KorruptionChinesische Behörde ermittelt gegen mächtigen Funktionär

Chinas Führung setzt ihren Kampf gegen die Korruption in den eigenen Reihen fort: Nun muss sich der oberste Aufseher der Staatsunternehmen, Jiang Jiemin, verantworten.

In China steht ein weiterer Spitzenfunktionär unter Korruptionsverdacht. Gegen den obersten Aufseher der Staatsunternehmen, Jiang Jiemin, laufen Ermittlungen wegen des Verdachts "schwerer Disziplinarverstöße", womit in China Korruption umschrieben wird. Das teilte das Ministerium für Disziplinaraufsicht ohne weitere Details mit.

Jiang gehört zu den mehr als 200 Mitgliedern des Zentralkomitees der Kommunistischen Partei Chinas (KP). Seine Aufsichtsbehörde organisiert Umstrukturierungen großer Staatsunternehmen und besetzt teilweise auch das Management. Der 58-Jährige war erst im März an die Spitze der Behörde berufen worden. Bis dahin leitete Jiang den Energiekonzern CNPC, die Muttergesellschaft von PetroChina. Möglicherweise geht es in den jetzigen Ermittlungen um Vergehen aus dieser Zeit.

Anzeige

Am Freitag hatte die South China Morning Post berichtet, dass die Behörden gegen einen weiteren früheren CNPC-Topmanager ermitteln: Zhou Yongkang. Der 70-Jährige war bis November 2012 Mitglied des Ständigen Ausschusses des Politbüros und damit einer der mächtigsten Politiker Chinas. Die Zeitung beruft sich auf Führungskreise in Peking. Zudem werde gegen drei weitere CNPC-Manager ermittelt.

Die Entscheidung für die Ermittlungen sei Anfang August bei einer Geheimklausur der engsten Führungsspitze Chinas in einem Ferienort gefallen. Dem Zeitungsbericht zufolge geht es um Öl- und Immobiliengeschäfte, bei denen Zhou und seine Familie Bestechungsgelder angenommen hätten.

Zhou wäre das ranghöchste Parteimitglied seit Jahrzehnten, gegen das Ermittlungen aufgenommen würden. Derzeit muss sich in China Bo Xilai, ehemaliges Mitglied im Politbüro, vor Gericht verantworten.


Zur Startseite
 
Leserkommentare
  1. die chinesische regierung will den chef der aufsicht der staatsunternehmen loswerden, oder sie reumt in ihren eigenen reihen auf.

  2. Der Jiang ist ja nur ein kleiner Fisch. Aber dass es dem Zhou jetzt an den Kragen geht, wird selbst in China nicht unbemerkt vonstatten gehen können. Das wird noch lustig werden.

  3. Wenn ich diesen Artikel lese und mir auch die bisher stattgefundenen Prozesse bezüglich Korruption in China vor Augen halte, dann sehe ich in China einen klaren Trend: China räumt auf und versucht Schritt für Schritt ein ordentlicher Rechtsstaat zu werden. Ein hoher, korrupter Partei-Funktionär nach dem anderen wird aus dem Amt gekickt. Richtig so. Weiter so.

    Hingegen überzeugt mich die USA mit ihrem NSA-Abhörprogramm und einem Cowboyartigen Hang ohne nachzudenken und ohne mit anderen zu reden auf andere Länder ballern zu wollen (Syrien) immer weniger. Nein.... mein nächster Urlaub wird in Asien sein. Hong Kong, Japan...ich möchte DIESE Kultur verstehen. China entwickelt sich in eine Richtung, die mir sehr gefällt.

    2 Leserempfehlungen
  4. Fraktion Bo Xilai personell deutlich werden. Es sind ja noch weitere Festnahmen in den letzten Wochen erfolgt. Die KP China säubert richtiger weise ihre Reihen und geht auch ideologisch wieder auf strengeren Kurs.

Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren

  • Quelle ZEIT, Reuters, AFP, AP, rav
  • Schlagworte China | Behörde | Bo Xilai | Ermittlung | Gericht | Immobiliengeschäft
Service