Die USA setzen in der Syrien-Krise nicht mehr auf eine Zusammenarbeit mit dem UN-Sicherheitsrat. Das System der Vereinten Nationen habe im Falle Syrien versagt, sagte die US-Botschafterin Samantha Power bei den Vereinten Nationen.

Ungeachtet des mutmaßlichen Giftgasangriffs halte Russland den Sicherheitsrat weiter "als Geisel" und drücke sich vor seiner internationalen Verantwortung, erklärte Power. Die Regierung in Moskau sei der "Schutzherr eines Regimes", das eine "dreiste Chemiewaffenattacke" verübt habe.

Die US-Präsident Barack Obama werde sich in der Frage eines Militärschlags gegen die Führung in Damaskus nicht um eine Zustimmung des Sicherheitsrats bemühen. Ein britischer Resolutionsentwurf, in dem eine Antwort auf den Einsatz von Chemiewaffen gefordert wird, sei gescheitert.

"Mit Sicherheitsrat kein praktikabler Weg nach vorne"

Die Erfahrungen und Bemühungen der vergangenen zweieinhalb Jahre zeigten, "dass es mit diesem Sicherheitsrat keinen praktikablen Weg nach vorne gibt", sagte die US-Diplomatin weiter. Wie China hat Russland mehrmals gegen Syriens Präsident Baschar al-Assad gerichtete Resolutionen mit seinem Veto verhindert.

Auch beim Treffen der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer in St. Petersburg gab es keine Annäherung zwischen den Weltmächten. China schloss sich der Forderung von Gastgeber Russland an, auf einen Angriff zu verzichten. Dagegen wollte US-Präsident Obama auf dem Treffen für eine Strafaktion gegen Assad werben. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte eine diplomatische Lösung.

Die USA gehen im Gegensatz zu Russland davon aus, dass Assad und nicht die Rebellen hinter dem Giftgasangriff vom 21. August stehen, durch den mehr als 1.400 Menschen gestorben sein sollen.