Auf Tschechien kommt eine Neuwahl zu, das Abgeordnetenhaus hat seine Auflösung beschlossen. Dafür stimmten 140 Abgeordnete, dagegen votierten sieben. Die notwendige Dreifünftelmehrheit wurde damit erreicht. Für den Beschluss plädierten Sozialdemokraten, Kommunisten und die konservative Partei TOP09 von Karel Schwarzenberg.   

Nun liegt es an Präsident Miloš Zeman, die Parlamentskammer formell aufzulösen und innerhalb von 60 Tagen eine Neuwahl auszuschreiben. Als wahrscheinlicher Termin für die Abstimmung gelten der 25. und 26. Oktober. Vor knapp zwei Wochen hatte die Übergangsregierung des Mitte-Links-Politikers Jiří Rusnok eine Vertrauensabstimmung im Parlament verloren.

Meinungsforscher der Agentur ppm factum sehen die vormalige Regierungspartei als Verlierer einer vorgezogenen Wahl. Ihr Zustimmungswert ist auf sechs Prozent gesunken, stärkste Kraft könnten die Sozialdemokraten werden. Die linke SPOZ-Partei von Präsident Zeman hätte die Chance, erstmals ins Parlament einzuziehen.