Ein Militärgericht in Ägypten hat 52 Anhänger der Muslimbruderschaft zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Ein Mitglied der islamistischen Bewegung muss lebenslang hinter Gitter, gegen 51 weitere Anhänger verhängte das Gericht Strafen zwischen fünf und 15 Jahren.

Die Muslimbrüder sollen Mitte August Soldaten in Sues mit Schüssen und Benzinbomben angegriffen haben. Die Armee hatte zunächst von elf lebenslangen Haftstrafen gesprochen, korrigierte diese Angaben dann aber. Zwölf Angeklagte wurden freigesprochen.

Es waren die ersten Urteile gegen Mitglieder der Organisation seit dem Sturz des aus ihren Reihen hervorgegangenen Präsidenten Mohammed Mursi. Der Putsch durch das ägyptische Militär am 3. Juli hatte zu Auseinandersetzungen zwischen Muslimbrüdern und Sicherheitskräften geführt.

Inzwischen ist nahezu die gesamte Führungsriege der Muslimbrüder festgenommen worden. Mursi selbst wurde wegen Anstiftung zum Mord angeklagt. Er soll sich wegen des Todes mehrerer Mursi-Gegner bei Protesten im Dezember 2012 vor Gericht verantworten.