Großbritannien legt dem UN-Sicherheitsrat eine Syrien-Resolution vor. "Wir haben immer gesagt, dass wir möchten, dass der UN-Sicherheitsrat seiner Verantwortung in Syrien nachkommt", twitterte der britische Premierminister David Cameron. Großbritannien habe eine Resolution verfasst, die "den Chemiewaffenangriff durch Assad" verurteile und zu notwendigen Maßnahmen autorisiere, Zivilisten zu schützen. "Die Resolution wird heute später bei einem Treffen der fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder in New York vorgelegt", teilte Cameron weiter mit.

Eine Annahme der Resolution gilt wegen des russischen Widerstands gegen einen Militärschlag als äußerst unwahrscheinlich. Die UN-Vetomacht Russland ist ein enger Partner von Syriens Machthaber. Neben Großbritannien und Russland gehören die USA, China und Frankreich zum UN-Sicherheitsrat.  

"Gewalt würde nicht zu einer Lösung, sondern zur weiteren Destabilisierung führen", warnte Außenminister Sergej Lawrow in einem Telefonat mit dem UN-Spitzendiplomaten Lakhdar Brahimi. In diesem "kritischen Augenblick" dürfe der Westen frühere Fehler nicht wiederholen, sagte Lawrow dem Außenministerium zufolge im Gespräch mit dem Syrien-Beauftragten der UN und Arabischen Liga.

Lawrow telefonierte auch erneut mit seinem US-Amtskollegen John Kerry über den Syrien-Konflikt. Moskau sei weiter nicht davon überzeugt, dass das Regime des syrischen Machthabers Baschar al-Assad Schuld habe an einem möglichen Einsatz von Giftgas nahe Damaskus, teilte das russische Außenministerium mit.  

Iran warnt vor Katastrophe im Nahen Osten

Iran warnte vor einem Militärangriff gegen Syrien. Ein solcher würde zu einer Katastrophe im Nahen Osten führen, sagte Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, im iranischen Fernsehen. "Der Nahe Osten ist ein Pulverfass, eine amerikanische Militärintervention in Syrien würde daher zu einer Katastrophe ohne absehbares Ende führen."

Nach Ansicht des iranischen Parlamentspräsidenten Ali Laridschani würde ein Schlag gegen Syrien auch Israel bedrohen. "Wir warnen den Westen: Im Falle eines Krieges in Syrien sollten sie sich auch um ihr illegitimes Kind (Israel) in der Region große Sorgen machen", sagte er nach Angaben der Nachrichtenagentur Isna. 

Ban verlangt mehr Zeit für UN-Inspektoren

Angesichts des möglichen Militäreinsatzes gegen Syrien forderte UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon mehr Zeit für die Arbeit der UN-Inspektoren, die den mutmaßlichen Giftgaseinsatz in einem Vorort von Damaskus untersuchen. Es sei von entscheidender Bedeutung, die Faktenlage sorgfältig zu klären, sagte Ban. "Ein UN-Team ist gerade vor Ort, um genau das zu tun. Das Team braucht Zeit, um seine Arbeit zu machen", betonte der UN-Generalsekretär.

Zuvor hatte mit US-Vizepräsident Joe Biden der bislang ranghöchste US-Politiker die Regierung Assads als eindeutigen Urheber des mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatzes in der vergangenen Woche verantwortlich gemacht. Die USA haben wie zahlreiche weitere Staaten eine entschlossene Reaktion angekündigt und bereiten einen Militärschlag vor. Noch habe Präsident Barack Obama aber nicht endgültig entschieden, hieß es aus der US-Regierung.