Die syrischen Chemiewaffen könnten womöglich schneller und einfacher vernichtet werden, als bislang angenommen: Die Washington Post zitierte aus einem vertraulichen Bericht der USA und Russlands, wonach der Großteil des Arsenals "nicht nutzbar" sei, weil die Bestandteile getrennt voneinander aufbewahrt würden. Binnen neun Monaten könnten die Bestände unschädlich gemacht werden, heißt es demnach in dem von Waffenexperten erstellten Bericht für das Weiße Haus.

Syrien verfügt dem Bericht zufolge über mehr als tausend Tonnen Chemiewaffen. Dazu gehörten 300 Tonnen Senfgas. Beim Rest handele es sich um flüssige chemische Komponenten, sogenannte Vorläuferstoffe, die getrennt voneinander aufbewahrt würden. Sie würden erst unmittelbar vor einem Einsatz vermengt, schreibt die Zeitung. Wegen der getrennten Lagerung sei auch das Risiko geringer, dass gefährliche C-Waffen in die Hände von Extremisten gelangen könnten.

Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf zwei Personen, die von der US-Regierung informiert wurden. Die beiden Staaten hätten ihre Geheimdienst-Erkenntnisse bei ihren Gesprächen in Genf abgeglichen und seien zu diesem Resultat gekommen. 

Diese Einschätzung werde untermauert durch die Angaben der syrischen Regierung bei der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen im Haag. Diese Angaben seien von den USA überprüft worden und für "recht gut" befunden worden, wie ein höherer Beamter des US-Außenministeriums Reportern gesagt habe, schrieb das Blatt weiter.

© ZEIT ONLINE

Syriens Diktator Baschar al-Assad will einen russischen Plan zur Vernichtung seiner Giftgasbestände akzeptieren, um einen von den USA angedrohten Militärschlag abzuwenden. Eine entsprechende UN-Resolution mit einem klaren Zeitplan soll bald vom UN-Sicherheitsrat verabschiedet werden, nachdem sich die Vetomächte nach wochenlangem Ringen auf einen Entwurf hatten einigen können.