Der deutsche Auslandsnachrichtendienst hat Beschuldigungen zurückgewiesen, er unternehme in den USA Lauschangriffe. "Aus der deutschen Botschaft in Washington wird keine Fernmelde-Aufklärung durchgeführt", sagte Gerhard Schindler, der Präsident des Bundesnachrichtendienstes BND.

Der nationale Geheimdienstdirektor der USA, James Clapper, hatte in einer Anhörung des Repräsentantenhauses in Washington den Vorwurf erhoben, EU-Staaten spionierten die USA aus. Die Washington Post zitierte ungenannte US-Beamte, denen zufolge der deutsche Auslandsnachrichtendienst 2008 die Kommunikation von mindestens 300 US-Bürgern oder in den USA lebenden Menschen ins Visier genommen habe.

In der Affäre um die US-Spähaktivitäten starteten die Geheimdienstchefs nach der Kritik aus Europa eine Gegenoffensive. US-Geheimdienstdirektor James Clapper verteidigte die Überwachung von ausländischen Staatschefs, bestätigte eine Bespitzelung von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) aber nicht. NSA-Chef Keith Alexander machte europäische Geheimdienste für die Sammlung von Daten zu Millionen Telefongesprächen verantwortlich.