Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff © Ueslei Marcelino/Reuters

Brasiliens Staatschefin Dilma Rousseff hat Konsequenzen aus der Spionage der USA in Brasilien gezogen und eine Reise nach Washington abgesagt. Die NSA-Spähaffäre sei bisher nur unzureichend aufgeklärt worden, sagte Rousseff zur Begründung in der Hauptstadt Brasília. 

Der US-Geheimdienst NSA spähte Medienberichten zufolge Telefonate und E-Mails der Präsidentin aus und überwachte auch das größte Unternehmen des Landes, den staatlich kontrollierten Öl-Konzern Petrobras.

Rousseff und US-Präsident Barack Obama hätten entschieden, den Besuch zu verschieben, teilte die Präsidentschaft in Brasília mit. Beide Staatschefs hatten am Montag miteinander telefoniert. Dass die NSA Daten von Bürgern, Unternehmern und Mitgliedern der brasilianischen Regierung ausgespäht habe, sei ein ernster Vorgang und nicht mit dem demokratischen Umgang zwischen befreundeten Ländern vereinbar, hieß es in der Mitteilung weiter.

Die US-Regierung erklärte, Obama bedaure die Sorgen Brasiliens über das Spähprogramm und verstehe die Absage. Er wolle eng mit der brasilianischen Regierung zusammenarbeiten, um die Probleme zu klären, hieß es weiter. Es würden aber noch Monate vergehen, bis ausführlich untersucht worden sei, wie der US-Geheimdienst vorgegangen sei.