Auf dem Sueskanal in Ägypten ist nach Angaben der Betreiberbehörde ein Anschlag auf ein Schiff fehlgeschlagen. Ein unbekannter Terrorist habe ein unter panamaischer Flagge fahrendes Containerschiff aufhalten wollen, hieß es in einer Erklärung. Beim Versuch, den Seehandelsweg zu blockieren, sei er jedoch "vollkommen gescheitert".

Nach Angaben der Kairoer Tageszeitung Al-Shorouk wurde der Terrorangriff durch ägyptische Sicherheitskräfte vereitelt. Weder das Schiff Cosco Asia noch seine Fracht seien beschädigt worden. Allerdings gab es Berichte, wonach zwei starke Explosionen an Bord des Schiffs zu hören gewesen seien. Der Verkehr auf dem Kanal laufe aber normal.

Der Sueskanal ist eine strategisch wichtige Strecke, die das Rote Meer mit dem Mittelmeer verbindet. Angesichts eines drohenden Militäreingriffs gegen das syrische Regime verstärken US-Streitkräfte ihre Präsenz im östlichen Mittelmeer. Fünf mit Tomahawk-Marschflugkörpern bestückte Zerstörer und ein Kriegsschiff mit Hunderten Marineinfanteristen an Bord kreuzen vor der syrischen Küste.

Auch die schweren Unruhen nach dem Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi hatten in den vergangenen Wochen die Sorgen vor Anschlägen auf das Nadelöhr des Welthandels geschürt. Deshalb hat die ägyptische Polizei in den vergangenen Tagen ihre Präsenz im Nordsinai entlang dem Sueskanal verstärkt. Die mehrheitlich von Beduinen bevölkerte Wüstenregion gilt als Rückzugsgebiet zahlreicher bewaffneter Islamisten.

Die ägyptische Nachrichtenagentur Mena meldete unterdessen, dass die ägyptische Polizei den Anführer der Al-Kaida-Terroristen auf der Sinai-Halbinsel, Adel Mohammed Ibrahim, genannt Adel Habara, verhaftet habe. Er sei zusammen mit weiteren Terroristen in der Stadt al-Arisch festgenommen worden. Ihnen werden vor allem Angriffe auf Polizisten und Soldaten angelastet, Adel Mohammed Ibrahim soll für die Tötung von 25 Polizisten auf der Sinai-Halbinsel am 19. August verantwortlich sein.