Vor dem Bürgerkrieg in Syrien sind mittlerweile zwei Millionen Menschen ins Ausland geflohen. An jedem Tag würden nahezu 5.000 Syrer ihr Land verlassen und vor allem in den Nachbarstaaten auf Sicherheit und humanitäre Hilfe hoffen, teilten die Vereinten Nationen mit. Weitere 4,25 Millionen Menschen seien in Syrien auf der Flucht.

"Syrien ist zur großen Tragödie dieses Jahrhunderts geworden – eine beschämende humanitäre Katastrophe mit Leid und Vertreibung in einem in der jüngeren Geschichte beispiellosen Ausmaß", erklärte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge, António Guterres. In Syriens Nachbarstaaten seien 97 Prozent der bislang zwei Millionen Flüchtlinge untergekommen.

Die internationale Unterstützung für diese Länder müsse dringend verstärkt werden, forderte Guterres. Allein in den vergangenen zwölf Monaten sei die Zahl syrischer Kriegsflüchtlinge im Ausland um fast 1,8 Millionen gestiegen. 

Nach Angaben des UNHCR kamen 716.000 Flüchtlinge im Libanon unter, 515.000 in Jordanien, 515.000 im Irak, 460.000 in der Türkei und 110.000 in Ägypten. Rund 52 Prozent der Flüchtlinge seien Kinder.

Der italienische Ministerpräsident Enrico Letta warf der EU eine fehlende Strategie im Umgang mit den Flüchtlingen aus Syrien und anderen Krisenländern vor. Die Europäische Union habe keinen Plan, um dieser Herausforderung zu begegnen. Letta kündigte an, während der italienischen EU-Präsidentschaft im zweiten Halbjahr 2014 eine gemeinsame Herangehensweise der EU-Staaten anzustreben. In Italien sind nach Angaben des Innenministeriums 3.000 der Flüchtlinge seit Anfang des Jahres aus Syrien.