Tote durch GiftgasIran warnt USA vor Militäreinsatz in Syrien

Der Vizekommandeur des iranischen Militärs droht den USA im Falle eines Eingriffs in Syrien. Hinweise, dass Giftgas eingesetzt wurde, verdichten sich. Obama wartet ab.

Syrien Panzer Militär Bürgerkrieg Kämpfe Guftgas Assad Obama Iran

Panzer der syrischen Armee in Damaskus (24. August)  |  © Stringer/AFP/Getty Images

Der Vizekommandeur der iranischen Streitkräfte, Massud Dschsajeri, hat die USA vor einer Militärintervention in Syrien gewarnt. Auch er spricht nun von einer roten Linie: Jegliche Überschreitung dieser Linie habe gravierende Folgen fürs Weiße Haus. Der Iran gilt als enger Verbündeter Syriens.   

Dass in Syrien Menschen durch Giftgas umgekommen sind, gilt inzwischen als sicher. Nur, wer genau Chemiewaffen gegen welche Gruppen eingesetzt hat, ist ohne die Untersuchung der Tatorte durch externe Inspektoren schwer nachzuweisen.  

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Die US-Regierung lässt mögliche Schritte weiter offen. Stunden nach einem Treffen von Präsident Barack Obama und dessen Sicherheitsteam hieß es in einer knappen Mitteilung, die US-Geheimdienste sammelten weiterhin Fakten, um festzustellen, was vorgefallen sei.   

US-Verteidigungsminister Chuck Hagel sagte, das Militär habe sich auf Anweisung Obamas auf eine militärische Intervention in Syrien vorbereitet. Obama habe außerdem den von ihm angeforderten Überblick über die möglichen Optionen für die USA und die internationale Gemeinschaft erhalten.

Obama telefonierte am Samstag mit dem britischen Premierminister David Cameron. Beide seien besorgt, sagte ein Mitarbeiter des Weißen Hauses. Die USA und Großbritannien wollten sich weiterhin beraten, was mögliche internationale Reaktionen auf den Anschlag in Syrien beträfen. Sollte das Regime von Baschar al-Assad nachweislich für einen Einsatz von Giftgas in Syrien verantwortlich sein, kündigten sie eine "ernste Antwort" an.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen hatte bestätigt, dass in von ihr unterstützten Krankenhäusern 3.600 Menschen mit Symptomen von Nervengift behandelt worden seien. 355 von ihnen sind nach Angaben der behandelnden Krankenhaus-Ärzte gestorben. Hinweise darauf, wer den Anschlag mit Giftgas verübt hat, konnte die Untersuchung der Patienten aber nicht liefern.

"Ärzte ohne Grenzen kann weder die Ursachen dieser Symptome nach wissenschaftlichen Kriterien bestimmen noch ermitteln, wer für einen möglichen Angriff verantwortlich ist", sagte Bart Janssens, Leiter der Projektabteilung von Ärzte ohne Grenzen in Brüssel, in einer Presseerklärung. Die beschriebenen Symptome der Patienten zusammen mit dem epidemiologischen Muster der Ereignisse – ein massiver Zustrom von Patienten in kurzer Zeit, der Aufenthaltsort der Patienten vor der Einlieferung, die Kontaminierung von medizinischem Personal und Ersthelfern – deuteten aber "stark auf einen massenhaften Kontakt mit einem neurotoxischen Stoff hin."

Auch westliche Geheimdienste haben ein Netz an Informanten aufgebaut, die in Syrien Proben entnommen haben und Beweise für den Einsatz von Giftgas gesammelt haben sollen. Wer für den Anschlag verantwortlich ist, ist jedoch nicht klar. 

Die syrische Regierung bestreitet weiter, Giftgas eingesetzt zu haben. Sie veröffentlichte Informationen, nach denen die Rebellen für den Anschlag verantwortlich sein könnten. Der französische Außenminister Laurent Fabius sagte dagegen während eines Aufenthaltes in der palästinensischen Stadt Ramallah, alles deute darauf hin, dass in der Nähe von Damaskus ein Massaker mit chemischen Waffen stattgefunden habe. Und dass das Regime von Baschar al-Assad dahinter stecke.

Verhandlungen um Zutritt für externe Inspekteure

Ob und wann UN-Chemiewaffeninspekteure die Tatorte untersuchen können, ist weiterhin unklar. Die Hohe Repräsentantin der Vereinten Nationen für Abrüstung, Angela Kane, traf am Samstag in Damaskus ein, um darüber zu verhandeln.

Der iranische Außenminister sagte unterdessen dem Sender Press TV, die syrische Regierung habe zugesichert, dass die Inspektoren die Gebiete besuchen dürfen, wo mutmaßlich Giftgas zum Einsatz kam. Unklar ist, ob das auch den jüngsten Angriff betrifft oder nur frühere Fälle, in denen möglicherweise Chemiewaffen eingesetzt wurden.

Bislang wurde den Experten, die sich bereits seit dem vergangenen Sonntag in Syrien aufhalten, mit Hinweis auf die andauernden Kämpfe nicht erlaubt, die betroffenen Bezirke zu besuchen. 

Das syrische Regime warnte die USA ebenfalls vor einem Militäreinsatz. Dies würde nur noch mehr Gewalt in der gesamten Region nach sich ziehen, sagte der syrische Informationsminister Omran al-Subi dem libanesischen Fernsehsender Al Madschadin TV.

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Leserkommentare
  1. Es verdichten sich die Indizien, dass in Syrien Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt wurde.

    Von wem wird nicht gesagt.

    17 Leserempfehlungen
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    Redaktion

    Lieber Leser,

    genau – das ist das Problem. Ärzte ohne Grenzen berichten inzwischen von Patienten in Kliniken, die eindeutig an den Folgen von Nervengift gestorben oder erkrankt sind. Das beweist aber nicht, wer das Gift eingesetzt sind.

    Die Indizien weisen in Richtung des Assad-Regimes. Aber da noch immer keine internationalen Inspektoren die Tatorte untersuchen und bisher nur Geheimdienste ermitteln können, ist die Beweislage schwierig. US-Präsident Obama reicht das offenbar noch nicht, um eine Intervention zu starten.

    Herzliche Grüße aus dem Sonntagsdienst.

    Passt aber, wie auch die an Position 2 folgende Erklärung von Frau Lüdemann, in die Berichterstattung von Zeit Online.

    Motto: Nichts Genaues weiß man nicht, aber eingreifen sollten die Amerikaner.

    Putin sagte später dazu: "Hätte ich einen Krieg begonnen und als Anlass Atomwaffen angegeben, ich hätte auch welche gefunden ....."

    Vielleicht ist es in diesem neuen Fall der amerikanischen "Weltdemokratisierung" besser, dass Obama aus den Worten Putins lernt und vor einem geplanten "demokratiebringenden" gewaltsamen Eingriff in die Souveränität eines Staates zuvor bei Assad Giftgas "findet".

    Putin hat zu den "irakischen Atomwaffen" gesagt: "Wenn ich die Amerikaner wäre, hätte ich welche gefunden." (http://www.freitag.de/aut... : Bastian Borstell 27.07.2013 | 04:46
    @IronCandy)

    Putin hat das gesagt: " Wenn ich die Amerikaner wäre, hätte ich welche gefunden."

    Vielleicht ist aber die nach dem deutschen Reichstagsbrand der Nazis und dem amerikanischen 9/11 langsam erwachende Menschheit inzwischen so schlau geworden, dass sich Brzezinski raffiniertere Kriegs-Anlass-Tricks einfallen lassen muss.

    Warten wir's ab. Wie Obama und seine "Guys in the Background" ...

    Es verdichten sich die Indizien, dass in Syrien Giftgas gegen die Bevölkerung eingesetzt wurde.

    Giftgas? Gabs das nicht schon mal mit "Massenvernichtungswaffen"?
    http://www.zeit.de/1998/0...

  2. Redaktion

    Lieber Leser,

    genau – das ist das Problem. Ärzte ohne Grenzen berichten inzwischen von Patienten in Kliniken, die eindeutig an den Folgen von Nervengift gestorben oder erkrankt sind. Das beweist aber nicht, wer das Gift eingesetzt sind.

    Die Indizien weisen in Richtung des Assad-Regimes. Aber da noch immer keine internationalen Inspektoren die Tatorte untersuchen und bisher nur Geheimdienste ermitteln können, ist die Beweislage schwierig. US-Präsident Obama reicht das offenbar noch nicht, um eine Intervention zu starten.

    Herzliche Grüße aus dem Sonntagsdienst.

    24 Leserempfehlungen
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    für den Einsatz von Giftgas, da er sich hätte ausrechnen können, dass das als Rechtfertigung für das Eingreifen der USA benutzt werden würde. Viel wahrscheinlicher ist es daher, dass die Rebellen genau aus diesem Grund dahinter stecken.

    Ich denke, die Geheimdienste haben bereits im Fall Irak gezeigt, dass sie ausreichend verlässlich arbeiten, um eine Krieg anzufangen.

    Gibt es weitere Informationen, was das für Indizien sind? Und hat schon jemand irgendeine Art von Motiv entdeckt?

    Welche Gedankenexperimente muss man durchspielen, um auf die Frage cui bono Herrn Assad als Antwort zu erhalten?

    "Das beweist aber nicht, wer das Gift eingesetzt sind."

    Damit ist ja auch an sich die weitere Diskussion zu diesem Punkt überflüssig. Es werden jetzt aber wahrscheinlich wieder 100 Kommentare folgen, in denen Foristen einfach nur rein dialektisch am Computer die eine oder die andere Position einnehmen und die als "bewiesen" oder "wahrscheinlicher" darstellen wollen ...

    "Die Indizien weisen in Richtung des Assad-Regimes."
    Einige Indizien ja. Andere nein. Wenn Sie mehr wissen, warum erfahren wir das nicht? (ich versuche mal zusammenzutragen):

    + = Assad wars; - = Rebellen:
    Die syrische Armee hat grosse Bestände an Giftgas +
    Die Rebellen haben auch Giftgas -
    Assad sind solche Gräueltaten zuzutrauen +
    Den Rebellen (zumindest einigen Gruppierungen) aber auch -
    Das Gas kam bei einer von den Rebellen gehaltenen Gegend zum Einsatz +
    Das Gas kam während des Beschusses durch die syr. Streitkräfte zu Einsatz +
    Direkt nachdem int. Gutachter in die Nachbargegend kamen -
    Assad schien zu dem Zeitpunkt längst die Oberhand zu gewinnen -
    Der Einsatz ermöglicht (wie alle wussten) den Einsatz int. Streitkräfte -
    Assad hat die Durchsuchung der Gegend bisher nicht genemigt +
    Die Rebellen halten diese Gegend und wurden offensichtlich nichtmal gefragt ob man dort suchen darf -
    Die "professionelle" Dokumentation des Einsatzes per Video -

    Merkwürdige Sicht der Dinge!
    Wenn Assads Truppen Giftgas verwendet haben, dann wäre eine Strafaktion angemessen? Und wenn es die Rebellen bzw. Terroristen waren, dann nicht? Dann lehnen wir uns entspannt zurück und finden es vielleicht sogar noch gut? Ist Ihr Kommentar so zu verstehen? Bei mir kommt er jedenfalls so an!

    Also bitte: Wenn schon eine Strafaktion durchgeführt werden soll, dann doch bitte unabhängig von der Täterschaft!!!

    "Ärzte ohne Grenzen berichten inzwischen von Patienten in Kliniken, die eindeutig an den Folgen von Nervengift gestorben oder erkrankt sind."

    Ärzte ohne Grenzen ist vor Ort nicht präsent, sie weiß nur aus Telefonberichten, die aus zweifelhaften Quellen stammen, dass Nervengifte eingesetzt worden sein könnten.

    Es gibt glaubhaftere Quellen.

    und zwar massiv.

    zu verbreiten, ohne Belge vorzulegen, nennt man auch Propaganda. In diesem Fall subtile Kriegs-Propaganda. Sie sollten das lassen!
    Mittlerweile glaubt doch kein vernünftiger Mensch mehr, was die Geheimdienste für das Publikum so an "Beweisen" zusammen tragen.

    Man muß sich das nur mal vorstellen. Da werden extra Geheimdienstler rekrutiert um Beweise zu sammeln, daß das Assad-Regime Giftgas einsetzt. Sollten die sogenannten Rebellen Giftgas einsetzen, wird das wohl ausgeblendet. Kriegsgrund, verzweifelt gesucht, oder was?

    Wenn der Angriff stattfindet, wird sich dieser Krieg genauso in die Reihe der Kriege mit selbstgebastelten Gründen einordnen wie der Vietnam- und der Irak-Krieg.
    Das scheint aber auch hier im Forum einigen völlig egal zu sein. Und das obwohl die USA sich gerade als völlig unzuverlässiger Partner durch die NSA-Affäre outen. Wenn die deutsche Regierung wirklich deutsche Interessen vertritt, muß sie jetzt auf Abstand zu den USA gehen. Solche Verbündete braucht kein Mensch!

    scheint mir zu sein, daß ich auch hier in der ZEIT die ersten drei Tage nach dem Gasangriff lediglich in Foristenkommentaren lesen konnte, daß Assads Urheberschaft alles andere als klar ist, daß es massive Hinweise auch auf eine Täterschaft der sog. Rebellen gibt.

    Und nach wie vor habe ich von niemendem ein Statement gehört, was passieren soll wenn die "Rebellen" die Urheber sind.

    Und auch noch keinen Journalisten gefunden, der diese Frage öffentlich stellt...

    Weshalb ist das so?

    Ich kann Obamas Zögern nur begrüßen.
    Die Fakten sind zu unklar für eine Entscheidung.

    Fakten sind: Es gibt Bürgerkrieg in Syrien. Das Assad-Regime ist darin eine Partei. Die Islamisten sind eine Partei. Es gibt aber auch noch andere Parteien, die wir aber irgendwie nicht gut durchschauen. Es gibt auch Kriegstreiber, Anarchisten, Profiteure in allen Parteien, denen die Zukunft Syriens in jeglicher Form komplett egal ist.
    Fakt scheint nun auch: Irgendwer gebraucht C-Waffen. Jede Menge Tote durch jegliche Art von Waffen, Zivilbevölkerung in furchtbarer Lage.

    Gut. Wer kämpft in Syrien denn nun gegen wen und wofür? Zur Zeit scheint das niemand zu durchschauen. Und egal, wie man nun von außen an diesem Problem zieht, ist es äußerst wahrscheinlich, dass die Bevölkerung es einem noch nicht einmal danken kann. Denn eine Einmischung von außen ist hier anders als in Hitler-Deutschland - damals war klar, wer "der Feind" war und wie die Fronten verteilt sind. In Syrien und ähnlich auch im Irak und in Afghanistan ist diese Verteilung unklar.

    Was soll eine Einmischung von außen für die Bevölkerung bewirken? Wie können Aussenstehende egal welcher Herkunft etwas Gutes für Syrien tun? Können sie das überhaupt? Ist ein Angriff wirklich etwas Vernünftiges? (Ich persönlich glaube nicht daran, obwohl jeder Tote und jeder Flüchtling dort einer zuviel ist).

    Ich hoffe, dass sich Obama diese Fragen auch stellt und nicht etwas vom Zaun bricht, das sich dann wieder verselbständigt.

    • Billion
    • 25. August 2013 12:24 Uhr

    weisen in Richtung des Assad-Regimes?

    (Abgesehen davon, dass sich die "Opposition/Rebellen" das wünschen würden, weil dann Obama´s rote Linie überschritten wäre)

    • vyras
    • 25. August 2013 13:01 Uhr

    "Die Indizien weisen in Richtung des Assad-Regimes. "

    Welche Indizien sind das genau? Ich bin interessiert, dazu mehr und valide Informationen zu bekommen, über die derjenige, der eine solche Aussage macht, ja offenbar verfügt.

    Vertrauen ist gut, Kontrolle besser. Ärzte ohne Grenzen bestätigen zwar den Einsatz, woher sie die Informationen haben oder ob sie selbst Proben gesammelt und Betroffene direkt gesehen haben bleibt nach dem was ich bisher gelesen habe im Unklaren. Gibt es die Wissenschaftlichen Beweise und kann man schon sagen welches Gas eingesetzt worden sein sollte?

    Selbst bei einem Einsatz kann man nicht sicher sagen wer es einsetzte und wenn man sich nicht 100% sicher ist kann man auch nicht eingreifen. Angenommen Assad steckt dahinter, dann wäre es zwar wie auch andersherum ein extremes Verbrechen, aber bei einem Eingreifen ist immer noch unklar ob es dann nicht noch viel schlimmer kommt, auch ist Al-Kaida relativ stark vertreten und ob die Opposition dann einen Staat nach westlicher Demokratievorstellung errichtet ist sehr fragwürdig.

    Für Verhandlungen wäre auch jetzt im besonderen eine sehr gute Möglichkeit eine Lösung zu finden. Das würde zwar Einschnitte auf beiden Seiten bedeuten und wahrscheinlich Assad zum Rücktritt zwingen, aber für die Betroffenen eine gerechte Lösung darstellen, die nicht in einem Blutbad unschuldiger Endet. Man sollte denke ich die Drohungen nicht so laut gestalten solange die Täterschaft nicht bewiesen ist und auf eine Konfliktlösung in Genf 2 drängen, bei der beide Seiten ihre Zusagen geben müssen und ein schnellstmöglicher Termin festgelegt werden muss.
    Man sollte auch die Verdächtigungen die den Rebellen gelten nachgehen.

    "Indizien" tatsächlich gäbe, dann haben Sie sie dem Publikum bislang geschickt vorenthalten. Es sei denn die Kausalkette hieße: Assad ist böse und ein Feind des Westens, also muß er es gewesen sein.

    Seriöse Syrien-Experten wie Prof. Günter Meyer sind wohlbegründet gegenteiliger Auffassung:

    http://www.tagesanzeiger....

    Wem also soll das Publikum vertrauen: Ihren mysteriösen "Indizien" oder einem Experten, der Land und Leute kennt.

    • Tubus
    • 25. August 2013 14:58 Uhr

    "Die Indizien weisen in Richtung des Assad-Regimes"

    Diese Behauptung wird ja fast gebetsmühlenartig in den deutschen Medien wiiederholt, allerdings regelmäßig ohne diese Indizien zu nennen. Für jeden kritischen Leser ist das eine Zumutung an den gesunden Menschenverstand.
    Der Westen verfolgt in Syrien mit der beabsichtigten Beseitigung des Assad-Regimes eigene Interessen. Obwohl die Foren voll davon sind, scheint das noch keinem deutschen Journalisten aufgefallen zu sein und das vor diesem Hintergrund auch die Erklärungen westlicher Regierungen zu werten sind, wie übrigens die der Russen auch.
    Dass aus Assads Interessenlage ein Giftgaseinsatz überhaupt keinen Sinn ergibt, darüber ist sich die weit überwiegende Mehrheit der Forumsteilnehmer nicht nur bei ZON einig. Über welche geheimen Informationen verfügt die ZEIT-Redaktion, dass sie offenbar zu einer völlig anderen Einschätzung kommt?

    • Andre T
    • 25. August 2013 15:15 Uhr

    RT Interview mit Oxford Historiker Mark Almond, der argumentiert, dass Syrien keine Kontrolle über den Ort hat, wo der chemische Angriff stattgefunden hat.

    http://rt.com/op-edge/syr...

    RT: There has not been any form evidence of this attack or who is behind it. So why are we seeing such a harsh condemnation of the Assad government?
    Mark Almond: In part it is because key Western governments, America, Britain and France, want to say “Gotcha”. They have been demanding the fall of Assad for more than two-and-a-half years now and it has become increasingly frustrating that his regime has shown much more resilience that they had expected, despite the resources that they and the Gulf Kingdoms have thrown into the war on the other side.
    It is also like a distraction from the embarrassment of Egypt, where we see the European and the US governments basically using weasel words to avoid any kind of condemnation of a massacre in the streets of Cairo. So there are both the specifics of Syria and the context of what is going on elsewhere in the Arab world, especially in Egypt.
    RT: Is it likely that Assad will launch such an attack at the time UN investigators are visiting Syria and of course the consequences of the chemical attack anyway?

    usw....

    Wenn eine andere Gruppierung das Gas eingesetzt hat, dann wird diese Gruppierung eventuell dafür gesorgt haben, dass genau diese Indizien auf das Assad Regime deuten. Beweist also auch erstmal nichts.

  3. wäre einmal eine andere. Sich einfach zurücklehnen und nichts tun.

    Im besten Fall vermeiden sie eine weitere Intervention unter falschen Vorzeichen und im anderen Fall nun ja, dann sieht die Welt einmal, was passiert, wenn die von allen beschimpften Amerikaner mal sagen, dass die Welt sie mal kreuzweise kann.

    Oder denkt ernsthaft jemand die Russen oder Chinesen würden Assad Einhalt gebieten, wenn der wirklich C-Waffen einsetzen würde?

    Man sollte einfach mal schauen, was passiert.

    Ich würde gerne wieder einmal sehen wie die UN auf ganzer Linie versagt und ihre eigene Unbrauchbarkeit beweist.

    Deshalb Amerikaner: bleibt zuhause, ihr habt in den letzten Jahren zu viele sinnlose Kriege geführt.

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    Die Amerikaner haben sich öfters nur zurück gelehnt und einfach nichts getan, je nachdem, ob es "ihr" Diktator...

    Im Irakkrieg gegen Iran vergaste Sadam Hubderttausende Iraner, die Amerikanet ignorierten es und versuchten später selbst Untersuchungen der UN zu sabotieren!

    Bei der Anfall-Operation 1988 vergaste Sadam Hussein zwischen 100.000 - 150.000 Kurden und Shiiten...die Amerikaner ignorierten es!

    http://de.m.wikipedia.org...

    Im Falle von Syrien kann man nun wirklich nicht sagen, dass die Amis "nichts" tun. Die Rebellen/Terroristen werden vom CIA ausgebildet; die stehen unter Kommando der USA.

    http://de.ria.ru/security...

    • fx56
    • 25. August 2013 13:17 Uhr

    > Oder denkt ernsthaft jemand die Russen oder Chinesen würden Assad
    > Einhalt gebieten, wenn der wirklich C-Waffen einsetzen würde?

    Ihr proamerikanischer Kommentar in allen Ehren.. Die Grundannahme, dass Syrien C-Waffen eingesetzt hat, ist schonmal zutiefst unanständig. Irak lässt grüßen..

  4. ist bewußt oder nicht, unglücklich gewählt. Es suggeriert einen schwachen zögerlichen US-Präsidenten. Obama sollte sich sogar mehr Zeit lassen und nicht wie die Franzosen oder Engländer mit der Hau-drau-Mentalität vorpreschen. Es ist noch gar nicht bewiesen, wer die Urheber des Giftgaseinsatzes sind und das die syrische Regierung, ein souveräner Staat, keine Kontrolleure zu lassen möchte ist auch verständlich. Die Syrer wollen möglicherweise erst selbst nach den Tätern ermitteln und mißtrauen auch daher den Inspekteuren.

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    Wir verlangen genauso wie bei 9/11 ein unabhängiges Expertenurteil, bevor wir uns zu irgendeiner falschen Reaktion manipulieren lassen.

    Obama hat recht, indem er auf ein unabhängiges Urteil (vllt. von schweizer Nachrichtendiensten) wartet. Zu gross ist die Gefahr, dass er von z.B. der jesuitischen CIA und deren Bilderberg-Militaristen über den Tisch gezogen wird.

  5. was sagt denn Hr.Putin zu dem Kriegsgeschrai der Nato, haben denn die Zeitungsmacher nur noch Obama im Fisier.

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    wie er aus der Situation Kapital schlagen, d.h. zu seinem Vorteil nutzen kann. Ob dabei Menschenrechte verletzt, Regierungstruppen auf Aufständische oder Aufständische auf Regierungstruppen schießen, ist ihm egal.

  6. für den Einsatz von Giftgas, da er sich hätte ausrechnen können, dass das als Rechtfertigung für das Eingreifen der USA benutzt werden würde. Viel wahrscheinlicher ist es daher, dass die Rebellen genau aus diesem Grund dahinter stecken.

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    .. Giftgas ist, und das Zeug da draußen frei kursiert, wieso wurde dann noch keine westliche Großstadt angegriffen?

    Und kennen Sie die Lage auf dem Boden wirklich so genau dass Sie einschätzen können wer gerade gewinnt oder verliert? Kann sein das Assad im Vorteil ist, aber vielleicht tickt die Uhr bzgl. Verpflegung, Geld oder Munition....

    • JDX 96
    • 25. August 2013 10:09 Uhr

    Ich glaube kaum, dass ein Typ wie Assad noch ein Motiv braucht um Giftgas einzusetzen. Seit über 2 Jahren lässt er seine eigene Bevölkerung mittels Panzern, Helikoptern und MiGs niederkämpfen, Giftgas ist eben eines von vielen effektiven mitteln beim töten von Zivilisten.

    >>Nur dass Assad überhaupt kein Motiv hat für den Einsatz von Giftgas, da er sich hätte ausrechnen können, dass das als Rechtfertigung für das Eingreifen der USA benutzt werden würde. Viel wahrscheinlicher ist es daher, dass die Rebellen genau aus diesem Grund dahinter stecken.<<

    Ich halte die Lage in Syrien für so unübersichtlich, daß selbst diese Schlußfolgerung womöglich wenig Wahrheitsgehalt hat.
    Es wäre nicht das erste Mal, daß ein örtlicher Kommandeur in so einer Situation einfach von der Fahne geht und einsetzt, was halt so an Waffen da ist.
    Natürlich regt sich sein Oberboß darüber etwas später furchtbar auf, und da verliert dann vielleicht auch einer Rang, Privilegien und Kopf, aber dann ist das Kind schon in den Brunnen gefallen.

    Genau so gut könnte man sagen, daß die "Rebellen" keinen Grund haben, Giftgas gegen zivile Ziele einzusetzen. Wie sind die da rangekommen?
    Und warum dann ein Einsatz gegen Zivilisten, wo doch den Gegnern Assads klar sein muß, daß es mit ein paar Videos auf Youtube in so einem Falle nicht getan sein wird, um die USA zu einem Eingreifen zu bewegen.
    Da hätte man das Zeug besser auf Israel abgefeuert, denn die würden dann sicher zurückschießen.

    Sie sehen, für alles lassen sich hier Möglichkeiten finden. Problem ist: Wir wissen es einfach nicht. Wenn es jetzt zu einem Einsatz des Westens kommt, wird dieser auf jeden Fall auf unklaren Informationen beruhen, da können wir uns drüber totspekulieren.

    • fsersoy
    • 25. August 2013 13:24 Uhr

    "... Nur dass Assad überhaupt kein Motiv hat
    für den Einsatz von Giftgas, da er sich hätte ausrechnen können, dass das als Rechtfertigung für das Eingreifen der USA benutzt werden würde. Viel wahrscheinlicher ist es daher, dass die Rebellen genau aus diesem Grund dahinter stecken...."

    ... wie im Nahen Osten seit jeher Krieg geführt wird, nicht? Eine Unsitte ist etwa die Kriegsführung per irregulärer Milizen. Seit Jahrhunderten nutzen die Machthaber in der Region bewaffnete Banden- und Clanstrukturen, nicht selten kriminellen "Abschaum", den man gar eigens aus den Gefängnissen heraus rekrutiert und der sein eigenes Süppchen kocht, mit einer Brutalität, zu der reguläre Truppen gar nicht fähig wären. Dass auch Assad auf solche Kräfte setzt, ist seit langem dokumentiert. Deshalb KANN Assad gar nicht glaubhaft ausschließen, dass dieser Angriff tatsächlich von Kräften ausging, die sehr wohl für ihn kämpfen. Er, resp. sein Regime muss gar nicht unmittelbare Anweisung für eine solche Attacke gegeben haben. Der Angriff fand in einem Gebiet im Großraum Damaskus statt, der von den Rebellen kontrolliert, von regimetreuen Kräften seit langem belagert wird. Die Frage ist: wer genau sind die Belagerer, welchen Zugang haben sie zu den Giftgasvorräten des Regimes, die übrigens zu den größten der Welt zählen? Der von außen kolportierte analytische Ansatz, das Regime aus der Verantwortung nehmen zu wollen, weil man keinen Sinn zu erkennen vermag, ist auf jeden Fall viel zu oberflächlich.

    und zwar theoretisch auch, dass die Amis selbst dahinter stecken. Nein ich will keine neue Conspiracy aufmachen, aber es ist möglich, da die gleichwertig skrupelloses Zeug gemacht haben. Das traurige ist, dass wir wahrscheinlich nie erfahren wer es wirklich war und zwar egal wer es nun war.

    eine homogene Ansammlung wäre. Die Berichterstattung aus Syrien ist schon seit Anbeginn sehr oberflächlich in schwarz und weiss unterteilt und von westlichen Interessen geprägt

  7. aus Wikipedia Die Pentagon Papiere
    1964 wurde mit der Vortäuschung eines Angriffs Nordvietnams im Golf von Tonkin (Tonkin-Zwischenfall) bei der amerikanischen Bevölkerung die Bereitschaft zum Krieg erzeugt. Umgehend wurden massiv Truppen ins Land verlegt und ein Krieg begonnen, der trotz ständigen Abwiegelns durch die Regierung immer mehr ausgeweitet wurde und schließlich zu den größten und folgenschwersten Flächenbombardements seit dem Zweiten Weltkrieg führte

    Wiki Der Irak- Krieg
    Am 5. Februar 2003 präsentierte US-Außenminister Colin Powell im UN-Sicherheitsrat angeblich unumstößliche Beweise dafür, dass Saddam Hussein im Besitz von biologischen und chemischen Massenvernichtungswaffen sei. Er zeigte etwa 3D-Computergrafiken von LKWs, die als mobile C-Waffen-Fabriken im Irak dienen sollten. Kronzeuge dieser Angaben war der irakische Überläufer Rafid Ahmed Alwan mit dem Codenamen „Curveball“: Dieser hatte sich 1999 in Deutschland mit Angaben über angebliche irakische rollende Biowaffenlabore erfolgreich um politisches Asyl beworben. Darüber hatte der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) die CIA seit 1999 informiert. Auf Rückfragen der USA im November 2002 hatte der BND darauf hingewiesen, dass die Angaben dieses einzigen Zeugen unbestätigt seien.[21]

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    als geradezu teuflisches Duo erwiesen. Wer immer noch mit den Gedanken liebäugelt, eine sog. Freihandeldeszone mit den USA zu errichten, der macht sich des Hochverrates schuldig. Und UK muß schleunigst aus der €U hinaus kapatuliert werden.

    • eras
    • 25. August 2013 14:22 Uhr

    "1964 wurde mit der Vortäuschung eines Angriffs Nordvietnams ... Am 5. Februar 2003 präsentierte US-Außenminister Colin Powell im UN-Sicherheitsrat angeblich unumstößliche Beweise..."

    Himmel hilf! Ihr Kommentar, der abgesehen von der Überschrift einfach mal komplett ohne Eigenleistung auskommt, ist symptomatisch für das Niveau, auf dem leider immer mehr Deutsche die internationale Politik verstehen. Ein wenig Weltverschwörungstheorie, ein wenig "die Amis sind immer Schuld" und eine Prise Wikipedia-(Un-)Wissen - fertig ist die Weltanschauung Marke Kopp und Co.

    Das Praktische: Diese Weltsicht ist so simpel, die versteht noch der letzte Idiot. Und man darf sich auf der Seite der Guten wähnen. Weil man ist ja Europäer und sowieso gegen Krieg...

    Details stören da nur. Zum Beispiel dass Obama sich offensichtlich mit Händen und Füßen gegen diesen Krieg wehrt, den in den USA so gut wie keiner will. Oder dass den USA angesichts der derzeitigen Verhandlungen in Sachen Nahost und hinsichtlich des iranischen Atomprogrammes die ganze Syrien-Geschichte überhaupt nicht in den Kram passt.

    Sämtliche militärisch schlagkräftigen Staaten versuchten doch bisher, dem syrischen Schlamassel so fern wie nur möglich zu bleiben. Ausser den Russen natürlich, die Mangels Gewissen vor allem auf die blendenden Aussichten für ihre exportierende Rüstungsindustrie fokussiert waren.

    • fsersoy
    • 25. August 2013 14:47 Uhr

    ... wenn die Amerikaner tatsächlich einen Syrienkrieg wollten, hätten sie ihn längst geführt. Einer jeden hypothetisch kriegslüsternen ausländischen Macht hat dieses Regime Abertausende von willkommenen Vorwänden geliefert. Es ist hingegen rundweg das Gegenteil dessen der Fall, was Sie hier andeuten: Obama wehrt sich seit Jahr und Tag mit Händen und Füßen gegen einen Syrienkrieg.

  8. Ich denke, die Geheimdienste haben bereits im Fall Irak gezeigt, dass sie ausreichend verlässlich arbeiten, um eine Krieg anzufangen.

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  • Quelle ZEIT ONLINE, dpa, AFP, Reuters, sig
  • Schlagworte Barack Obama | Iran | Syrien | Giftgas | Tatort | Brüssel
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