US-Präsident Barack Obama hat angekündigt, den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien mit Angriffen zu beantworten. Ein Zeitpunkt dafür stehe aber nicht fest. Die Militäraktion könne "morgen, nächste Woche oder nächsten Monat" erfolgen, sagte er in einem Statement vor dem Weißen Haus. Einen Angriff mit Bodentruppen lehnte er ab. Die Militäraktion werde begrenzt sein.

Den Einsatz machte der US-Präsident allerdings von der Zustimmung des Kongresses abhängig. Er selbst habe sich als Oberbefehlshaber bereits dafür entschieden und könne ihn auch anordnen. "Ich bin bereit, den Befehl zu geben", sagte er. Das Land sei jedoch stärker, wenn die Entscheidung vom Kongress getragen wird. Die Abgeordneten sollten nach ihrer Rückkehr aus der Sommerpause am 9. September entscheiden. Was Obama im Falle einer Absage durch das Parlament machen wird, ließ er offen.

Die Attacke mit den international geächteten Chemiewaffen nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus, bei der nach US-Angaben 1.400 Menschen ums Leben kamen, verurteilte er scharf. Sie dürfe nicht ungesühnt bleiben, mahnte er. Künftige Chemiewaffeneinsätze müssten mit abschreckenden Maßnahmen verhindert werden.

US-Regierung hat kaum Unterstützer

Die US-Regierung steht mit ihrer Entschlossenheit zu einer größeren Militäraktion allerdings weitgehend allein da. Bislang hat nur Frankreich angedeutet, dass es sich an einem Angriff gegen Syrien beteiligen würde. Eine Entscheidung darüber werde es aber erst geben, wenn der US-Kongress und das französische Parlament darüber beraten hätten, sagte ein Sprecher von Präsident François Hollande.

Die beiden Staatschefs hatten am Samstag vor Obamas Rede telefoniert und waren übereingekommen, gemeinsam zu handeln. In Großbritannien hatte sich das Unterhaus gegen eine Beteiligung ausgesprochen.

Vor dem Weißen Haus demonstrierten während der Ansprache des US-Präsidenten mehrere Hundert Menschen gegen einen Militäreinsatz. Sie forderten die Regierung mit Schildern, Plakaten und Sprechchören auf, von einem Angriff abzusehen.

Die UN-Inspektoren, die den Hinweisen auf Chemiewaffen-Einsätze in Syrien nachgegangen waren, haben das Land inzwischen wieder verlassen. Sie sollten nach Angaben der UN möglichst schnell einen ersten Bericht abgeben. Zu ihrem Auftrag gehört es allerdings nicht, festzustellen, wer mögliche Chemiewaffen-Angriffe verübte.

Der russische Präsident Wladimir Putin warnte die USA derweil vor einer Intervention in Syrien. Putin zweifelte öffentlich an, dass die syrische Regierung hinter der Giftgasattacke steckt, und legte nahe, dass die Rebellen dafür verantwortlich seien. Obama solle sich vorher überlegen, ob ein Militärschlag wirklich eine Lösung im syrischen Bürgerkrieg fördern könne.