Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen © Georges Gobet/AFP/GettyImages

Die Nato teilt die Überzeugung der US-Regierung, dass syrische Regierungstruppen für den Giftgasangriff bei Damaskus verantwortlich sind, bei dem Hunderte Menschen starben. Nun sei eine "entschlossene internationale Antwort" notwendig, um Diktatoren in aller Welt zu zeigen, dass solche geächteten Waffen nicht straflos eingesetzt werden könnten, sagte Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen. Diese werde aber nicht von der Nato, sondern von einzelnen Staaten kommen. 

Der Nato-Generalsekretär sagte, das Bündnis verfüge nicht über eigene Geheimdiensterkenntnisse, sondern bekomme Berichte aus den Bündnisstaaten. "Ich habe konkrete Informationen über den Einsatz von Chemiewaffen in Syrien erhalten. Und ich bin überzeugt, dass das syrische Regime verantwortlich ist", sagte er.

"Es wäre ein sehr gefährliches Signal an alle Diktatoren dieser Welt, wenn wir tatenlos zusähen und nicht reagierten", sagte Rasmussen. Allerdings sehe er keine weitere Rolle der Nato bei einem Eingreifen. Das Bündnis habe deutsche, amerikanische und niederländische Patriot-Flugabwehrraketen im türkischen Grenzgebiet zu Syrien stationiert. Aufgabe der Nato sei es, die Sicherheit aller Bündnismitglieder zu verteidigen.

Rasmussen sagte, es sei Sache der einzelnen Verbündeten, zu entscheiden, wie sie reagieren wollen und welche militärischen Einrichtungen sie nutzen wollten. Ziel müsse sein, "nicht nur dem Regime in Damaskus, sondern allen potenziellen Nutzern von Chemiewaffen klar zu machen, dass sie das nicht ohne eine starke internationale Reaktion tun können".

US-Präsident Barack Obama hatte am Wochenende als Oberbefehlshaber einen Angriff auf Syrien befürwortet, will sich aber die Zustimmung des Senats und des Repräsentantenhauses dafür sichern. Seine Regierung sieht es als erwiesen an, dass die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad am 21. August nahe Damaskus mit Giftgas mehr als 1.429 Menschen getötet haben, darunter mindestens 426 Kinder. Eine UN-Resolution zu dem Angriff ist bislang vor allem am Widerstand Russlands gescheitert: Die Regierung in Moskau stufte die Belege der US-Regierung als "absolut nicht überzeugend" ein.