Syrien-Intervention : Vatikan warnt vor möglichem Weltkrieg

Der Kirchenstaat Vatikan sieht große Gefahren in einem Angriff auf Syrien. Der Konflikt enthalte "alle Zutaten, um in einem Weltkrieg zu explodieren".

Der Vatikan hat vor den Folgen einer militärischen Intervention in Syrien gewarnt. Mario Toso, der Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden sagte im Radio, der Konflikt in Syrien enthalte "alle Zutaten, um in einem Weltkrieg zu explodieren".

"Der Lösungsweg für die Probleme in Syrien kann nicht die bewaffnete Intervention sein", sagte Toso. Die Gewalt werde durch einen Angriff nicht weniger. "Es gibt im Gegenteil das Risiko, dass sich der Konflikt entzündet und auf andere Länder ausweitet", sagte er.

Die US-Regierung hatte die Welt tagelang auf einen unmittelbar bevorstehenden Angriff vorbereitet und Material präsentiert, um die Verantwortung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für einen Giftgasangriff in der Nähe von Damaskus nachzuweisen. Dort sollen 1.429 Menschen ums Leben gekommen sein, darunter mehr als 400 Kinder.

US-Außenminister John Kerry sagte, die USA besäßen Beweise für einen Angriff mit Saringas. US-Präsident Barack Obama sprach sich für einen Militäreinsatz aus, machte diesen jedoch von der Zustimmung des Kongresses abhängig. Ein solches Votum kann erst ab dem 9. September stattfinden, wenn der Kongress die Sommerpause beendet.

Ein Drittel der syrischen Bevölkerung auf der Flucht

In Syrien sind mittlerweile sieben Millionen Syrer auf der Flucht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk berichtete. Das entspreche beinahe einem Drittel der syrischen Bevölkerung. Fünf Millionen seien innerhalb Syriens vertrieben worden, etwa zwei Millionen seien ins Ausland geflohen.

Papst Franziskus hatte am gestrigen Sonntag ein Ende der Gewalt in Syrien gefordert und vor möglichen Militäreinsätzen gewarnt. "Es ist niemals der Einsatz von Gewalt, der den Frieden bringt", sagte Franziskus auf dem Petersplatz in Rom. Er verurteilte auch den mutmaßlichen Chemiewaffeneinsatz in Syrien. Für den kommenden Samstag rief er zu einem Fasten- und Gebetstag für Frieden in Syrien auf.

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