ChemiewaffenNur die Syrer verlieren

Assad wird nicht bombardiert, muss aber die Chemiewaffen abgeben. Alle gewinnen, Amerika, Russland, Europa. Doch das Morden in Syrien wird weitergehen. Ein Kommentar von 

Leben im Krieg: Straßenszene im schwer umkämpften Aleppo

Leben im Krieg: Straßenszene im schwer umkämpften Aleppo   |  © Muzaffar Salman/Reuters

So schnell kanns gehen. Drei Wochen lang ringt die Welt um eine Antwort auf den mörderischen Giftgasangriff syrischer Regierungstruppen auf Ghuta. Doch dann braucht es nur einen Nebensatz des amerikanischen Außenministers, und die Sache ist plötzlich erledigt.

Fast mustergültig führen die Großen dieser Welt vor, wie Realpolitik funktioniert. Noch ist unsicher, ob der russische Plan tatsächlich gelingt, die syrischen Chemiewaffen international kontrollieren und zerstören zu lassen. Doch die Wahrscheinlichkeit ist hoch. Denn wenn es funktioniert, gewinnen fast alle.

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Wer allerdings glaubt, der Pazifismus habe gesiegt, liegt falsch, und die Erleichterung, die sich nun im Westen breit macht, ist zynisch. Denn es gibt auch Verlierer: Die Syrer. Dort geht das konventionelle Gemetzel ungehindert weiter.

Präsident Barack Obama kann sich dagegen gestärkt fühlen. Hätten Wladimir Putin und Syriens Präsident Baschar al-Assad eingelenkt, wenn er nicht so unnachgiebig geblieben wäre? Wenn er nicht weiterhin mit einem Angriff gedroht hätte, auch gegen großen Widerstand der eigenen Bürger und des Kongresses? 

Die Position der Vereinigten Staaten als Weltordnungsmacht bleibt nun unangetastet. Obama hat Assad dazu gezwungen zuzugeben, dass Syrien tatsächlich Massenvernichtungswaffen besitzt. Er kann es sich zuschreiben, das Tabu durchgesetzt zu haben, dass solche Waffen nicht folgenlos eingesetzt werden dürfen. Gelingt der Plan, sie zu vernichten, darf Obama es sich sogar anrechnen, die Welt in dieser Frage ein wenig sicherer gemacht zu haben. Und er hat eine niederschmetternde Abstimmungsniederlage im Kongress abgewendet.

Auch Assad kann zufrieden sein

Russland wiederum kann den Eindruck vermitteln, eben doch keine Blockadepolitik zu betreiben. Gleichzeitig etabliert sich das Land als Schutzmacht Syriens, die keinesfalls mehr übergangen werden kann. Und Moskau schützt sich selbst. Denn solange der Bürgerkrieg in Syrien andauert, bleibt die Gefahr geringer, dass sich dort kämpfende islamistische Gruppen gegen die muslimisch bevölkerte Kaukasusregion Russlands wenden.

Auch die Europäer können zufrieden sein. Immerhin haben sie sich einstimmig auf die Seite Amerikas gestellt, als sie am Samstag beschlossen, dass sich Assad für den Giftgasangriff verantworten müsse und eine starke Antwort wichtig sei. Das verpflichtete sie zu nichts; dennoch können sie sich als moralische Sieger fühlen.

Karsten Polke-Majewski
Karsten Polke-Majewski

Karsten Polke-Majewski ist Leiter Investigativ/Daten von ZEIT ONLINE. Seine Profilseite finden Sie hier.

Gleiches gilt für die Bundesregierung. Sie kann sich darauf berufen, dass ihr Drängen richtig war, eine politische Lösung mit der Unterstützung Russlands zu suchen. Nun eröffnen sich Handlungsmöglichkeiten, ohne dass sie die Bürger mitten im Wahlkampf mit der Frage belästigen müsste, ob ein militärisches Engagement zu unterstützen sei. Außenminister Guido Westerwelle hat die Chance schon ergriffen. Im ZEIT Gespräch zur Wahl sagte er, nun sollte Deutschland mehr Flüchtlinge aufnehmen als bisher geplant.

Sogar Assad gewinnt. Er wird nicht angegriffen, seine militärische Infrastruktur nicht angetastet. Das Gleichgewicht der Kräfte im Bürgerkrieg bleibt erhalten. Assad wird sogar aufgewertet. Denn wenn es nun um die Kontrolle und Vernichtung der Chemiewaffen gehen wird, braucht die internationale Gemeinschaft einen Verhandlungspartner. 

Die einzigen, die in diesem Spiel der Kräfte verlieren, sind die Menschen in Syrien. Das Morden wird dort ungehindert weitergehen. Mehr als 100.000 Menschen sind tot, weit mehr, als selbst pessimistische Beobachter erwartet hatten. Millionen sind auf der Flucht, im Land und in den Nachbarstaaten. Für sie alle bedeutet die Einigung nichts. So zögerlich, wie die Weltgemeinschaft auf den Giftgasangriff reagierte, so wenig wird sie sich nun noch in den Bürgerkrieg einmischen wollen. Die Kämpfe werden erst enden, wenn beide Seiten ausgezehrt sind. Im benachbarten Libanon hat das fünfzehn Jahre lang gedauert.  

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Leserkommentare
    • F.R.
    • 10. September 2013 11:55 Uhr

    die dann im Falle eines Militärschlags auf Syrien fallen, retten Ihrer Logik nach Leben. Wobei noch gesagt werden muss, dass das Ziel des Schlages nicht der Stürz Assads bezwecken soll, sonder nur Ihn schwächen. Denken Sie bitte nach bevor Sie anfangen zu schreiben. Das ist nicht mehr zu ertragen..

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    Gezielte Militärschläge gegen Assads Armee könnten den Krieg durchaus um Jahre verkürzen und damit sehr vielen Menschen das Leben retten. Jeder halbwegs glaubwürdige Pazifist würde sich für einen Militärschlag aussprechen. Davon gibt es leider kaum noch welche.

    Schon beim Eingangssatz, der ohne eine Sekunde zu zögern, feststellt, das das Giftgas von Regierungstruppen kam, ist für mich klar, dass der Artikel nicht ernst gemeint ist. In der Art geht's lustig im Text weiter und Sie haben vollkommen Recht, natürlich grenzt es an Abwitz, wenn so getan wird, als würden amerikanische Bomben nicht ebenfalls zu unschuldigen Toten führen. Ich denke der Autor hatte im Sinn, die perfiden Strategien der Kriegstreiber neuerlich exemplarisch zu bündeln und den Lesern vorzuführen, dass auf dem Wege zum Krieg unter Vorspiegelung rationaler Schlüsse vielmals die Grenze zum Wahnsinn überschritten wird, gipfelnd in Aussagen wie, dass durch Krieg Leben gerettet werden könnten oder Lebenssituationen vieler Menschen verbessert würden. Und das nach Afghanistan, Libyen und Irak! Vielleicht muss der Wahnsinn den Menschen wieder und wieder eingeflößt werden, bis das Hirn reagiert, wie ein Magen auf übermäßig schädliches reagieren würde, sich konvulsiv vereigenmächtigt und das giftige Elaborat den Erzeugern vor die Füße gießt? Oder sollen die Leser gewöhnt werden? Sollen Sie überredet werden? Ist es nur diesmal etwas schlecht gelungen? Soll mit falscher Sicht der Blick verstellt werden? Jetzt komm ich doch ins Grübeln.

    Vor etwa 2 Jahren wurde die Rote Linie überschritten. Ob jetzt chemisch gemordet wird oder 'sauber' mit Heckler&Koch, quelle difference. Warum nicht gleich mit Pfeil&Bogen? Auch dann sind es Kinder, Brüder oder gar Väter. Mit und ohne Uniform.

    welche unter massiver westl. u. saudischer Hilfe den Bürgerkrieg in Syrien entfachten.

    Das sollte nicht vergessen werden. Und jetzt soll diesen Terroristen (auch "Rebellen" genannt) auch noch geholfen werden? Und das soll das Leiden der Zivilbevölkerung lindern? Sie muten Ihren Lesern einiges zu...

    Entfernt. Bitte bleiben Sie beim Thema des Artikels. Danke, die Redaktion/jk

    • Mike M.
    • 10. September 2013 14:16 Uhr

    ... doch gibt es keine Seite, auf die man sich als westliche Staatengemeinschaft eindeutig schlagen solle. Assad ist ein schlimmer Diktator, aber auch kein Saddam Hussein. Dieser hätte niemals seine Waffen abgegeben. Assad macht als Schiit mit dem Iran gemeinsame Sache, ist selbst aber säkular. Frauen tragen keine Kopftücher etc. Die Rebellen bestehen teilweise aus Demokraten, aber auch radikalen Sunniten, die Christendörfer überfallen (http://www.christenverfol...). Warum sollte de Westen durch Bomben einer Seite irgendwelche Vorteile verschaffen?

    • DrMorX
    • 10. September 2013 14:34 Uhr

    ich muss Ihnen voll und ganz zustimmen. Entweder fallen wir auf einen ironisch gemeinten Text herein oder der Herr Stv. Chefredakteur gehört zu den Wenigen, die über Informationen verfügen von denen wir Fußvolk nur zu träumen wagen.

    "...Antwort auf den mörderischen Giftgasangriff syrischer Regierungstruppen..."

    Ob Giftgas eingesetzt wurde untersucht die UN, bisher noch ohne Ergebnis. Und von wem ist höchst umstritten. Assad ist sicher kein lieber Junge, aber die Argumentation von Putin und Assad ist deutlich logischer als die "Er war es aber"-Argumentation der US-Regierung.

    "Obama hat Assad dazu gezwungen zuzugeben, dass Syrien tatsächlich Massenvernichtungswaffen besitzt."

    Eigentlich eines der wenigen Dinge, die bisher unstrittig waren. Wir (der Westen) hat ja angeblich seine C-Waffen gewinnbringend an Syrien verkauft. Wir brauchen doch nur auf die Rechnung zu schauen.

    "Mehr als 100.000 Menschen sind tot, weit mehr, als selbst pessimistische Beobachter erwartet hatten."

    Aha, woher kommt denn dann die Zahl, wenn selbst pessimistische Beobachter weniger Opfer vermuten? Sind das offizielle Zahlen aus Syrien?

    Ich stelle nicht in Frage, dass das syrische Volk der Verlierer ist. Das liegt in der Natur eines Bürgerkrieges. Aber die Argumentation des Autors...das ist tatsächlich nicht mehr zu ertragen.

  1. Doch wie es augenblicklich zu stoppen sei, dazu hat Karsten Polke-Majewski auch keine Vorschläge.

    Um es deutlich zu sagen: die geplante Bombardierung ist als Strafe gedacht, nicht als Hilfsmaßnahe für die leidende Bevölkerung.

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  2. ...ist ihre Bemerkung, dass die Zivilbevölkerung auch weiter leiden wird. Mir scheint aber ihr Artikel zu implizieren, dass ein Angriff dies geändert hätte, und da wird mir unwohl. Es entsteht der Eindruck, dass Sie Realpolitik und Zynismus für synonym halten; was sie meiner Meinung nach trotz gewisser Schnittmengen nicht sind. Und aus reinem Aktionismus ein paar Bomben abzuwerfen, obwohl die ganze Region seit zig Jahren ein einziges Demonstrationsobjekt abgeben, dass man damit niemandem dauerhaft nützt?

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    Der Zynismus besteht im Verschweigen von Al-Qaida, die quasi den fortlaufenden Irakkrieg auf Syrien ausgedehnt haben. Wir erinnern uns dass auch der Irak unter Hussein Waffen abgeben sollte und wollte. Bush griff trotzdem an. Im Endeffekt kamen mit den USA Terroristen ins Land. Diese agieren nun mit Unterstützung Obamas, Kerrys, des Spähschiffes Oker, Westerwelles Schutzwesten etc etc in Syrien. Die FSA gibt es nicht mehr, wenn es sie denn je gegeben hat. Das wissen auch die US-Abgeordneten. Wer hier Bomben gegen die Syrische Armee fordert, fordert eine Luftwaffe für Al-Qaida. Hier liegt eine Verblendung mit grausamen Folgen vor, eine Weltregierung sei besser als Nationalstaaten. Mitnichten, wie zu sehen ist.

    wie Kollegen aus Syrien und dem Libanon glaubwürdig versichern sind gerade bei den Minderheiten (Alewiten, Drusen, Christen, ...) die Sympathien für Assad und die Furcht vor einem Sharia-gläubigen Fundamentalisten Staat recht hoch.

  3. verliert immer zuallererst das Volk, so ist das leider.
    Die Schuld dafür nur dem inzwischen jahrelangen Nichtstun der internationalen Gemeinschaft zuzuschieben wäre zu einfach.
    Wäre die syrische Opposition sich einig und vertrauenswürdig gäbe es wahrscheinlich schon längst eine Lösung und Assad wäre schon weg.

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  4. Nun kommen Verhandlungen.
    Wer zuletzt lacht ....

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  5. Entschudligung aber solche Texte sind wirklich unerträglich. Als ob ein amerikanischer Angriff in Syrien den Menschen dort irgendwas positives bringen würde. Schon mal drüber nachgedacht, dass die Menschen in Syrien evtl. auch die Verlierer sein könnten sollten sich die Terroristen, sorry ich meinte natürlich die demokratisch gesinnten Rebellen durchsetzen. Die haben zwar so gut wie keinen Rückhalt in der Bevölkerung sind aber wenigstens vom Rest der Welt anerkannt als die einzig legitime Vertretung des syrischen Volkes. Was eine Lächerlichkeit.

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    So wird ein Schuh draus.

    Der amerikanische militärisch-industrielle Komplex inkl. seiner Frontmarionette (Friedensnobelpreisträger Obama) wurde von Putin geschickt kaltgestellt.

    Und Obama wurde seinem "Friedensnobelpreis" unfreiwillig "gerecht".

    So sieht's aus.

    Als Journalist ist es notwendig und auch richtig, die Kritikpunkte einer politischen Entscheidung hervorzuheben und sie anzuprangern. Jedoch gibt es einfach keine Schwarz-Weiss Lösung für Syrien. Die jetzige Vereinbarung mag Makel haben, aber sie als zynisch gegenüber der syrischen Bevölkerung zu deklarieren finde ich unangebracht. Angesichts der vielen politischen 'Gewinner' mag diese Lösung die bestmögliche sein, die zu erreichen ist, um den Großteil der Interessensgruppen zufrieden zu stellen.

    Man sollte sich lieber die Frage stellen, inwieweit die Regierungen dieser Welt, egal welcher politischen Ausrichtung, dieses System unterstützt haben und die jetzige Situation mitzuverantworten haben. Welche Pläne verfolgen die Rebellen? Keiner kann das beantworten, da es ja nicht 'die' Rebellen als einzige Gruppe gibt sondern ein Konglomerat mehrerer Interessensgruppen ist, wohl ähnlich derer in Ägypten.

    Dass die Leid tragenden die einfache Bevölkerung ist, das ist unumstritten, aber diesem Leid kann man als Industriestaat auch entgegentreten indem man statt zu bomben oder politische Drohgebärden zu äußern die Flüchtlinge im eigenen Land aufnimmt und sie versorgt, das wäre eine humanitäre und friedfertige Lösung, gerade die Bundesregierung könnte anstatt lumpiger 5000 Flüchtlinge 100000 aufnehmen und in den leerstehenden Kasernen in Deutschland unterbringen, und ich bin mir sicher selbst das wäre günstiger für den Steuerzahler als Finanzhilfen für einen Angriff zu geben.

    Schlicht unerträglich solche Artikel.

    Absätze lang wird dargelegt, weshalb sich die beteiligten Staaten wegen ihrer "Diplomatie" auf die Schulter klopfen dürfen, dabei war es nichts als ein unwürdiges Schauspiel. Reine Machtpolitik, um das syrische Volk ging es dabei am allerwenigsten.

    Ach ja, im letzten Absatz wird dann doch noch erwähnt, dass das Volk der eigentliche Verlierer ist: Wer hätte das gedacht...........

    Passend zu dieser kranken Logik werden Terroristen mit viel Geld und Waffen versorgt. Vom Westen.

    Während wir angeblich einen Krieg gegen den Terror führen. Weshalb wie ja auch alle ausgeforscht werden müssen.
    [...]

    Gekürzt. Bitte beachten Sie, dass wir auf diese Seite nicht verlinken möchten. Danke, die Redaktion/jk

    Sehr geehrter Kommentator,

    niemand will einen Krieg, der keinen Frieden bringt. Aber die willkürliche geopolitisch orientierte Vetopolitik von Russland und China darf nicht als Argument gegen einen militärischen Eingriff herhalten.

    Die Demokratien haben schon seit Jahren viel an Vertrauen in der muslimischen Welt eingebüsst. Viele demokratisch gesinnte Rebellen haben sich auch aus Verzweiflung radikalisiert. Und die Moral und Kampfkraft der Islamisten wird leider auch von Saudi Arabien und Katar für eigene politische Ziele in Syrien instrumentalisiert. Auch Al Jazeera hat mit seiner Berichterstattung keine Brücken gebaut, sondern mehr Hass gesäht.

    Unerträglich wäre natürlich auch die Politik, in Syrien einen islamistisch sunnitisch geprägten Staat zuzulassen, um Iran geopolitisch zu schwächen. Ein militärischer Eingriff dürfte sich somit auch an die Terrormilizen richten.

    Assads Shahiba Milizen und die Al Terrormilizen sind zwei Tumore in Syrien, die nicht zu Verhandlungen fähig sind.

    • diona
    • 10. September 2013 17:29 Uhr

    Sie schreiben: "Entschudligung aber solche Texte sind wirklich unerträglich."--

    Was soll an diesem Text unerträglich ein? Dass er zum Selberdenken auffordert? Bereitet Ihnen das Unbehagen und Ablehnung?

    M.E. ist dieser Text sehr klug geschrieben, sogar einer der wenigen klugen Texte mit Rundumblick, Gegenwartsaufnahme und Aufforderung, die eigene Position zu beleuchten und weitere Fragen zu stellen. (Danke, Herr Polke-Majewski!)

    " Als ob ein amerikanischer Angriff in Syrien den Menschen dort irgendwas positives bringen würde. " --

    Obama ist klug. Und er hat sich nicht wie ein affektgeleiteter Cowboy aufgeführt. Und er ist Jurist. Er weiß also, dass er mit einem Eigriff hinsichtlich des Giftgasangriffes NICHT gegen das Völkerrecht verstösst, da die UN seit 2005 mit "Responsibility to protect" gerade so einen Eingriff ermöglicht, wenn ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt wurde. Ruanda hat auf grausame Art und Weise verdeutlicht, dass ein starres (und stures) Beharren auf den Briand-Kellog-Pakt nicht zu verantwortbare Folgen hat, indem es als Ticket für Verbrechen gegen die menschlichkeit verwendet werden kann. Mit der Responsibility to protect sollte genau dem ein Riegel vorgeschoben werden.
    Obama will also nicht blind drauflosfeuern, weil gerade mal was los ist. Er würde bei einem Eingriff auf rechtsgrundlage handeln- so wenig das auch die meisten hier verstehen.

    • arnster
    • 11. September 2013 6:53 Uhr

    Die Bombergemeinschaft, die Wertegemeinschaft, die Nato oder Obama und Hollande?

  6. Der Krieg wird letztendlich kommen, egal was man jetzt für ein Schauspiel vorführt. Die USA haben überhaupt keine andere Wahl als diesen Krieg zu führen.

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  7. 8. Stimmt

    Also muss die USA, UK, die Golfstaaten, Frankreich und deren Verbündete und Nutznießer einfach aufhören die Rebellen zu unterstützen.

    6 Leserempfehlungen
    Reaktionen auf diesen Kommentar anzeigen

    Russland muss endlich aufhören, Assad zu unterstützen.

    • va
    • 10. September 2013 12:32 Uhr

    ... , dass keine Unterstützung für welche Partei auch immer nach Sysrien kommt. Irgendwann hört dann das Gemetzel auf. Der Vorschlag, die Giftgasbestände in Syrien zu vernichten geht schon in die richtige Richtung. Allein die Durchsetzung wird ungeheuer schwierig. Die Eliminierung von Assads Waffenbeständen wird ein Machtvakuum hinterlassen, das schnell von anderen Gruppen ausgefüllt wird. Also: => Kein Partei mehr unterstützen. <=

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  • Quelle ZEIT ONLINE
  • Schlagworte Barack Obama | Bundesregierung | Syrien | Bürgerkrieg | Mord | Russland
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