Iran : Ruhani bemüht sich um besseres Verhältnis zur EU

Der Iran setzt seinen politischen Öffnungskurs weiter fort. Präsident Hassan Ruhani hat in einem Brief an die EU eine neue "politische Ära" angekündigt.
Der iranische Präsident Hassan Ruhani © Behrouz Mehri/AFP/Getty Images

Der iranische Präsident Hassan Ruhani hat für ein besseres Verhältnis seines Landes mit der Europäischen Union geworben. "Eines der Hauptziele der neuen iranischen Außenpolitik ist, Missverständnissen ein Ende zu setzen und über ein besseres Verständnis eine neue politische Ära zu beginnen", schrieb Ruhani an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Martin Schulz.

Ruhani bemüht sich seit seiner Wahl im August verstärkt um eine bessere Zusammenarbeit zwischen dem weitgehend politisch isolierten Land und der internationalen Gemeinschaft. Zuletzt hatte er versprochen, eine schnelle Lösung für den langjährigen Atomstreit mit dem Westen zu finden.

Die EU und die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die iranische Regierung bestreitet das, arbeitet bislang aber nicht ausreichend mit den Inspektoren der Internationalen Atombehörde zusammen.

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Hoffen auf einen Neuanfang

Es wäre sehr zu wünschen, dass es unter dem neuen Reform Präsidenten zu einer Annäherung des Irans an den Westen käme. Nur, da wird man dann hierzulande wohl auf ein lieb gewonnenes Feindbild verzichten müssen, und unsere Verbündeten und begeisterten Abnehmer deutscher Waffenexporte in Saudi Arabien wird's auch nicht freuen. Hoffen wir, das es trotzdem zu einem Neuanfang in den Verhältnissen zur Islamischen Republik kommen wird.

Aufklärung, wenn dann, bitte richtig!

"Die EU und die USA verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel der zivilen Nutzung der Atomenergie an Nuklearwaffen zu arbeiten. Die iranische Regierung bestreitet das, arbeitet bislang aber nicht ausreichend mit den Inspektoren der Internationalen Atombehörde zusammen."

So ist das nur die halbe Wahrheit!

Die EU und die USA wissen von israelischen Nuklearwaffen, deren Besitz die Israelische Regierung nicht zugibt und arbeitet sowieso nicht mit den Inspektoren der Internationalen Atombehörde.

Das ist noch nicht die andere Hälfte, denn zu der gehört auch folgendes:

"Nur der Atomwaffenbesitz (so wie Nordkorea) bietet Schutz vor mit Lügenpropaganda begründeten US Angriffen (so wie beim Irak)."

So bitter wie es ist, wenn der Iran zur Atombombe strebt, ist er von mörderischen Aggressoren dahingetrieben worden. Da die Atombombe zwischen Nuklearländern nur eine Defensivwaffe ist, gibt es auch kaum einen moralischen Ansatz, den Iranern die Selbstverteidigung durch Abschreckung vor imperialistischen Aggressoren zu verweigern.

Sicher, wenn man will, dass der Iran beizeiten als Opferlamm der US Waffenindustrie zur Verfügung steht, bekämpft man Irans Ambitionen sich so wie Nordkorea, Israel oder andere Atommächte unangreifbar zu machen.

Die iranische Regierung bestreitet das, arbeitet bislang aber nicht ausreichend mit zusammen."