalkuliert werden: Was kann ein Kriegseinsatz von außen bewirken? Wird er die Gefahr beseitigen und seine Ziele erreichen? In diesem Fall halte ich den geplanten Raketenbeschuss eher für eine symbolische Handlungen - mit möglicherweise fatalen Folgen.

    • St.S
    • 30. August 2013 15:46 Uhr

    Es ist leider genau so. Ich bin beinahe entsetzt, dass so viele Foristen vergessen was Assad und seine Familie in Syrien alles verbrochen haben. Vom Damaszener Winter, der Besetzung von Teilen des Libanons, dem Attentat gegen den Rafiq al-Hariri, Folterungen usw will lieber keiner der Befürworter Assads etwas wissen. Plötzlich wird Assad zum Underdog, der gegen den bösen imperialistischen Westen kämpft (in dem jeder ganz gut lebt). Jeder, der gegen Assad ist wird, völlig undifferenziert, zum Terroristen. Soldaten, die sich weigerten auf unbewaffnete Zivilisten zu schießen, zu feigen Deserteuren. Und Putin, Schröders lupenreiner Demokratenfreund, zum Friedensengel und Idealisten, der die Welt gegen Amerika und seine Lakaien verteidigen will. Leider bilden diese Meinungen die syrische Realität in keiner Weise ab. Aber sie sorgen dafür, dass die Welt in schwarz und weiß gesehen werden kann. Appeasment scheint auf viele Art zu funktionieren.

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