SyrienBundesregierung organisiert Rückflug der UN-Inspekteure

Guido Westerwelle spricht von einem "handfesten Beitrag" der Bundesregierung: Für die Ausreise der UN-Inspekteure aus Syrien charterte das Auswärtigen Amt ein Flugzeug.

Die Chemiewaffenexperten der Vereinten Nationen sind nach Abschluss ihrer Arbeit in Syrien mit einem von der Bundesregierung gecharterten Flugzeug nach Europa gereist. Das Auswärtige Amt in Berlin bestätigte einen entsprechenden Bericht der Welt am Sonntag. Es handele sich um ein Charterflugzeug des Typs Canadair CRJ200, das die Inspekteure ins niederländische Rotterdam gebracht habe. Das ist der Flughafen, der am nächsten am Sitz der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) in Den Haag liegt.

Die 13 UN-Experten verließen Syrien am Samstagmorgen. Nach Angaben von Augenzeugen waren die Inspekteure am Vormittag am internationalen Flughafen der libanesischen Hauptstadt Beirut eingetroffen. Zuvor hatte der Autokonvoi die syrisch-libanesische Grenze bei Masnaa überquert. Die Inspekteure wollten von Beirut aus nach Europa weiterreisen. Die Logistik für den Transport des Beweismaterials hat das Technische Hilfswerk im Auftrag des Auswärtigen Amtes vorbereitet, über die Kosten machte das Ministerium keine Angaben.

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Die UN-Experten sollten ihrem Mandat zufolge herausfinden, ob im syrischen Bürgerkrieg Chemiewaffen eingesetzt wurden. Dabei ging es nicht darum, zu klären, wer solche Waffen eingesetzt hat. Nach Angaben der Vereinten Nationen ist noch unklar, wann der Untersuchungsbericht der Inspekteure veröffentlicht werden kann. Aus westlichen Diplomatenkreisen hieß es, es werde mindestens zehn bis 14 Tage dauern, bis die Ergebnisse vorliegen. Die Chemiewaffenexperten hatten ihre Untersuchungen am Freitag nach fünf Tagen beendet.

Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "handfesten Beitrag" der Bundesregierung. Er habe dem Generalsekretär der Vereinten Nationen, Ban Ki Moon, Hilfe zugesagt, "damit die Ergebnisse zügig vorliegen", zitierte die Welt am Sonntag den Minister. "Ich erwarte, dass die Analysen der Proben jetzt unverzüglich beginnen, mit allem Hochdruck vorgenommen und dann im Sicherheitsrat beraten werden."


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Leserkommentare
  1. Mit Reisen kennen wir uns hierzulande aus. Ich betrachte dies auch als "handfesten Beitrag". Handfester muss es nicht werden.

    4 Leserempfehlungen
    • nafster
    • 31. August 2013 16:01 Uhr

    Ein Taxi gerufen. So so ...
    Wenn das inzwischen die "handfesten Beiträge" der deutschen Außenpolitik sind, scheint mir klar, warum uns die Amerikaner und wohl auch alle anderen nicht ernst nehmen.
    Sie müssen ja nicht gleich Militär aufbieten, aber das?

    12 Leserempfehlungen
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    Wenn in Deutschlönd keine Wahlen wären, hätte man diesen "Beitrag" nicht öffentlich gemacht.
    Seit Wochen kommt man, egal ob man will oder nicht, an der eigentlichen Mitteilung nicht vorbei.

    Diese Botschaft lautet:
    Herr Westerwelle (FDP) macht seinen Job als Außenminster gut. Er reist in der ganzen gefährlichen Welt herum. Er kümmert sich, er warnt, er mahnt und er trifft sich mit den Großen dieser Welt. Er (FDP) ist ein guter Außenminister. Herr Westerwelle (FDP) ist gar nicht so schlecht, wie er die letzen 4 Jahre rüber kam. Herr Westerwelle (FDP) könne auch weiterhin einen guten Außenminseter abgeben, wenn man ihn (FDP) wählen würde.

    Der Rest ist Füllmaterial.

  2. Es ist erbärmlich, auf welchem Niveau die deutsche Diplomatie angelangt ist - Expedia und DHL + Brimborium.

    Da bekomm ich richtig Lust, persönlich beim Außenminister mit einem "handfesten Beitrag" einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen. Aber dann wiederum fällt mir rechtzeitig ein, dass Gewalt keine Lösung ist.

    7 Leserempfehlungen
    • Rend
    • 31. August 2013 16:07 Uhr

    Das ist schon peinlich. Das wäre anderswo nicht mal erwähnenswert. Wird wahrscheinlich auch nirgendwo sonst auf der Welt zur Kenntnis genommen.

    2 Leserempfehlungen
  3. Wenn in Deutschlönd keine Wahlen wären, hätte man diesen "Beitrag" nicht öffentlich gemacht.
    Seit Wochen kommt man, egal ob man will oder nicht, an der eigentlichen Mitteilung nicht vorbei.

    Diese Botschaft lautet:
    Herr Westerwelle (FDP) macht seinen Job als Außenminster gut. Er reist in der ganzen gefährlichen Welt herum. Er kümmert sich, er warnt, er mahnt und er trifft sich mit den Großen dieser Welt. Er (FDP) ist ein guter Außenminister. Herr Westerwelle (FDP) ist gar nicht so schlecht, wie er die letzen 4 Jahre rüber kam. Herr Westerwelle (FDP) könne auch weiterhin einen guten Außenminseter abgeben, wenn man ihn (FDP) wählen würde.

    Der Rest ist Füllmaterial.

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    den Rest der Mannschaft an der Backe habe, verzichte ich sehr gerne auf ein "guten" Aussenminister!

    • Nimzo
    • 31. August 2013 16:28 Uhr

    [Außenminister Guido Westerwelle sprach von einem "handfesten Beitrag" der Bundesregierung.]

    [Es handele sich um ein Charterflugzeug des Typs Canadair CRJ200,]

    Hier hat Westerwelle politisches Gespür gezeigt und den Zeitfaktor brücksichtigt. Man hätte auch den Fehler machen können und nur die langsamere Transportversion Bahn angeboten. Das wäre politisch ein Fauxpas gewesen.

    Ausserdem hat man sich für die CRJ200 entschieden. Sie ist die Nachfolgeversion des CRJ100! Die Triebwerke verfügen so über eine bessere Innenkühlung!!

    Weiter so! Bei einer möglichen Neuauflage empfiehlt sich Westerwelle so für eine Fortführung dessen was er jetzt so macht. Summa cum laude!!

    2 Leserempfehlungen
  4. Du bist ein Teufelskerl ! Damit ist ja die Syrienkrise so gut wie gelöst !

    11 Leserempfehlungen
  5. von Beirut nach Rotterdam buchen. Gegen eine kleine Unkostenpauschale hätte ich diesen "handfesten Beitrag" ebenfalls leisten können.

    Bitte, seid doch nicht SO peinlich! Auch wenn gerade Wahlkampf ist...

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