Südafrikas Freiheitsikone Nelson Mandela ist nach fast drei Monaten aus dem Krankenhaus in Pretoria entlassen worden. Der 95 Jahre alte Expräsident werde in seinem Haus in Johannesburg weiterbehandelt, teilte das Präsidialamt mit.  

Sein Zustand sei weiter kritisch, manchmal sogar instabil. Seine Ärzte seien aber der Überzeugung, dass Mandela daheim die gleiche Pflege erhalten kann wie im Krankenhaus.  

Mandelas Haus sei so umgebaut worden, dass er intensivmedizinisch betreut werden könne. Das medizinische Personal sei dasselbe, das sich zuletzt in der Klinik um Mandela gekümmert habe. Wenn es Komplikationen gebe, sei eine kurzfristige Verlegung ins Krankenhaus jederzeit möglich.

Der Friedensnobelpreisträger war am 8. Juni wegen einer schweren Lungenentzündung ins Krankenhaus gebracht worden. Dort verschlechterte sich sein Zustand zunächst, das Präsidialamt meldete Ende Juni, er sei in Lebensgefahr.   

Mandelas Lungenprobleme reichen bis in seine Zeit als politischer Gefangener zurück. Wegen seines Kampfes gegen das rassistische Apartheidsystem hatte er 27 Jahre lang in Haft gesessen, im Gefängnis erkrankte er an Tuberkulose. 

1990 kam er frei und wurde vier Jahre später nach den ersten freien Wahlen erster schwarzer Präsident Südafrikas. Damit war das Ende des Apartheid-Regimes besiegelt. Als Staatschef trat Mandela 1999 zurück. Seinen letzten öffentlichen Auftritt hatte er 2010 beim Finale der Fußballweltmeisterschaft in Johannesburg.